Feuerwehrhaus für Ortsteil Heide?

Wehrführer Wido Schön (links) und Wehrsprecher Thorsten Wiehe loben Zusammenarbeit mit Verwaltung und Politik in Quickborn.
Wehrführer Wido Schön (links) und Wehrsprecher Thorsten Wiehe loben Zusammenarbeit mit Verwaltung und Politik in Quickborn.

Wehrführer bestätigt entsprechende Überlegungen / Bilanz der Rettungskräfte für 2017 ist geprägt von technischen Hilfeleistungen

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03. Januar 2018, 16:30 Uhr

Vor der Feuerwehr in Quickborn liegt ein spannendes Jahr. Nicht nur, dass die Planungen für das große Pfingstzeltlager 2019 anlässlich des 25-jährigen Bestehens der Jugendfeuerwehr bis Herbst abgeschlossen sein sollen, es laufen außerdem Gespräche über den Bau eines Feuerwehrgerätehauses in Quickborn-Heide. Ein Leuchtturmprojekt, wenn es denn realisiert wird.

„Im Augenblick können wir im Fall einer Alarmierung die Hilfsfrist nicht einhalten“, sagt Wehrführer Wido Schön. Heißt im Klartext: Bei der gegenwärtigen Verkehrssituation haben die Rettungskräfte keine Chance, in der gesetzlich vorgeschriebenen Zeit bei einem Einsatzort in Quickborn-Heide zu sein. Der Kooperationsvertrag mit der Ellerauer Feuerwehr sei zwar gut gemeint, so Schön, funktioniere aber in der Praxis nicht. Grund: Die Alarmierungen dauern zu lange, weil Ellerau einer anderen Rettungsleitstelle zugeordnet ist.

Und noch einen weiteren Vorteil hätte eine Basisstation in Heide. „15 Kameraden wohnen da, zehn arbeiten da. Sie müssen im Fall eines Einsatzes erst nach Quickborn-Ort kommen und fahren dann mit den Einsatzfahrzeugen wieder zurück. Das macht doch überhaupt keinen Sinn“, erläutert Schön. Im abgelaufenen Jahr dürfte dieses Thema vor dem Hintergrund der hohen Einsatzzahlen intern eine große Rolle gespielt haben. „Wir hatten bis zum 29. Dezember 434 Einsätze. Das ist eine Zahl, die völlig aus dem Rahmen fällt“, so der Wehrführer. Und einer Verdopplung gegenüber der in 2016 gefahrenen Einsätzen bedeutet. Um die 200 Einsätze gehen allein auf das Konto der heftigen Orkane, insbesondere Xavier und Herwart beschäftigten die Feuerwehrleute nachhaltig.

„Diese Tage waren der Hammer. Einige Kameraden waren 24 Stunden durchgehend im Einsatz“, sagt der Wehrführer. Es sind also vor allem die technischen Hilfeleistungen, die die Bilanz prägen. „Wir sind gut 50 Mal zu Bränden ausgerückt, vor allem kleinere und mittlere“, sagt Wehrsprecher Thorsten Wiehe. Zu den Großfeuern gehörten der Brand eines Autotransporters auf der A 7, ein Dachstuhlbrand und der Brand in einer Schenefelder Tennishalle.

Ein Thema waren auch in 2017 die Fehlalarme, zumeist ausgelöst durch automatische Brandmeldeanlagen in Unternehmen und Seniorenheimen oder Rauchwarnmelder in privaten Wohnungen. Für Schön und Wiehe kein Grund, deren Sinnhaftigkeit in Frage zu stellen. „Sie sind alternativlos. Wir fahren lieber einmal mehr raus“, so Schön. Allerdings appelliert er an die Bürger, in der Nähe der Anlagen nicht zu rauchen. „Es kommt immer wieder vor, dass das der Grund für einen Fehlalarm ist, und dann müssen die Verursacher zahlen.“ Gleichzeitig mahnt er, eine etwa im Nachbarhaus ausgelöste Anlage nicht einfach zu ignorieren, sondern umgehend die Feuerwehr zu alarmieren, damit diese nach dem Rechten schaut.

Im Zuge ihrer Arbeit haben die Quickborner Feuerwehrleute 26 Menschen gerettet. In sechs Fällen kam jede Hilfe zu spät, und sie hatten die traurige Aufgabe, die Toten zu bergen. „Beide Zahlen liegen über denen, die wir sonst haben“, so Schön. Zwei Drittel der Alarmierungen gehen tagsüber ein, also in der Arbeitszeit der ehrenamtlichen Feuerwehrleute. Noch ist das für Schön kein Problem. „Wir haben konstant rund 110 aktive Mitglieder, und tagsüber stehen meistens etwa 30 Kräfte zur Verfügung. Das reicht noch aus, aber wir müssen das im Auge behalten“, sagt der Wehrführer.

Die Lösung eines möglichen Personalproblems könnte nach Ansicht Schöns darin bestehen, unter den Mitarbeitern der Stadt für eine aktive Mitgliedschaft in der Feuerwehr zu werben. „Wir haben schon Kameraden, die auf dem Bauhof arbeiten, und die sind natürlich jederzeit verfügbar.“ Die Zusammenarbeit mit Verwaltung und Politik bezeichnet Schön ohnehin als eng und gut. Beweis der Wertschätzung ist das Investitionsvolumen: Mehr als 1,3  Millionen Euro war Quickborn die Feuerwehr in 2017 wert. Der größte Teil des Geldes floss in die Beschaffung von zwei neuen Einsatzfahrzeugen für die Blauröcke.

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