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Quickborn/Ellerau : „Fahrbahn top, Radweg flop“

vom
Aus der Redaktion des Quickborner Tageblatts

Sanierung der Landesstraße 76: Quickborner CDU-Fraktion kritisiert die Verwendung von Sand und fordert Nachbesserung.

von
erstellt am 29.Aug.2014 | 12:00 Uhr

Quickborn/Ellerau | Seit ein paar Tagen ist die Landesstraße 76 (L76) von Quickborn bis nach Ellerau wieder befahrbar. 1,5 Millionen Euro hat das Land Schleswig-Holstein in die Sanierung gesteckt. Doch die Kritik lässt nicht lange auf sich warten: „Fahrbahn top, Radweg flop“, sagt Wolfgang Kluge von der Quickborner CDU-Fraktion. Er moniert, dass für die Erneuerung des Radwegs an manchen Stellen kieshaltiger Sand verwendet worden ist. Der Radweg ist auf einer Strecke von etwa 800 Metern Länge mit dem umstrittenen Sand- und Kiesgemisch versehen.

Ein Schildbürgerstreich“, so Kluge, denn wie soll der Winterdienst ihn schnee- und eisfrei bekommen? Auch die Stadt Quickborn hat bereits eine Anfrage gestellt, weil das Material nicht witterungsfest sei.

„Die Fläche wird im Winter erst spiegelglatt, dann wird das Eis auf dem Weg auftauen und das Tauwasser wieder gefrieren. Dann bilden sich gefährliche Rillen“, befürchtet Kluge. Und bei heftigen Regenschauern könnte der Sand sogar weggespült werden. Die Forderung der CDU-Fraktion: „Hier muss nachgebessert und der alte Zustand wieder hergestellt werden.“ Mit anderen Worten: Statt Sand soll die Fläche wieder mit Asphalt versehen werden – so wie es vorher auch war.

Torsten Conradt, Direktor beim Landesbetrieb Straßenbau und Verkehr Schleswig-Holstein, weiß von dem Problem, aber er verteidigt den neuen Sandradweg: „Wir haben uns bewusst dafür entschieden, weil es an der Strecke Bäume gibt und es zu Wurzelaufbrüchen kommen kann“, sagte er. Die Wurzeln hatten den alten Asphalt bereits beschädigt.

Als Alternative hätte man jetzt die Bäume beseitigen müssen. Man habe sich jedoch dagegen entschieden. „Das Grandmaterial kann die Meisterei problemlos glattziehen“, sagt er. Man habe auch keine negativen Erfahrungen beim Winterdienst gemacht. Eine ähnliche Strecke gebe es beispielsweise an der B206 in Itzehoe.

Holger Fehrmann von der CDU-Fraktion will es genau wissen. Auch er kommt zum Ortstermin Einmündung Mühlenberg. Mit seinem Drahtesel. Fehrmann schwingt sich aufs Rad, fährt los und muss an der Einmündung Mühlenberg abbremsen. Dort ist nämlich ein Absatz von etwa sechs Zentimeter Höhe – die Ebenen sind nicht angepasst worden.

Diese Kanten bilden eine Sturzgefahr für Radfahrer. „Nimmt man die Kante falsch, liegt man flach“, sagt Fehrmann. Er gibt zu bedenken, dass es sich bei dem Radweg auch um einen stark befahrenen Schulweg handelt.

Aber auch ältere Menschen benutzen den Weg. Wie Christa Leibs aus Quickborn. Auch sie stören die Absätze. „Das muss angeglichen werden“, fordert sie.

„Es macht keinen Sinn, einen Radweg zu bauen, den man nicht benutzen kann“, sagt CDU-Sprecher Bernd Weiher. Radfahrer dürften nicht auf die Straße ausweichen, betont er und zeigt auf ein Schild, das darauf hinweist, den Radweg laut Straßenverkehrsordnung zu benutzen.

Zu der Problematik mit den Kanten nimmt Christoph Köster vom Landesbetrieb Stellung. „Die Abnahme der L 76 ist noch nicht erfolgt. Im Rahmen der Abnahme werden die noch offenen Mängelbeseitigungen und Restarbeiten festgestellt. Das beauftragte Bauunternehmen muss diese dann noch ausführen. Das mit der Überwachung der Arbeiten beauftragte Ingenieurbüro habe ich verständigt, es wird sich um die Beseitigung der Absätze kümmern“, sagt er.

14.000 bis 16.000 Fahrzeuge fahren täglich auf der Landesstraße 76. Das fordert seinen Tribut. Deswegen wurde das 1,9 Kilometer lange Teilstück zwischen Quickborn und Ellerau während der Sommerferien saniert. Die Investitionssumme beträgt 1,5 Millionen Euro – das Geld stammt aus einem Sondervermögen des Landes.
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