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Quickborner Tageblatt

18. Oktober 2017 | 17:13 Uhr

Feuerwehr als Integrationshelfer

vom
Aus der Redaktion des Quickborner Tageblatts

ProjektMigranten lernten die Alarmierungskette, den Umgang mit einem Feuerlöscher und verschiedene Rettungsgeräte kennen

shz.de von
erstellt am 12.Okt.2017 | 16:41 Uhr

Die Quickborner Feuerwehr hat das Diakonische Werk in ihrem Bemühen um eine schnelle Integration von Flüchtlingen mit einem Brandschutz-Seminar unterstützt. 15 Migranten aus dem persisch-arabischen Sprachraum und zwei Betreuer haben während eines Lehrgangs in der Feuerwache das richtige Verhalten im Ernstfall trainiert. Anschließend zog Feuerwehrsprecher Thorsten Wiehe eine positive Bilanz. „Es wird nicht die letzte Veranstaltung dieser Art gewesen sein“, sagte er.

Ehrenamtskoordinatorin Mirija Mullikas war diejenige, die die Initiative ergriff. „Ich suche immer interessante neue Projekte, und dieses Thema bot sich an“, sagte sie. Die Bewohner einer städtischen Unterkunft müssten sich im Ernstfall selbst verteidigen können, wissen, unter welcher Telefonnummer sie Hilfe bekommen und welche Angaben die Mitarbeiter der Leitstellen benötigten, um die Rettungskräfte auf den Weg zu schicken.

Dabei hatte sie nach eigenen Angaben auch die Anschläge auf die Flüchtlingsheime in der Vergangenheit im Kopf. In Theorie und Praxis machten sich die überwiegend männlichen Teilnehmer vertraut mit der Kennzeichnung von Fluchtwegen, dem Umgang mit einem Feuerlöscher und lernten Verbotsschilder kennen. In der Fahrzeughalle übernahmen die Feuerwehrgerätewarte Daniel Hafemann und Tim Readwin die Unterweisung in das Rettungsgerät und gaben den Zuhörern außerdem die Möglichkeit, eine Fluchthaube aufzusetzen. Diese Schutzhaube wird verwendet, um Personen aus brennenden Gebäuden zu retten und sie dabei vor Rauchgasvergiftungen zu schützen. „So bekommt man gut ein Gefühl dafür, wie schwer die Arbeit mit dem Rettungsgerät sein kann“, sagte Wiehe. Er lobte den souveränen Umgang der Migranten unter anderem mit den Feuerlöschern und die engagierte Mitarbeit während des Seminars. „Zum Ende haben wir ihnen dann noch eine Fettexplosion vorgeführt, und es war deutlich zu sehen, wie sehr ihnen das imponiert hat“, so Wiehe.

Das besondere Seminar wurde von Mullikas unter anderem zusammen mit dem Feuerwehrmann Eric Asmuth erarbeitet. Grundlage war eine Power-Point-Präsentation des Landesfeuerwehrverbandes, „die für unsere Bedürfnisse umgearbeitet wurde“, so Wiehe. Geht es nach Mullikas, darf die Zusammenarbeit gern weitergehen. Sie sei beeindruckt, wie liebevoll und zugewandt die Kameraden das Seminar gestaltet haben. „Jetzt bin ich ein noch größerer Fan der Quickborner Feuerwehr“, sagte sie. Weil die Rückmeldung der Seminarteilnehmer offenkundig positiv war, möchte sie den eingeschlagenen Weg fortsetzen. „Ich könnte mir vorstellen, auch mal ein Seminar für Kinder aus Migrantenfamilien zu machen“, so Mullikas.

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