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Ölbilder, Pop-Art, 3D-Animation : Fünf Künstler, drei Generationen, eine Ausstellung in Ellerau

vom
Aus der Redaktion des Quickborner Tageblatts

Nachfahren des Ellerauer Bürgermeisters Emil Schmelow zeigen seine und ihre Werke.

von
erstellt am 31.Mär.2016 | 13:00 Uhr

Ellerau | Die künstlerische Ader zieht sich in dieser Ellerauer Familie durch drei Generationen. Öffentlich gezeigt haben sie aber noch nie, was sie miteinander verbindet. Vier Nachfahren des verstorbenen Ellerauer Ehrenbürgermeisters Emil Schmelow (CDU) werden ab morgen bis Sonntag, 3. April, erstmals seine und ihre Werke gemeinsam präsentieren. Im Bürgerhaus stellen Schmelows Tochter Regina Grube, ihre Kinder Pascal und Natalie Willsch sowie ihr Neffe Tim Schmelow mehr als 100 Gemälde und Zeichnungen aus. Der größte Teil davon stammt aus der Feder von Emil Schmelow. Sein Enkel Tim wird einen computeranimierten Kurzfilm vorführen.

Zu der Ausstellung unter dem Titel „Bürger und andere Meister Werke“ lädt die Ellerauer SPD ein. „Es ist eine schöne Gemeinschaftsarbeit“, sagte Grube im Gespräch mit shz.de. Emil Schmelow stand dem Dorf Ellerau ab 1972 mehr als 18 Jahre lang als Bürgermeister vor. 1991 ernannte der Gemeinderat ihn zum Ehrenbürger und Ehrenbürgermeister. Im Juni 2015 starb er im Alter von 93 Jahren.

Der Ellerauer engagierte sich nicht nur politisch, sondern widmete sich auch leidenschaftlich der Malerei. Er gestaltete etwa 100 Bilder. „Sie hingen im Haus meiner Eltern, im Gemeindebüro, im Amt Kaltenkirchen-Land“, erinnerte sich Grube. Sie will etwa 40 Ölgemälde, 20 Aquarelle und zehn Federzeichnungen ihres Vaters zeigen.

Emil Schmelow hielt vor allem heimatliche Motive fest: historische Bauernhäuer und Katen in Ellerau, die Kirche, die Bürgermeisterbrücke im Park, die Krumbek, aus der Erinnerung heraus auch Landschaften in der masurischen Heimat. Seine Darstellungen des Himmels mit beeindruckenden Wolkenbildungen begeistern Grube besonders. „Die sind schon fantastisch“, sagte sie.

Die Vernissage im Ellerauer Bürgerhaus,  Højerweg 2, beginnt morgen um 19 Uhr. Die Ausstellung wird zudem am Sonnabend, 2. April, von 14 bis 18 Uhr und am Sonntag, 3. April, von 11 bis 17 Uhr geöffnet. Es gibt Kaffee und Kuchen. Der Erlös aus dem Verkauf von Bildern soll dem guten Zweck zugutekommen.

Für die Ausstellung werden seine Nachfahren aus verschiedenen Teilen Deutschlands in die Heimat zurückkehren: Natalie Willsch aus Bad Honnef, ihr Bruder Pascal aus Hamburg und Tim Schmelow aus Quickborn. Grube lebt in Ellerau. Pascal Willsch will etwa 35 Bilder mitbringen. Der 37-Jährige widmet sich der modernen Malerei und arbeitet in Öl, Acryl und mit Bleistiften. Unter anderem stellt er drei Pop-Art-Konterfeis seiner Mutter aus, die sie im Alter von sechs, 14 und 20 Jahren zeigen.

Das Faible für Porträts verbindet ihn, seine Mutter und seine Schwester. Grube wird zudem Landschafts-Zeichungen ausstellen. Als Arbeitsmittel setzt sie Blei- und Rötelstift, Feder, Kohle und Pastelkreide ein. Ihre 35-jährige Tochter Natalie Willsch zeigt zwei Acryl-Gemälde. Tim Schmelow verdient als einziges Familienmitglied mit seiner künstlerischen Ader Geld. In einer kleinen Hamburger Agentur produziert der 27-Jährige Produktvideos mit 3D-Animationen für das Internet und Messestände. Sein etwa siebenminütiger Streifen mit dem Titel „Pionier“ soll während der Ausstellung in mehrfacher Wiederholung laufen. Er erzählt die Erfindung des ersten Flugzeugs. Trotz des Kontrastes zu den Werken seines Großvaters ist er sich sicher: „Die Begeisterung für das Basteln habe ich von ihm.“

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