Film für den Kunstverein

Matti Siemoneit drehte den Trailer für den Kunstverein und hinterließ in seiner Heimatstadt damit seine Visitenkarte.
1 von 2
Matti Siemoneit drehte den Trailer für den Kunstverein und hinterließ in seiner Heimatstadt damit seine Visitenkarte.

Junger Quickborner Filmemacher realisiert einen Trailer, der vor der Filmreihe Kunst-Kino eingespielt wird

ellersiek-claudia-75R_7379.jpg von
13. September 2019, 16:00 Uhr

Quickborn | Edwin Zaft (kleines Foto) ist kein Mensch, der mit Nachrichten hausieren geht. Und so rückte der stellvertretende Vorsitzende des Quickborner Kunstvereins diese denn auch lediglich in einem Nebensatz heraus, durchaus dazu angetan, überhört zu werden: Ein junger Quickborner Filmemacher hat auf Initiative des Vereins Geschäftsleute in der Stadt gefragt, was für sie Kunst bedeutet. Die Antworten hielt er mit seiner Kamera fest.

Daraus ist ein Trailer entstanden, also ein kurzer Videoclip, der im Quickborner Beluga-Kino immer dann läuft, wenn in der Reihe Kunst-Kino ein weiterer Film gezeigt wird. Damit macht der Verein quasi Eigenwerbung. „Kai Bartels (Anm. d. Red.: Der Chef des Beluga-Kinos) hat uns vor den Filmen Platz zur Verfügung gestellt. Bislang haben wir in dieser Zeit immer das Logo des Kunstvereins gezeigt“, sagt Zaft. Dass der Verein nun eine weitaus größere Idee realisieren konnte, hat er dem 18 Jahre alten Matti Simoneit zu verdanken, der den Film drehte und schnitt.

„Ich fotografiere auch gern, aber besonders gern drehe ich Filme. Das mache ich schon, seit ich ungefähr 14 Jahre alt bin“, sagt er. Das künstlerische Gen scheint in der Familie zu liegen, denn die Leidenschaft teilt er mit seinem Vater und seinem Bruder. So konnte er zunächst auch die im Haus ohnehin vorhandene Ausrüstung nutzen, bis er sich später von dem Honorar für die ersten Auftragsarbeiten eigenes Gerät zulegte.

„Angefangen hat eigentlich alles mit der Filmgruppe im Haus der Jugend“, erinnert sich Siemoneit. Ein Jahr lang habe er dort mitgemacht und viel gelernt in dieser Zeit. Als er später erste eigene Kurzfilme drehte und die Arbeiten auf Youtube hochlud, gingen die ersten Anfragen von Auftraggebern ein. Bis zum Abi habe er dieses Hobby auf Sparflamme gehalten, aber nun könne er sich vorstellen, es zu seinem Beruf zu machen. Inzwischen arbeitet er durchaus erfolgreich freiberuflich, die Zahl der Aufträge steigt kontinuierlich an.

Dass er Talent hat, davon ist Zaft nach der Zusammenarbeit überzeugt. „Hinter der Filmreihe Kunst-Kino steht ja die Idee, Kunst möglichst niedrigschwellig an den Mann zu bringen. Deshalb hatte ich die Idee, Menschen nach ihrem Kunstverständnis zu fragen, die in Quickborn bekannt sind“, sagt Zaft. Diesen Gedanken habe Siemoneit gut umgesetzt. „Der Trailer ist wirklich toll geworden. Wir sind komplett begeistert“, so Zaft.

Am heißesten Tag des Jahres zog das Duo los, ging etwa in die Bahnhof-Apotheke von Petra Lincke, in das Computerhaus von Gordon Kraft, interviewte Buchhändlerin Selma Theophil oder Einzelhändler Rolf Bosniakowski, um nur einige zu nennen. Ihre Antworten sind so einfach wie berührend: Kunst soll Spaß machen, ist Entspannung, lebenswichtig und kann Brücken bauen. Siemoneit hält respektvoll Abstand zu den Menschen vor der Kamera, fängt ihr Lächeln ein, zeigt ihre nachdenklichen Mienen. Für die einzelnen Sequenzen wählte er vergleichsweise lange Kameraeinstellungen und unterlegte sie mit unaufdringlicher Musik. Ein feines Dokument.

zur Startseite

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen