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Quickborner Tageblatt

18. August 2017 | 13:11 Uhr

Gegner stellen einander infrage

vom
Aus der Redaktion des Quickborner Tageblatts

200 Menschen besuchen Vorstellung der Kandidaten für die Bürgermeisterwahl / Viele Fragen aus dem Publikum / Schlagabtausch

Es ist hoch hergegangen. Einen kräftigen Schlagabtausch lieferten sich der Quickborner Bürgermeister Thomas Köppl (CDU) und seine Kontrahentin Annabell Krämer (FDP) am Donnerstag.

Im Artur-Grenz-Saal präsentierten sie sich etwa 200 Besuchern als Kandidaten für die Wahl des Verwaltungs-Chefs am Sonntag, 24. April. Viele Gäste stellten kritische Fragen. Die Tageblatt-Mitarbeiterin Hanna Bernhardt moderierte das Gespräch.

Mehrfach zweifelte Köppl Krämers Kompetenz an. Zum Beispiel hatte sie die schlechte finanzielle Lage der Stadt beklagt. „Ich bin der Meinung, Quickborn ist nicht gut aufgestellt“, sagte Krämer. Der Haushalt 2016 wäre ohne die neue Regensteuer nicht ausgeglichen. Auf das Drängen eines Bürgers nach einer Sanierung der Straßen befand sie: „So lange wir die Finanzen nicht in den Griff bekommen, bekommen wir keine neue Straßen.“

Doch Köppl wies sie zurecht. „Das entspricht nicht den Tatsachen. Manchmal habe ich das Gefühl, wir leben in einer anderen Stadt“, bemerkte er. Das finanzielle Hauptproblem bestehe in dem Verlust von jährlich 1,5  Millionen Euro durch den kommunalen Finanzausgleich. „Das wissen Sie, Frau Krämer. Wenn Sie neu wären, würde ich sagen: Das kann sie nicht wissen“, sagte der Amtsinhaber. Beide Kandidaten setzen sich seit 1998 für Quickborn ein.

Krämer krisierte jedoch, dass die Stadt mit der neuen Integrationspauschale von 2000 Euro pro geflüchtetem Menschen 14 unbefristete Stellen im Rathaus geschaffen habe. Sie hätte lieber das Ehrenamt gestärkt und zeitlich befristete Verträge mit der Caritas und der Diakonie abgeschlossen. Köppl widersprach: „Das ist Quatsch, was Sie erzählen. Wollen Sie, dass die Caritas Asylbewerberleistungen abrechnet?!“ Die Stadt brauche das Personal für die Ersteinrichtung der Unterkünfte und könne es jederzeit wieder abbauen.

Auch in der Frage nach der Verwaltungsstruktur gerieten die Kontrahenten aneinander. Köppl verteidigte auf die Frage eines Besuchers hin die Einrichtung von 14 Fachbereichen. „Wir arbeiten wirtschaftlich, weil wir flach aufgestellt sind“, sagte er. Ein Gutachten habe die Effizienz der Verwaltung bestätigt. Zudem halte er sich aus dem Tagesgeschäft heraus und habe vieles delegiert. „Das ist ein ausgesprochen kooperativer Leitungsstil“, sagte er und wandte sich damit gegen Krämers Vorwurf einer autoritären Führung.

Sie dagegen hielt eine Übertragung der Kompetenzen auf weniger Fachbereiche für effektiver. Den Gutachtern sei die falsche Frage gestellt worden. Sie hätten nur untersucht, ob die Verwaltung ihre Aufgaben effektiv erledigt, aber nicht, ob auch sämtliche Aufgaben nötig seien. Köppl bescheinigte Krämer: „Sie haben keinen Sachverstand, was Verwaltung angeht.“

Für ein Raunen im Publikum sorgte eine sehr persönliche Frage einer Zuhörerin: „Wie beschreiben Sie sich so, dass Sie mich überzeugen, als Frau?“ Köppl: Persönlich würde er sich als liebevoll, charmant und höflich beschreiben, beruflich als kompetent und freundlich. „Ich bin mit Leib und Seele Bürgermeister für die Stadt, weniger um Geld zu verdienen, sondern um etwas für die Stadt zu bewegen.“ In seinem vorherigen Job als Krankenhausleiter hätte er mehr verdienen können. Die Fragestellerin zeigte sich nicht überzeugt: „Mich verwirrt das eher“, sagte sie. Ihrer Auffassung nach würden die Interessen von Frauen durch eine Frau besser wahrgenommen.

Erfreut zeigte sich Krämer, dass Köppl ihre Forderung eines gesicherten Schulwegs von Quickborn nach Heide übernommen habe. Allein das sei ihr die Kandidatur wert.

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erstellt am 19.Mär.2016 | 16:00 Uhr

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