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Hasloh : „Für Senioren ist das ein Desaster“

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Die Gemeinde kalt erwischt: Auch die Sparkasse an der Bahnhofstraße ist von den Sparmaßnahmen betroffen.

shz.de von
erstellt am 29.Okt.2013 | 12:00 Uhr

Die Nachricht erreichte Haslohs Bürgermeister Bernhard Brummund (SPD) am Freitag per Telefon – und völlig überraschend: Die Sparkassen-Filiale in der Hasloher Bahnhofstraße schließt zum 15. Januar 2014. „Meines Wissens hat diese Filiale gute Bilanzen erwirtschaftet, ich finde das sehr bedauerlich“, sagt Brummund. Gerade in den kleineren Gemeinden sei die Vor-Ort-Präsenz immer eine Stärke der Sparkassen gewesen, so Brummund weiter. „Ich kann mir vorstellen, dass das in einigen Jahren bereut werden wird“, sagt der Bürgermeister.

Dagmar Steiner, Ortsverbandsvorsitzende der CDU, geht noch einen Schritt weiter: „Das ist gerade in Hasloh zu kurz gesprungen, denn durch den Bau der Neuen Mitte sind wir eine wachsende Gemeinde“, sagt sie. Viele der Bewohner, die in Hamburg arbeiteten, würden wahrscheinlich dann zu einer anderen Bank wechseln, so ihre Vermutung.

„Perspektivisch ist das keine sinnvolle Entscheidung – und für ältere Menschen ein Desaster“, so Steiner weiter. Die Filiale im Ort sieht die Politikerin als „bedeutsame Einrichtung für die Infrastruktur“ an – und hofft, dass wenigstens der Geldautomat erhalten bleibt. Doch auch der wird verschwinden, wie Ralph Schmieder, Vorstandsmitglied der Sparkasse Südholstein, im Interview bekannt gab.

Auch Kay Löhr, Fraktionsvorsitzender der Hasloher FDP, ist sich sicher, dass Hasloh mit der Schließung an Attraktivität verliert. Für jüngere Menschen, die ohnehin per Online-Banking Geschäfte tätigen, sei es weniger problematisch als für Senioren. „Die, die nicht mehr mobil sind, trifft das hart“, sagt Löhr. Allerdings sei es schwierig, bei einer wirtschaftlich begründeten Entscheidung dagegen zu argumentieren. „Wir werden auf jeden Fall im Gemeinderat über das Thema sprechen müssen“, kündigt Löhr an. Vorstellen könne er sich beispielsweise eine Lösung für den Geldautomaten: „Vielleicht gibt es ja die Möglichkeit einer Kooperation, so dass die Hasloher wenigstens gebührenfrei Geld abheben können“, so Löhr.

Von der Schließung betroffen sind sieben Filialen – immerhin ein Drittel der Geschäftsstellen im Kreis Pinneberg. Als Grund nennt das Unternehmen den Sanierungskurs, der notwendig wurde, um EU-weite Vorgaben zu erfüllen.

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