Gemeinsam für den Bienenschutz

Auf der Wiese summt und brummt es an jeder Ecke. Gleich drei Bienen sammeln hier aus der Sonnenblume Nektar.
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Auf der Wiese summt und brummt es an jeder Ecke. Gleich drei Bienen sammeln hier aus der Sonnenblume Nektar.

Quickborner Bauer und Imker arbeiten zusammen

shz.de von
04. August 2018, 16:00 Uhr

Auf einigen Wiesen in Quickborn Renzel summt und brummt es an jeder Ecke. Tausende Bienen, Hummeln und weitere Insekten tumme
ln sich unter anderem auf einem großen Feld an der Friedenstraße und sausen in Windeseile von ihrer entdeckten Sonnenblume zu ihren Bienenstöcken. Das Feld gehört dem Quickborner Bauern Ulf Wilke, die insgesamt zehn Bienenstöcke, die am Rand stehen, gehören dem Imker Andreas Thanhäuser. Während Experten vor dem Insektensterben warnen, packen die beiden gemeinsam an, um etwas dagegen zu tun.

Wilke beteiligt sich an dem Programm Vertragsnaturschutz des Landes Schleswig-Holstein. Für fünf Jahre hat sich der Bauer dazu bereit erklärt, auf freiwillige Basis naturnähere Lebensräume für Tier- und Pflanzenarten zu schaffen und zu erhalten. Drei Jahre ist Wilke schon aktiv. Jedes Jahr bereitet er einige seiner Felder für die Aussaat der speziellen Saatgutmischung vor. Die Mischung besteht zu den größten Teilen aus 34 Prozent Buchweizen, 14 Prozent Phacelia (auch Bienenfreund genannt), 18 Prozent Öllein und 11 Prozent Sonnenblume. „Von Anfang Februar bis Mitte Mai darf nur ich auf die Felder. Bis dann muss alles fertig sein und ab dann darf niemand mehr drauf“, erläuterte Wilke. Seit 1610 befindet sich der Bauernhof in Renzel im Besitz der Familie.


Sonnenblumen, Malven und Phacelia

Die Arbeit macht sich bezahlt: Eine Blütenpracht erstrahlt auf dem Feld. Ob Sonnenblumen, Malven, Phacelia oder verschiedene Kleesorten, die Bienen von Imker Thanhäuser machen sich gierig über den Nektar her. Er hat zehn Bienenstöcke auf dem Feld stehen. Pro Kasten sind das 30 000 bis 40 000 Honigbienen. Zehn weitere Bienenstöcke stehen auf einem anderen Acker von Bauer Wilke. „Die Wiese ist ein richtiger Magnet für die Bienen. Sie kommen auch vom Prophetensee hier her“, sagte Thanhäuser. Dieses Projekt sei für die Stadt eine deutliche Verbesserung. „In dieser Größe haben wir das im Umfeld sonst nirgendwo“, betonte der Imker. Die Resonanz sei in diesem Jahr ungewöhnlich gut. „Normalerweise sammeln die Bienen bis Mitte Juli. Aber jetzt sind sie immer noch dabei“, sagte er und lachte. Das Saatgut sei eine eine gute Grundlage für den Winter. Honigbienen wie auch Wildbienen und weitere Insekten würden auf dieser Wiese genau das Angebot bekommen, was sie brauchen.

Thanhäuser ist seit 40 Jahren Imker aus Leidenschaft. „Am Anfang bin ich noch vor ihnen weggelaufen, dann siegte jedoch die Neugier“, erinnerte er sich. Ihm sei die Zusammenarbeit mit dem Bauer Wilke sehr wichtig. „Wir brauchen uns gegenseitig“, bekräftigte er. Beide hoffen, dass das schleswig-holsteinische Programm weiter verlängert wird. „Nur fünf Jahre bringen für die Zukunft nicht viel. Das muss dauerhaft geschaffen werden“, sagte der Imker.

Ihre beruflichen Erfahrungen und die bisherigen Erkenntnisse aus diesem Projekt teilten sie dem Quickborner Autor Peter Jäger mit. Diese Informationen verarbeitete er in seinem neusten Buch „Bienen, Blüten und ein Moor“.

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