Quickborn : Flüchtling Aliakbar B. darf bleiben

Mit Zeitungsausschnitten, Kopien und Fotos hat Aliakbar B. sein neues Zimmer dekoriert. Der afghanische Flüchtling braucht keine Rückführung nach Ungarn mehr zu befürchten.
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Mit Zeitungsausschnitten, Kopien und Fotos hat Aliakbar B. sein neues Zimmer dekoriert. Der afghanische Flüchtling braucht keine Rückführung nach Ungarn mehr zu befürchten.

Das Asylverfahren wird in Deutschland eröffnet.

shz.de von
20. Mai 2015, 12:00 Uhr

Quickborn | Aufgeschlossen ist Aliakbar B., ein freundlicher Jugendlicher. Doch hinter seinem Lächeln verbargen sich in den vergangenen Monaten große Sorgen. Darüber, dass er – der 17-jährige Flüchtling aus Afghanistan, der ohne Begleitung in Deutschland ankam – Quickborn bald wieder verlassen muss. Aber seit kurzem ist er diese Befürchtung los.

„Sein Hamburger Anwalt hat Aliakbar ein Schreiben geschickt, in dem steht, dass das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge den Asylantrag in Ungarn für unzulässig erklärt und die Rückführung aufgehoben hat“, berichtet Aliakbars Vormund Thomas Krohn und fügt einen nicht minder wichtigen Satz hinzu: „Damit ist sichergestellt, dass das Asylverfahren in Deutschland durchgeführt werden kann.“

Nicht nur Krohn fiel nach dieser Nachricht ein Stein vom Herzen, gleiches galt auch für Aliakbars Förderer Jan Ketelsen, der den Jungen derzeit noch bei den A-Jugendfußballern des 1. FC Quickborn trainiert, ehe er in der kommenden Saison die erste Herrenmannschaft übernimmt. „Wir und speziell Aliakbar danken ausdrücklich allen Unterstützern, die sich seiner Sache angenommen und die Daumen gedrückt haben, dass er in Deutschland bleiben darf und nicht erneut in einem fremden Land in einer fremden Kultur starten muss, ohne die Sprache zu können“, sagt Ketelsen.

Dass Aliakbars Asylverfahren nun in Deutschland erfolgreich bearbeitet werden wird, sei zwar „keine Formsache“, glaubt Ketelsen, „aber bei dem Integrationswillen“ des gebürtigen Afghanen werde sicher positiv entschieden. Zumal sich der Nachwuchskicker „von Tag zu Tag selbstständiger und kommunikativer“ zeige.

Das hat auch Krohn beobachtet: „Aliakbar fühlt sich sehr wohl. Ihm ist eine Riesenlast von den Schultern gefallen.“ Außer dem Besuch der Beruflichen Schule in Pinneberg und dem regelmäßigen Fußballtraining lernt „Aliakbääm“, wie seine Mannschaftskollegen den Stürmer nennen, weiterhin fleißig Deutsch. Dabei hilft ihm ein Quickborner, „der ihn unter seine Fittiche genommen hat“, wie Krohn berichtet. Vor etwa drei Wochen ist Aliakbar in ein Zimmer im Haus des Eulenstädters gezogen, der den Wohnraum laut Krohn kostenlos zur Verfügung stellt. Der Wohlfühlfaktor in Quickborn wird für Aliakbar B. im Moment also noch größer. Dank des Briefs von seinem Anwalt nun auch mit behördlicher Legitimation.

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