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Comenius-Schule in Quickborn : Farbiges Licht für besseres Lernen

vom
Aus der Redaktion des Quickborner Tageblatts

Räume mit Speziallampen ausgestattet: Dynamische Beleuchtung fördert Konzentration und wirkt Hyperaktivität entgegen.

shz.de von
erstellt am 10.Jan.2014 | 12:00 Uhr

Fast zwei Jahre hat es gedauert – jetzt kann Schulleiter Andreas Kelber stolz die Klassenräume präsentieren, die neben den Sanierungen auch mit dem sogenannten "dynamischen Licht" ausgestattet wurden. "Noch können wir nicht sagen, ob das Licht die Lernfähigkeit der Schüler tatsächlich verbessert. Das dauert auch noch", erklärte Kelber. Erst seit sechs Wochen werden die Kinder in den neuen Räumen unterrichtet.

In insgesamt vier Klassenräumen der fünften Klassen im Aula-Gebäude wurden die Lampen angebracht. Mit den vier verschiedenen Szenarien der Lichthelligkeit und Farbe soll die Konzentration, Leseleistung und Kreativität der Schüler postiv beeinflusst werden. Doch auch gegen Hyperaktivität soll das Licht seine Wirkung zeigen.

Zwischen konzentriertem Arbeiten bei einem Blauton, aktiviertem Licht mit Tageslicht, Beruhigung und Entspannung bei Rottönen und normaler Beleuchtung, die auch dimmbar ist, können sich die Lehrer nun entscheiden. "Die Lehrer sind dabei ganz flexibel und können selbst entscheiden, welches Licht gerade gut für die Schüler ist", sagte Roland Greule, Professor an der Hochschule für Angewandte Wissenschaften Hamburg und Leiter des Lichtlabors.

Eine Hamburger Studie besagt, dass die Leseleistung bei Schülern um 35 Prozent steigt, die Fehlerhäufigkeit um 45 Prozent sinkt und die motorische Unruhe um ganze 76 Prozent gemindert werden soll, erläuterte der Schulleiter. Dennoch sind Kelber und Greule realistisch: "Wir sind uns darüber bewusst, dass das dynamische Licht kein Allheilmittel ist und dass es nicht zur Abschaffung von ADHS führen wird. Wenn jedoch nur die Hälfte von den bereits durchgeführten Studien bei uns Erfolg zeigt, dann bin ich schon vollkommen zufrieden“, betonte Kelber. Er sieht es eher als ein Hilfsmodul.

Umsetzung nur mit Sponsoren möglich

Unterstützung für die Realisierung des Projekts bekam die Schule von dem Rotary Club Quickborn, dem Lions Club Henstedt-Ulzburg sowie von einer Elterninitiative der Comenius-Schule. "Zwei Räume sponserte der Lions Club und die anderen beiden waren bei jeweils einem Raum beteiligt", erklärte Kelber. Der Lions Club Quickborn hatte eine Unterstützung abgelehnt. "Doch die Begründung war nachvollziehbar", so Kelber. Insgesamt belaufen sich die Kosten auf 2300 Euro pro Klassenraum.

Rein äußerlich betrachtet, sieht die neue Beleuchtung aus wie herkömmliche Lampen. Doch alleine die vier Stufen sind etwas Besonderes. Die Bedienung erfolgt über einen Schlüssel. Nur wenn dieser vorhanden ist, können die verschiedenen Stufen eingestellt werden. "Ohne Schlüssel können die Schüler nur das normale Tageslicht anmachen", so Greule. Die Wirkung möchte der Schulleiter erst abwarten. Jedoch weiß er jetzt schon, dass eine Realisierung dieser Technik in den restlichen Räumen zu teuer wäre.

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