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Quickborner Tageblatt

24. Oktober 2017 | 08:03 Uhr

Geburtstagsparty für den Kirchturm

vom

shz.de von
erstellt am 11.Mai.2013 | 01:14 Uhr

Quickborn | Ganz schön clever: Für den Wahlsonntag, 26. Mai, lädt die evangelisch-lutherische Kirchengemeinde Quickborn-Hasloh zum Kirchturmfest ein. Weil der Gemeindesaal zum Wahlkreis 2 gehört, rechnet das Turmfest-Team mit vielen, vielen Gästen, denn wer seine Stimme abgegeben hat, kann anschließend über den Kirchplatz bummeln, so die Überlegungen. Rund um die Kirche erwartet die Gäste ein buntes Treiben (siehe Kasten) - wer wird da gleich nach Hause gehen?

Das Quickborner Turmfest ist in der Gemeinde zu einer festen Einrichtung geworden - es wird alle zwei Jahre gefeiert. Dennoch steht es dieses Jahr unter einem ganz besonderen Stern: Der Bau ist 150 Jahre alt. Auf der Wetterfahne steht das Datum: 1863. Da kommt man zunächst ins Stutzen, denn die Marienkirche selbst ist 204 Jahre alt. Auch die Baustile passen nicht zueinander: Die Marienkirche wurde vom dänischen Architekten Christian Frederik Hansen (1756 - 1845) im Stil des Klassizismus errichtet, es war die erste von fünf Hansen-Kirchen in Schleswig-Holstein, der Turm ist neo-romantisch gehalten und wurde - nach Plänen des Kieler Architekten Krüger - von Maurermeister Nicolaus Donath aus Rellingen gebaut. Ein Stilbruch.

Irene Lühdorff, die zum Kirchturmfest-Team gehört und Leiterin der VHS-Geschichtswerkstatt ist, hat sich mit der Baugeschichte beschäftigt: "Hansen hatte für die Kirche keinen Turm vorgesehen. Er war der Ansicht, ein Dachreiter mit einer Glocke genüge vollauf. 50 Jahre später wurde das Bedürfnis nach einem Turm immer stärker, denn die Häuser an der Altonaer-Kieler-Chaussee, der heutigen Kieler Straße, wurden immer größer. "Da wirkte die Kirche plötzlich unscheinbar", so Lühdorff. Warum wurde der Turm nicht nachträglich im typischen Hansen-Stil gebaut? Lühdorff vermutet, dass man sich ein Jahr vor Ausbruch des Krieges gegen Dänemark dagegen sträubte.

Auch wenn der Geburtstag des Kirchturms am Sonntag gefeiert wird, darf man aus Sicherheitsgründen nicht hinaufgehen. Viel gebe es auch nicht zu sehen. "Der Turm hat keine Fenster", sagt Lühdorff.

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