Quickborn : „Freie Gemeinschaftsschule“ startet

Quickborn, Justus-Liebig-Ring 3: Am Standort der Johanniter-Grundschule sollen nach den Sommerferien auch die Fünftklässler der „Freien Gemeinschaftsschule Quickborn“ unterrichtet werden.
Quickborn, Justus-Liebig-Ring 3: Am Standort der Johanniter-Grundschule sollen nach den Sommerferien auch die Fünftklässler der „Freien Gemeinschaftsschule Quickborn“ unterrichtet werden.

Ein Träger ist gefunden und ein provisorischer Standort geklärt. Jetzt werden Schüler gesucht. Per Flyer wirbt die neue Einrichtung um Fünftklässler.

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18. Juli 2014, 10:00 Uhr

Quickborn | Erst wollten die Johanniter eine Privatschule bis Klasse 13 in Quickborn etablieren, dann sprangen sie wieder ab. Also ging der Elternverein auf die Suche nach einem neuen Träger und wurde mit der „Anerkannten Schulgesellschaft“ (ASG mbh) aus dem sächsischen Annaberg-Buchholz fündig. „Wir wurden von Eltern gebeten, uns dieses Projektes anzunehmen – wie diese Eltern auf uns gekommen sind, weiß ich nicht“, sagt Elmar Süß, Geschäftsführer der ASG.

Was blieb, waren die Standortfrage, die Frage nach einer Kooperationsregelung mit den Johannitern und die Genehmigung der weiterführenden Schule. „Der Antrag liegt vor, er wird derzeit geprüft, ein Ergebnis liegt noch nicht vor“, sagt Thomas Schunck, Sprecher des Landesbildungsministeriums in Kiel. Geprüft werde ein „ganzer Katalog“ von Vorgaben, die es zu erfüllen gelte: von Raumfragen über Qualifizierung des Lehrkörpers und das pädagogische Konzept bis hin zu baurechtlichen Fragen.

Dennoch wirbt die „Freie Gemeinschaftsschule Quickborn“ schon jetzt mit einem Flyer um Schüler, die bereits in knapp sechs Wochen in die fünfte Klasse gehen sollen. Das Konzept wird darin mit den Stichworten „individuell, zukunftsorientiert, ganzheitlich und praxisverbunden“ vorgestellt.

Der Standort: die Johanniter-Grundschule am Justus-von-Liebig-Ring 3. Eine Containerschule, deren Genehmigung kürzlich um ein Jahr verlängert wurde. Der Schulleiter: Alexander Delport, bislang Leiter der Grundschule.

„Es sind bis jetzt zirka zehn Schüler angemeldet“, sagt Süß auf Anfrage dieser Zeitung. Der Betrieb werde auf jeden Fall nach den Sommerferien beginnen, „auch wenn es nur drei Schüler wären.“ Süß rechne in den ersten Jahren mit enormen Verlusten, die er jedoch viel mehr als Investition sehe. Langfristig gesehen müsse die Oberstufe jedoch mindestens dreizügig mit 24 Schülern pro Klasse sein, um wirtschaftlich arbeiten zu können. „Die Erfahrung an anderen Standorten hat gezeigt, dass viele Quereinsteiger zu uns kommen“, sagt Süß, der mit der Schule die staatliche Anerkennung anstrebt.

Auch der Betrieb der Offenen Ganztagsschule sei abgesichert: „Die Betreuung erfolgt an Unterrichtstagen in der Zeit zwischen 7 und 17 Uhr. Als Leistungen sind Hausaufgabenbetreuung, individuelle Förderung, betreute Freizeit und Interessengemeinschaften eingeschlossen“, sagt Süß. Für eine Ferienbetreuung werde ebenfalls gesorgt. „Wir nutzen zunächst die Räume in der Containeranlage und ziehen schnellstmöglich in einen Massivbau um.“

Auch die Kooperation mit den Johannitern sei in trockenen Tüchern: „Es werden Räume und Lehrer der Grundschule für den Beginn des Betriebes genutzt, Interessensgemeinschaften werden gemeinsam geführt, so dass sich das Angebot insgesamt erweitert“, erläutert Süß, der ausdrücklich betont, dass auch Abgänger anderer Grundschulen an der Privatschule aufgenommen werden könnten.

Vorausgesetzt: Sie können das Schulgeld bezahlen. Das wiederum richtet sich nach dem Einkommen der Eltern. Der Grundbetrag von 150 Euro monatlich erhöht sich je nach Jahresbruttoeinkommen um bis zu 120 Euro bei Einkünften über 90.000 Euro im Jahr. Hinzukommen – je nach Inanspruchnahme – maximal 110 Euro für die Nachmittagsbetreuung sowie das Essensgeld – je nach Menüumfang von 38 bis 60 Euro.

Seitens der Stadt wollte Bürgermeister Thomas Köppl (CDU) zu den Plänen keine offizielle Stellungnahme abgeben.

Die ASG – Anerkannte Schulgesellschaft mbH – mit Sitz in Annaberg-Buchholz (Sachsen) ist seit 1994 freier Träger staatlich genehmigter und anerkannter Ersatzschulen sowie Träger der freien Jugendhilfe. Die GmbH betreibt zahlreiche Bildungseinrichtungen in vier Bundesländern (Brandenburg, Sachsen, Niedersachsen, Thüringen) und hat ein Bilanzvolumen von gut 15 Millionen Euro (2012). Die Bandbreite reicht von Kindertagesstätten über Grund-, Gesamt-  und Gemeinschaftsschulen bis zu Berufsfachschulen und der Medienschule Babelsberg.
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