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Keine Busanbindung : Gehbehinderter Rentner muss kilometerweit laufen

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Der Rentner Karl-Max Reimann muss kilometerweit laufen, wenn er einkaufen gehen möchte.

Quickborn | Karl-Max Reimann ist nicht gut zu Fuß. Er ist gehbehindert. Der 75-Jährige läuft trotzdem seit Januar fast täglich mehrere Kilometer vom Luisenweg Richtung Quickborner Innenstadt, wenn er Besorgungen oder Einkäufe machen muss. Denn Reimann hat keinen Führerschein mehr. Die nächste Bushaltestelle am Waldfrieden ist knapp 25 Minuten Fußweg entfernt. Also läuft Reimann zu Fuß, wenn er in die Stadt muss – 4,5 Kilometer auf dem Hinweg und 4,5 Kilometer auf dem Rückweg bei Wind und Wetter. Knapp 1,5 Stunden benötigt er für die Tour in eine Richtung.

„Eine Busverbindung einmal nach Quickborn und einmal nach Barmstedt wäre toll“, sagt der Rentner. Der Bus müsse nicht einmal zu den Stoßzeiten fahren. „Mir ist klar, dass die Schüler Vorrang haben“, sagt Reimann, der seit 40 Jahren dort wohnt. Die VHH habe ihm bereits gesagt, dass sie nicht zuständig sei. Martin Beckmann, Sprecher des Unternehmens bestätigt dies. „Die Kommunen haben die Aufgabe für den öffentlichen Personennahverkehr zu sorgen“, so Beckmann. Es sei jedoch ein schwieriges Thema, denn „jeder Meter kostet Geld.“ Allerdings gebe es immer wieder Fälle, in denen ein Gebiet zunächst nicht im Fokus sei und man bei einem ÖPNV-Anschluss merke, dass dieser gut genutzt werden.

Ob eine Anbindung an das Bussystem für Reimann und die anderen Bewohner rund um den Luisenweg möglich ist, kann Friederike Lattmann, Leiterin des Fachbereich Stadtentwicklung, aktuell nicht beantworten. „Man muss sehen, ob das eingearbeitet werden kann, oder nicht“, sagt sie und ergänzt: „Als Stadt müssen wir für den ÖPNV etwas zahlen, also zum Beispiel auch, wenn Sonderschleifen gefahren werden. Es muss also wirtschaftlich sein.“

Busverbindung in den Außenbereich seien jedoch schwierig. „Es ist ein ernstzunehmendes Problem, aber nicht jede Wohnstätte kann an den ÖPNV angeschlossen werden“, so die Fachbereichsleiterin. Reimann könne sich jedoch gern nochmal an den Fachbereich wenden, um zu klären, was möglich sei. Reimann hatte sich bereits in der Vergangenheit an die Stadt gewendet und sagt: „Die haben mich bisher vertröstet.“

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erstellt am 13.Nov.2015 | 13:00 Uhr

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