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Hasloh : Gemeinderat gegen Solaranlage auf Kita-Dach

vom
Aus der Redaktion des Quickborner Tageblatts

Gremium spricht sich nach Erklärungen des Architekten und des Haustechnikers und langer Diskussion gegen Photovoltaik aus.

shz.de von
erstellt am 10.Apr.2014 | 14:00 Uhr

Hasloh | Die Ablehnung im Hasloher Gemeinderat war nach langer Diskussion am Dienstagabend ebenso einstimmig wie einst die Befürwortung: Auf dem Dach der neuen Kindertagesstätte sollte nach einem Beschluss, der im September 2012 gefasst worden war, eine Photovoltaik-Anlage errichtet werden.

Dann kam alles ganz anders: Die verwendeten Beton-Deckenplatten seien laut der ausführenden Firma für die Montage der Solarzellen nicht geeignet, gab Thomas Krohn (CDU) vor wenigen Wochen im Bauausschuss bekannt. Daraufhin forderten die Politiker vom Architekten Daniel Schöning und dem Haustechnikplaner André Gaede Erklärungen und luden sie zur Sitzung des Gemeinderats ein.

„Das Dach besteht aus Spannbeton-Fertigdecken, sogenannte Brespa-Platten“, erklärte Schöning. Dabei handele es sich um Elemente, die besonders leicht seien, weill sie nicht massiv sind, sondern innen teilweise hohl. Damit die Stahlkonstruktion der Deckenplatte nicht beschädigt werde, könne nur an den Stellen eine Befestigung angebracht werden, unter denen sich ein Hohlraum befinde. Genau das aber sei das Problem: „Um die Solaranlage zuverlässig zu befestigen, ist eine Schraubentiefe von 50 Millimetern notwendig – die Pressba-Platten sind an den geeigneten Stellen aber nur 30 Millimeter tief“, erläuterte Schöning.

Als Lösung schlug der Architekt vor, Holzbohlen auf dem Dach zu montieren, auf denen dann ein Stahlträger befestigt wird, der wiederum als Halterung für die Solarzellen dient. „Die Mehrkosten betragen 1729 Euro“, gab Schöning bekannt.

Haustechnikplaner Gaede sah ein ganz anderes Problem: „Diese Anlage ist viel zu klein, um wirtschaftlich zu sein“, sagte er. Die Kosten würden sich in den nächsten 15 Jahren nicht amortisieren, damit seien die Solarzellen ein „reines Show-Objekt“. Das sorgte bei einigen Politikern für Unmut, doch Gaede konterte die „Das hätte man uns auch vorher sagen können“-Zwischenrufe mit der Bemerkung, dass die Berechnung der Wirtschaftlichkeit nicht Bestandteil seines Auftrags gewesen sei.

In der darauf folgenden Debatte wurde den Politikern zudem erklärt, dass der mit den Solarzellen gewonnene Strom nicht etwa dem Kindergarten zugute komme, sondern ins Netz eingespeist werde. „Das bedeutet, dass wir keine Minderkosten im Bereich Energie des Kindergartens durch die Anlage haben?“, hakte Kay Löhr (FDP) nach und der Architekt bestätigte dies.

Nach kurzer Beratungspause entschieden sich die Politiker einstimmig gegen die Anlage – und sparen so die eingeplanten 8000 Euro plus Mehrkosten ein.

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