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Quickborner Tageblatt

12. Dezember 2017 | 17:49 Uhr

Quickborn : Florian Anders rettet drei Leben

vom
Aus der Redaktion des Quickborner Tageblatts

Bei einen Hausbrand an der Feldstraße im Januar zögerte der Nachbar nicht: Er wusste von der Hilflosigkeit der Bewohnerinnen.

shz.de von
erstellt am 21.Mär.2016 | 18:00 Uhr

Quickborn | Ein lauter Knall hat Heike Wulf am Vormittag des 6. Januar aufgeschreckt. „Ich bin sofort rausgelaufen und habe bei Flo geklingelt“ berichtete die Quickbornerin am Montag, 21. März.

Als ihr Schwiegersohn Florian Anders an dem Wintertag vor die Tür trat, wurde er nicht nur Zeuge des größten Quickborner Brands seit fünf Jahren, sondern auch zum Lebensretter. Ministerpräsident Torsten Albig (SPD) verlieh ihm am Montag die Rettungsmedaille am Bande. Wehrführer Wido Schön zufolge wurde sie im Kreis Pinneberg zuletzt vor 20 Jahren vergeben.

Anders hatte den Knall nicht gehört. Seine Bohrmaschine ratterte laut. Während der Schlechtwetterzeit renovierte der Deponietechniker seine Küche. Als er aber seiner Schwiegermutter die Tür öffnete, sah er aus dem benachbarten Doppelhaus in der Feldstraße 8 Flammen schlagen.

Er überlegte nicht lang. „Ich stand so unter Spannung, weil ich ja wusste, dass da Menschen drin sind“, berichtete er. Aus dem Obergeschoss lief Steins 17-jährige Enkelin Jacqueline ins Freie. Doch in dem Gebäude hielten sich auch die 76-jährige Christel Kowallewicz und ihre 79 Jahre alte Schwägerin Ruth Stein auf. Beide waren nicht gut zu Fuß.

Anders alarmierte die Feuerwehr und rannte los. Das verwinkelte Nachbarhaus war ihm gut bekannt. „Ich bin hintenrum in die linke Haushälfte gelaufen“, sagte er. Mehrere Rauchmelder piepten. Inmitten starken Qualms entdeckte er Kowallewicz hinter ihrem Rollator stehend. Anders geleitete sie hinaus, übergab sie den eingetroffenen Sanitätern und hastete weiter.

Aus seinem Haus holte er eine Schraubfiltermaske, die er bei seinen Einsätzen auf Deponien trägt. Schnell streifte er sie über, lief wieder hinter das brennende Gebäude und in den Wintergarten der zweiten Wohnung. Flammen loderten. „Es war heiß“, erinnerte sich Anders. Im Flur traf er Stein. „Sie war mit Ruß bedeckt“, berichtete der 28-Jährige. Er hakte die Dame unter, stützte sie beim Gehen, führte sie ins Freie und einmal um das brennende Gebäude herum zu den Rettungswagen. Aus der Wohnung von Kowallewicz befreite er noch einen Hund. Er selbst blieb unverletzt. „Ich musste etwas husten.“

Albig sagte am Montag: „Sie hatten das Herz in dieser dramatischen Situation am rechten Fleck. Vor Ihrem Einsatz habe ich den höchsten Respekt und danke Ihnen dafür sehr herzlich.“

Schön hatte Anders für die Auszeichnung vorgeschlagen. „Es war eine sehr couragierte Leistung“, betonte der Wehrführer. Die Grenze des Zumutbaren zu erkennen sei schwierig. Indem Anders sich mit einer Atemschutzmaske ausrüstete, habe er aber Besonnenheit bewiesen.

Die Medaille wird nur an Laien verliehen. Von der Feuerwehr wird solch eine Menschenrettung erwartet, sagte Schön.

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