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Bürgerin des Jahres 2011 : Ganz Hasloh trauert um Enka Münch

vom
Aus der Redaktion des Quickborner Tageblatts

Die engagierte Bürgerin starb im Alter von 76 Jahren. Sie wird am 8. Mai beigesetzt.

shz.de von
erstellt am 19.Apr.2014 | 08:00 Uhr

Hasloh | In der Tageblatt-Serie „Mensch Nachbar“ widmete der A.Beig-Verlag schon im Dezember 2010 dem ehrenamtlichen Engagement der Hasloherin Enka Münch eine ganze Seite. Ein Jahr später erhielt sie von der Gemeinde die Auszeichnung zur „Bürgerin des Jahres 2011“. Vergangenen Montag verstarb Münch nach jahrelanger, tapfer ertragener Krankheit im Alter von 76 Jahren.

„Man weiß gar nicht, wo man anfangen soll, so aktiv und unglaublich stark war sie“, sagt Haslohs Bürgermeister Bernhard Brummund (SPD), der ihren Tod als „großen Verlust für Hasloh“ bezeichnet. Egal, wofür sie sich eingesetzt hätte, habe sie stets 100 Prozent gegeben. „Ob das die Geschichtswerkstatt war oder ein Obdachloser, der Hilfe brauchte: Enka hat nicht locker gelassen, bis sie ihr Ziel erreicht hat. Sie war einfach fantastisch“, sagt Brummund.

Einer von Münchs Weggefährten ist Kreispräsident Burkhard Tiemann (CDU), der bestürzt auf ihren Tod reagiert. „Als ich in der Politik anfing, gab es sie schon – und sie hat mich in allen schwierigen Situationen immer unterstützt“, blickt Tiemann zurück. Gemeinsam mit Münch gründete Tiemann die „Junge Union Hasloh-Bönningstedt“, organisierten Kinderzeltlager und vieles mehr. „Noch heute bestehen zwischen Hasloh und Bönningstedt enge Kontakte, die sie maßgeblich geprägt hat“, so Tiemann weiter. Die Weitergabe der Hasloher Geschichte und Traditionen sei ihr ein wichtiges Anliegen gewesen, ihr Tod „ein riesiger Verlust“.

Die Rechte der Frauen waren für Münch ein besonderes Anliegen. Das kam nicht von ungefähr: 1938 in Hamburg geboren, wuchs Münch in Hamburg-Wellingsbüttel auf. Die Eltern betrieben einen Großhandel für Autoteile. Nach dem Abitur wollte Münch Medizin studieren und Kinderärztin werden. Doch dann wurde der Vater krank, die junge Frau und ihre Geschwister mussten der Mutter helfen, den Betrieb aufrecht zu erhalten. Statt Studium lernte Münch Maschinenschreiben und Stenografie an der Handelsschule. Dort lernte Münch ihren späteren Mann Walter kennen.

Wenige später der Schicksalsschlag: Ihr Vater starb. Sie musste weiterarbeiten, obwohl sie gerade Mutter geworden war. Das eigene Erleben, alles unter einen Hut bringen zu müssen, weil es gar keine andere Wahl gibt, wurde zur Triebfeder ihres späteren ehrenamtlichen Engagements.

1975 zog Familie Münch nach Hasloh. Einer der ersten Kontakte im Ort war Inge Lunding, die sie einlud, bei der örtlichen CDU mitzuarbeiten. Und Münch legte los. Ab 1994 hatte sie den Vorsitz der Frauenunion inne, war Delegierte auf Kreis- und Landesebene. Zeitgleich übernahm sie einen Sitz im Gemeinderat, arbeitete nacheinander im Sozial-, Kultur-, Umwelt- und Amtsausschuss. Später kam der Vorsitz des Arbeitskreises für den Friedhof Hasloh/Bönningstedt dazu, fast nebenbei wurde Münch auch im Arbeitskreis „Fluglärm“ aktiv.

Mit der Gründung der Hasloher Geschichtswerkstatt 2004 erschloss sich Münch ein weiteres Betätigungsfeld, dem sie sich intensiv widmete. Seitdem sind zwei Bücher, die sich mit der Hasloher Geschichte befassen, veröffentlicht worden. Münchs Verdienst ist auch die Kategorisierung und Archivierung des Archivs der Gemeinde.

„Sie hat immer die eigenen Interessen zurückgestellt, wenn es darum ging, anderen zu helfen“, beschreibt ihr langjähriger Weggefährte Friedel Harder. Nie sei es ihr bei ihrem Engagement um Titel oder Funktionen gegangen, sondern um die Sache. „Sie hatte eine wunderbare Art, heilend einzugreifen, um positives zu bewirken“, sagt Harder. Wobei sie keineswegs immer „lieb und nett“ gewesen sei: „Sie konnte auch sehr deutlich klarmachen: ,So geht’s nicht!‘“ An ihre liebevolle und zugleich energische Art werden sich die Hasloher noch lang erinnern.

Die Trauerfeier mit anschließender Urnenbeisetzung findet am Donnerstag, 8. Mai, um 11 Uhr in der Kapelle des Friedhofs Hasloh/Bönningstedt statt. Anstelle von Blumen und Kränzen wird um eine Spende für die „Geschichtswerkstatt Hasloh e.V.“ gebeten: VR Bank Pinneberg, BLZ 22191405, Kto. 56011850.
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