Frei, unabhängig, lebendig : Gemeindefest zum 50-jährigen Jubiläum der Kirche in Ellerau

Jochen Weise (rechts) und Pastor Jörn-Detlef Dau-Schmidt stellten die Freudenfeuerkerze vor.
Jochen Weise (rechts) und Pastor Jörn-Detlef Dau-Schmidt stellten die Freudenfeuerkerze vor.

Festgottesdienst und Jubiläumsparty: Die kirchliche Eigenständigkeit wurde in Ellerau groß gefeiert.

shz.de von
30. Mai 2018, 14:30 Uhr

Ellerau | Die evangelische Kirchengemeinde in Ellerau hat ihre 50-jährige Unabhängigkeit mit einem Festgottesdienst und einer Jubiläumsparty für Groß und Klein auf der Wiese an der Kirche. Schon beim Gottesdienst zum Auftakt blieb kein Platz in der Ansgarkirche frei, und es mussten zusätzliche Stühle herbeigeschafft werden. Nach zwei Sketchen zum Verhältnis von Gott und Lobpreisliedern sprach Pastor Jörn-Detlef Dau-Schmidt in seiner Predigt über die Suche und die Sehnsucht nach Gott.  Im Anschluss an den Gottesdienst meinte der Pastor fröhlich: „Der Tag hat schon gut begonnen.“ Dann luden er und Kirchengemeinderatsvorsitzender Robert Heß zum Büfett, Kaffee und Kuchen und auf der Freifläche zu Grillwurst und Getränken ein. Im Sonnenschein ging es mit Live-Musik, einem Quiz mit Fragen zur Kirchengeschichte, Seiltricks von Heß und diversen Spielen und Schminken für die Kinder weiter.

Vorher Teil der Kirchengemeinde Quickborn

Bevor die Ellerauer Kirchengemeinde 1968 selbstständig wurde, bestand sie seit 1958 bereits als Teil der Kirchengemeinde Quickborn. 1961 erhielt Ellerau einen Gemeindesaal, das spätere Ansgar-Haus mit Pastorat und eine Gemeindehelferinnen-Wohnung. Der als dritte Pfarrstelle eingerichtete Seelsorgebezirk Quickborn-Ellerau erhielt mit Karl-Theodor Wagner einen Pastor. 1964 kam Pastor Rudi Mondry in die Gemeinde und war maßgeblich am Übergang in eine selbstständige Kirchengemeinde beteiligt.

1969 wurde der Glockenturm gebaut und mit einer Glocke eingeweiht. Heute hat er drei Glocken. 1972 wurde der Neubau des Kirchenkindergartens mit vier Gruppenräumen in Betrieb genommen. Heute gehört die Einrichtung „Uns Lütten“ zur politischen Gemeinde. 1972 wurde Pastor Eckard Gallmeier in sein Amt eingeführt. Er engagierte sich im Kommunistischen Bund Westdeutschland und wurde 1974 nach Auseinandersetzungen mit dem Gemeindevorstand und mit der Landeskirchenleitung suspendiert.

Neue Impulse für die Gemeinde

Nach einer Interimszeit, in der Pastor Bahnsen aus Hamburg-Niendorf die Vertretung übernahm, wurde am 31. Mai 1975 Pastor Winfried Lauenroth in sein Amt eingeführt. Unter Pastor Lauenroth erhielt die Kirchengemeinde völlig neue Impulse. Sie bemühten sich, eine neue Form des Gottesdienstes und damit verbunden Veränderungen im Umgang mit der Gemeindeversammlung und den Gläubigen durchzusetzen, und ernteten dafür zunächst viel Gegenwind und Skepsis.

In der Adventszeit 1995 konnte der Kirchenneubau eingeweiht werden. Die Predigt hielt Bischöfin Maria Jepsen. Nach der Verabschiedung von Lauenroth 2002 in den Ruhestand übernahm mit Pastor Jörn-Detlef Dau-Schmidt der vierte Pastor die Kirchengemeinde. Er war es auch, der die Pfadfindergruppe gründete. Teilnehmen dürfen Jungen und Mädchen ab sechs Jahren. Zurzeit leitet Jugendreferent André Kasparian diese Gruppe.

Glückwünsche vom Propst

Während des Gemeindefestes überbrachte Propst Frie Bräsen vom Kirchenkreis Altona-Blankenese für den verhinderten Propst Thomas Drope die Glückwünsche: „Möge dieser Tag in die kommende Zeit ausstrahlen und die Gemeinde weiter beflügeln. Die Gemeinschaft des Glaubens ist ein wichtiges Kennzeichen der Kirche und sie wird hier auch gepflegt.“ Bürgermeister Eckart Urban (SPD) meinte in seinen Grußworten: „Im Laufe der Geschichte war die Kirche immer schon der Mittelpunkt der Orte. Das ist auch hier so. Hier wird der Bezug zur Kirche gelebt.“

Einer der beim Jubiläum mitfeierte ist Karl Schaedla. Als Mitglied der ersten Stunde ist er fast jeden Sonntag im Gottesdienst dabei. Er war lange im kirchlichen Bauausschuss und hat den Bau des Kirchhauses begleitet. „Ich habe alle Pastoren erlebt und mit Pastor Lauenroth den ersten Hauskreis mit aufgebaut. Ich war in den 50 Jahren immer aktiv und lange Jahre im Kirchenvorstand. Hier bin ich zu Hause“, so Schaedla. Kirchenvorsteher Heß dankte allen Helfern und Organisatoren, die zum Gelingen des Festes beigetragen hatten. Zum Schluss der wunderbaren und von der Sonne verwöhnten Veranstaltung durfte jeder zur Erinnerung an den Tag ein gebackenes Kekskreuz mitnehmen.

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