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Itzehoe / Quickborn : Fußballtrainer wegen sexuellen Missbrauchs auf Bewährung verurteilt

vom
Aus der Redaktion des Quickborner Tageblatts

Das Urteil gegen den Ex-Trainer des TuS Holstein Quickborn ist gefallen.

shz.de von
erstellt am 15.Feb.2016 | 13:00 Uhr

Itzehoe / Quickborn | Ein ehemaliger Fußballtrainer des TuS Holstein Quickborn ist am Montag vom Landgericht Itzehoe wegen sexuellen Missbrauchs in 15 Fällen zu einer Strafe von einem Jahr und zehn Monaten auf Bewährung verurteilt worden. Der 42-Jährige hatte in dem Prozess gestanden, zwischen 2013 und 2015 drei Jungen im Alter von damals sieben bis neun Jahre sexuell missbraucht zu haben. Das umfassende Geständnis sei zu berücksichtigen gewesen, sagte ein Gerichtssprecher. Das Landgericht blieb mit seiner Entscheidung deutlich hinter den Forderungen von Staatsanwaltschaft und Nebenklage zurück, die eine Haftstrafe von drei Jahren gefordert hatten. Zu den Übergriffen war es unter anderem in Trainingscamps gekommen, wie der Gerichtssprecher sagte.

Ein Jahr und zehn Monate Gefängnis, ausgesetzt zur Bewährung. Das ist die Strafe für den sexuellen Missbrauch von drei Kindern in insgesamt 15 Fällen. Der Verurteilte war bis 2015 Jugendtrainer des TuS Holstein Quickborn. In einem Zeitraum von zwei Jahren hatte er sich an den Kindern vergangen.

Zwischen 2013 und 2015 soll der Ex-Trainer mehrfach Ausflüge mit einzelnen Kindern gemacht haben. In seinem Auto griff er ihnen unter die Kleidung und fasste ihnen an die Geschlechtsteile, heißt es in der Urteilsbegründung. Auch während eines Trainingslagers an der Ostsee soll es im Duschraum des Camps zwei Übergriffe gegeben haben. Auch im Toilettenraum einer Sporthalle habe er einen der Jungen angefasst. Einem der Jungen griff er demnach sogar in dessen Wohnung ans Geschlechtsteil, nachdem sich das Kind zum Duschen ausgezogen hatte. „Der Angeklagte hat seine Position als Trainer ausgenutzt“, sagte Hildebrandt. Die Familien hätten ihm vertraut. Zu Lasten des Angeklagten wertete Hildebrand auch, dass die zur Tatzeit zwischen fünf und sieben Jahre alten Kinder noch sehr jung waren. Außerdem habe der Angeklagte sie mit Drohungen gefügig gemacht.

Der Angeklagte muss, sofern das Urteil rechtskräftig wird, aber nicht ins Gefängnis. Die Bewährungszeit von drei Jahren begründete Hildebrandt so: „Er ist nicht vorbestraft. Er hat früh und umfangreich gestanden. Er hat sich mit den Opfern auf eine Entschädigung geeinigt. Und er will eine Therapie machen.“ Einige Taten hätten ohne das Geständnis nicht aufgeklärt werden können und die Sozialprognose des Angeklagten sei positiv, da er einen Job habe und in stabilen Verhältnissen lebe. Zudem sprach Hildebrandt den Ex-Trainer vom Vorwurf einer 16. Tat, die angeklagt war, frei. Für eine Verurteilung in diesem Punkt fehlten die Beweise.

Hildebrandt wies in ihrer Urteilsbegründung noch einmal darauf hin, dass weder Betreuer noch Verein nach Bekanntwerden des ersten Verdachts die Polizei informiert hätten. „Das ist verwunderlich. Schließlich glaubten sie den Angaben eines der Jungen. Und es ist besonders tragisch. Hätte nur einer der Beteiligten richtig reagiert, hätten weitere Taten verhindert werden können“, sagte Hildebrandt. Zeugen hatten während vergangener Verhandlungstage gesagt, die Beratungsstelle Wendepunkt habe davon abgeraten, zur Polizei zu gehen.

Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig. Die Staatsanwaltschaft prüft eine Revision.

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