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Tausendfache Hilfsbereitschaft : Fast 1400 Menschen kommen zur Typisierungsaktion für Kim

vom
Aus der Redaktion des Quickborner Tageblatts

Typisierungsaktion Fast 1400 Personen lassen sich für die an Leukämie erkrankte Kim in die DKMS-Datenbank eintragen.

shz.de von
erstellt am 02.Mai.2016 | 12:15 Uhr

Henstedt-Ulzburg/Quickborn | Fast 1400 Freiwillige haben sich am Sonntag in Henstedt-Ulzburg von der Deutschen Knochenmarkspenderdatei (DKMS) typisieren lassen. „Wir sind froh über die große Unterstützung hier. Es ist erstaunlich, dass so viele helfen wollen“, sagte Nina Seeger, Schwester der an Leukämie erkrankten Kim Seeger. Die Quickbornerin benötigt dringend einen Spender. Deshalb wurde die Typisierungs-Aktion ins Leben gerufen. Gemeinsam mit ihrer Familie war auch Kim vor Ort und freute sich ebenso über den großen Andrang. „Es ist echt krass, dass so viele Leute gekommen sind. Ich bin echt dankbar dafür. Ich hoffe sehr, dass ich bald meinen Spender finde.“

Kim wird derzeit in Hamburg behandelt. Nachdem sie schon im Alter von elf Jahren an Knochenkrebs erkrankt war, wurde bei ihr nun mit 17Jahren zum zweiten Mal Krebs, diesmal Leukämie, diagnostiziert. Die Erkrankung hat den Alltag der Familie auf den Kopf gestellt. Alle hoffen darauf, dass Kim gerettet wird. Weltweit sind in der Spendendatei der DKMS zurzeit etwa 15 Millionen Menschen registriert, von denen etwa 4,8 Millionen aus Deutschland kommen. Die Typisierungs-Aktion kann also auch vielen anderen kranken Menschen helfen. Die Mitarbeiter der DKMS haben die Aktion gemeinsam mit der Freiwilligen Feuerwehr und anderen Helfern organisiert. Die Quickborner Wehr hatte einen Fahrservice zwischen den Orten organisiert.

Mit so einem große Andrang hatten die freiwilligen Helfer nicht gerechnet. Fast 1400 Menschen kamen gestern in die Feuerwache in Henstedt-Ulzburg, um sich an der Typisierungsaktion für die an Leukämieerkrankte Kim Seeger aus Quickborn zu beteiligen. Unter dem Titel „Kim möchte Leben“ verbreitete sich das tragische Schicksal der 17-Jährigen durch zahlreiche Plakate in der Innenstadt und einen Facebook-Aufruf in der Eulenstadt und dem Umland.

Nachdem Kim schon im Alter von elf Jahren an Knochenkrebs erkrankt war, wurde jetzt zum zweiten Mal Krebs diagnostiziert: Leukämie. Eine Heilung der Krankheit ist nur durch eine Knochenmarkspende möglich. Deshalb wurde die gestrige Typisierungsaktion ins Leben gerufen. Es ginge dabei nicht allein darum, einen Spender für Kim zu finden, sondern auch, die Deutsche Knochenmarkspenderdatei (DKMS) mit mehr Daten und damit mehr potenziellen Spendern zu versorgen.

Marcel Scheel (l.) und Andre Treder organisierten den Fahrservice.
Marcel Scheel (l.) und Andre Treder organisierten den Fahrservice. Foto: Schmidt
 

„Ich nehme teil, weil ich denke, dass es eine gute Aktion ist und ich gerne helfen möchte. Vor einer Operation, die Knochenmarkspender machen müssen, hätte ich keine Angst, ich wäre ja nicht die Erste bei der das gemacht werden würde“, sagt die 18-jährige Jule Westphalen aus Quickborn. „Ich habe auf Facebook von Kims Fall und der Aktion erfahren. Es betrifft nicht nur Kim sondern auch viele andere Menschen. Und so kann ich hoffentlich irgendjemanden helfen“, erklärt Ilka Wagner aus Henstedt-Ulzburg.

Aus organisatorischen Gründen wurden in der Feuerwache statt der üblichen Wattestäbchenprobe den Freiwilligen vier Milliliter Blut abgenommen. Dieser Bluttest sei weniger verunreinigt, besser zu planen und schneller zu prüfen. „Außerdem ist dies der eigentlichen Knochenmarkspende ähnlicher und wir können die Nadelphobiker schon im Voraus aussortieren“, erklärt Arne Gebhardt von der DKMS. Außer den neun Helfern der Freiwilligen Feuerwehr Henstedt-Ulzburg unterstützte auch die Quickborner Feuerwehr die Aktion: Marcel Scheel und sein Kollege Andre Treder organisierten mit zwei Mannschaftswagen der Feuerwehr einen Fahrservice. Zu jeder vollen Stunde brachten sie Teilnehmer aus Quickborn nach Henstedt-Ulzburg und zurück.

„Kim ist eine gute Freundin von mir, deswegen wollte ich unbedingt helfen. Da die Typisierung für Henstedt-Ulzburg organisiert wurde, dachten wir, das sei eine gute Möglichkeit, sich als Quickborner Feuerwehr auch einzubringen“, sagt Scheel. Die Freiwillige Feuerwehr Quickborn trug damit ihren Teil für die Rettung von Kim bei, indem sie viele Spender nach Henstedt-Ulzburg brachte.

Auch Kim war in Henstedt-Ulzburg anwesend. Der 17-Jährigen geht es derzeit so gut, dass sie zusammen mit ihrer Familie bei der Aktion erschien. Ihre Schwester Nina half dabei, die Einverständniserklärungen der Teilnehmer auszufüllen. „Es sind halt relativ viele Leute hier und wir können jeden Helfer gebrauchen. Ich habe mich deshalb bereit erklärt, mitzuhelfen“, erläutert die 15-Jährige. Auch Kim selbst ist überwältigt von der Hilfsbereitschaft: Sie sei erstaunt über die vielen hilfsbereiten Menschen und hofft, dass unter ihnen ihr Lebensretter ist. Wer die gestrige Aktion verpasst hat, kann sich auch online bei der DKMS registrieren. Dann werden Wattestäbchen zugeschickt, mit denen die DKMS die notwendigen Informationen des Spenders anhand des Speichels herausfinden kann.

Durch die Typisierung entstehen der Deutschen Knochenmarkspenderdatei (DKMS) pro Person Kosten in Höhe von 40 Euro. Die Krankenkassen übernehmen diese Auslagen nicht. Wer die Aktion unterstützen will, spendet an das Konto bei der Sparkasse Hamburg, IBAN: DE 9720050550 1217149242, BIC: HASPDEHHXXX
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