„Ellerbek hilft“ : Fröhliche Stimmung und Gänsehaut beim Ellerbeker Frühlingsfest

Die Iranerin Elham Sadr (hier mit ihrem Sohn Saman) rührte die Gäste mit ihren Worten zu Tränen. Für das Büfett brachte sie eine selbstgebackene Süßspeisen-Spezialität mit.
Die Iranerin Elham Sadr (hier mit ihrem Sohn Saman) rührte die Gäste mit ihren Worten zu Tränen. Für das Büfett brachte sie eine selbstgebackene Süßspeisen-Spezialität mit.

Ergreifende Rede einer geflüchteten Iranerin. Ellerbeker Team feiert bei Bilderbuchwetter.

shz.de von
20. Juni 2018, 17:00 Uhr

Ellerbek | „Meine Kinder und ich sind glücklich, dass wir Deutschland als unser zweites Zuhause gefunden haben“, sagte Elham Sadr. „Wir hatten vorher gehört, dass die Deutschen kalt und gefühllos seien. Ich habe erlebt, dass die Menschen in Deutschland hilfsbereit und freundlich sind“, so die junge Iranerin weiter, die vor zwei Jahren nach Ellerbek kam.

Zum dritten Frühlingsfest des Ellerbek-hilft-Teams auf dem Gelände der Dietrich-Bonhoeffer-Kirchengemeinde ergriff die Christin, die in ihrer Heimat verfolgt wurde, das Mikrofon und wandte sich an die 35 Ehrenamtlichen sowie 40 Ellerbeker Neubürger, wie die Geflüchteten von ihren deutschen Nachbarn genannt werden. Mit ihren Worten rührte Sadr viele Besucher zu Tränen. Die mutige Frau sprach auch von ihrer großen Traurigkeit und wie einsam sie sich fühlte an ihrem ersten Tag in Ellerbek im Herbst 2015. Im Iran lebte sie in der 17-Millionen-Hauptstadt Teheran. Da erschien ihnen die Gemeinde mit dem Beinamen „Insel des Glücks“ zunächst etwas sehr ruhig.

Zeit zum Durchatmen und Klönen bei Bilderbuchwetter hatten die Team-Mitglieder von „Ellerbek hilft“ und ihre Schützlinge.
Foto: thö
Zeit zum Durchatmen und Klönen bei Bilderbuchwetter hatten die Team-Mitglieder von „Ellerbek hilft“ und ihre Schützlinge.
 

Jeden Tag habe sie die Ellerbeker gesehen, wie sie, ohne an eine Gegenleistung zu denken, Menschen aus ihrem eigenen Land, dem Irak, Syrien und Afghanistan geholfen haben. Dafür wolle sie sich nun bedanken. Sohn Saman (13) tat dies auf seine Weise: Gemeinsam mit seinem Freund Ramtin (14) aus Hamburg spielte er für die Anwesenden einige Lieder auf der Gitarre. Saman sang das christliche Lied „So sehr hat Gott die Welt geliebt“ mit derselben leidenschaftlichen Überzeugung, wie seine Mutter zuvor gesprochen hatte.

Pastorin Birgit Vocka würdigte als Hausherrin und damit Mitgastgeberin die Arbeit der Ehrenamtlichen. Insbesondere das monatliche Willkommens-Café sei ein guter Ort anzukommen, zu ankern und sich auszuruhen, sagte die Pastorin.

Gemeinde unterstützt weiterhin das Team

Bürgermeister Günther Hildebrand (FDP) sicherte dem Team auch zukünftig die Unterstützung der Gemeinde zu. In der jüngsten Ratssitzung erging als erster Beschluss, die Aufrechterhaltung der monatlichen Zuwendung in Höhe von 200 Euro zu Gunsten des Projektes.

Während des Frühlingsfestes, zu dem etwa 100 Gäste kamen, wurde bei strahlendem Sonnenschein viel gelacht und geklönt. Die Kleinsten ließen sich beim Kinderschminken in Einhörner, bunte Schmetterlinge oder gruselige Monster verwandeln, verausgabten sich vor Freude juchzend auf der Hüpfburg oder wetteiferten beim Schubkarrenrennen und Sackhüpfen. Alle Größeren hatten mit ihren mitgebrachten Spezialitäten für ein internationales Büfett mit deftigen und süßen Speisen gesorgt.

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