Quickborn : Flüchtlinge sind hier willkommen

Sie sind Teil der Quickborner Willkommenskultur:  Sviatlana Fregin (Diakonie, links), Thomas  Glindemann, stellvertretender Fachbereichsleiter Einwohnerservice, und Andja Zdravac-Vojnovic  (Caritas).
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Sie sind Teil der Quickborner Willkommenskultur: Sviatlana Fregin (Diakonie, links), Thomas Glindemann, stellvertretender Fachbereichsleiter Einwohnerservice, und Andja Zdravac-Vojnovic (Caritas).

Diakonisches Werk und Migrationsdienst laden zur Infoveranstaltung über Asyl ein. Containerlösung vorerst vom Tisch.

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16. Januar 2015, 12:00 Uhr

Quickborn | Engagement für eine positive Willkommenskultur in der Stadt: Sviatlana Fregin vom Diakonischen Werk Hamburg-West-Südholstein und Andja Zdravac-Vojnovic vom Caritas Migrationsdienst setzen sich für Flüchtlinge in Quickborn ein. Die Kooperationspartner laden für Dienstag, 17. Februar, zu einer Informationsveranstaltung zum Thema „Asyl und Flüchtlinge“ ein. Von 16 bis etwa 18 Uhr stehen die Experten im Gemeindehaus der Katholischen Kirche, Kurzer Kamp 2, Rede und Antwort.

„Die Einladung richtet sich einerseits an in Quickborn lebende Flüchtlinge und andererseits an interessierte Bürger“, sagt Fregin von der Diakonie. Als Referentin konnte Rechtsanwältin Kerstin Hinrichsen-Dreyer gewonnen werden, die insbesondere auch auf die aktuelle Rechtslage für Flüchtlinge und Asylbewerber eingehen wird. Außerdem möchten die Veranstalter potentielle Ehrenamtliche gewinnen.

Das deutsche Asylverfahren ist hochkomplex. Jeder einzelne Fall muss betrachtet werden. „Die Verfahren dauern von zwei Monaten bis zu einem Jahr. Aber wir haben in Quickborn einen Fall, wo das Verfahren bereits zwei Jahre läuft“, sagt Zdravac-Vojnovic.

Ein Flüchtling, dessen Asylverfahren noch nicht abgeschlossen ist, darf während dieser Zeit weder arbeiten noch studieren. Aber Sprachkurse sind während des Verfahrens nach einer gewissen Zeit vorgesehen. Eine der häufigsten Fragen, die Fregin während ihrer Beratung zu hören bekomme, sei deshalb: „Wo kann ich Deutsch lernen?“ Bemerkenswert: In Quickborn besteht sogar die Möglichkeit, sofort Deutsch zu lernen. Im Haus Roseneck bietet die Diakonie mit Hilfe ehrenamtlicher Kräfte Sprachkurse an. Darüber hinaus stehen den Flüchtlingen ehrenamtliche Dolmetscher zur Seite, die mit ihnen beispielsweise auch ins Rathaus oder zu den Ärzten gehen.

Große Herausforderung für die Stadt

„Das Zusammenspiel klappt sehr gut“, sagt Thomas Glindemann, stellvertretender Fachbereichsleiter Einwohnerservice. Aktuell gebe es in Quickborn 150 Asylanten und Flüchtlinge. Für dieses Jahr werden bis zu 70 weitere Flüchtlinge aus Krisengebieten wie Syrien, Irak und Afghanistan erwartet.

Eine große Herausforderung für die Stadt. Auch was die Unterkünfte betrifft. Quickborn ist auch hierbei gut aufgestellt: Die Flüchtlinge sind in zehn städtischen und sieben angemieteten Immobilien untergebracht. Schon jetzt steht fest, dass die angedachte Containerlösung vorerst vom Tisch ist. „In diesem Jahr brauchen wir keine“, sagt Bürgermeister Thomas Köppl (CDU). Was nicht heißt, dass keine weiteren Häuser und Wohnungen gesucht werden. Aufgefallen sei Köppl, dass es keinen Protest aus der Bevölkerung gebe. Auch von der Seite der Asylbewerber gibt es keine Klagen: „Wir bekommen positive Rückmeldungen“, sagen Zdravac-Vojnovic und Fregin.

Wer an der Infoveranstaltung teilnehmen möchte, meldet sich bei  Andja Zdravac-Vojnovic unter 0160-92781171 oder bei Sviatlana Fregin unter Telefon 04106-611203.
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