Fachkräfteoffensive: Hasloh will sich am Bundesprogramm beteiligen

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03. Mai 2019, 16:00 Uhr

Hasloh | Der Fachkräftemangel bei den Erziehern macht sich deutschlandweit bemerkbar. So auch in der Gemeinde Hasloh. Kita-Leiterin Michaela Werner hatte das Thema während der Sitzung im Februar mit beängstigenden Zahlen und Daten veranschaulicht. Jetzt sieht die Gemeinde in dem neu aufgelegten Bundesprogramm „Fachkräfteoffensive Erzieherinnen/Erzieher“ eine Chance, die Notlage in den Kita-Einrichtungen in Hasloh zu überwinden. Ziel der Initiative ist es, mehr Fachkräfte zu gewinnen und im Beruf zu halten. Von 2019 bis 2022 sollen den Ländern etwa 300 Millionen Euro zur Verfügung gestellt werden.

Für die Gemeinde Hasloh ein entscheidender Wendepunkt. Denn die Personalsituation in der evangelischen Kindertagesstätte ist weiterhin angespannt. Das teilte Sozialausschussvorsitzender Kay Löhr (FDP, Foto links) während der jüngsten Sitzung mit. „Die Situation hat sich gar nicht entspannt, und wie mir Frau Werner mitgeteilt hat, kann sie lediglich von Tag zu Tag planen“, berichtete Löhr. Werner selbst müsse regelmäßig in der Betreuung für die Kinder einspringen. Gleiches gelte für den Robinson-Kindergarten der Gemeinde. „Eine Teilschließung hat bereits stattgefunden“, sagte der Ausschussvorsitzende.

Jens Schwarzer (SPD, Foto) sagte, dass er das Programm zwar begrüßen würde, jedoch das Problem nicht langfristig damit gelöst werde. „Man bildet drei Jahre jemanden aus, und danach geht er einfach. Das ist doch ein Abwälzen eines Problems auf die Kommunen“ sagte Schwarzer. Ihm fehle es an Sicherheit.

Löhr verstand den Punkt, sah jedoch ein Problem darin, die Fachkräfte vertraglich an die Einrichtung zu binden. „Das ist ein schwieriges Rechtskonstrukt“, erläuterte er. Er glaube jedoch, dass die Betreuung der Kinder und der Umgang im Team ausreichen würden, um die Leute zu binden. Dem pflichtete auch Katja Langefeld (PfH) bei: „Wir sollten diesen Schritt gehen. Wir brauchen die Betreuung, und wenn das Programm entlasten kann, ist es wichtig, diesen Schritt zu gehen“, sagte sie. Finanzausschussvorsitzender Henning Jacob (SPD) sprach die Kosten für die Ausbildung an. „Zwei Drittel wird über Fördergelder bezahlt. Ein Drittel zahlt die Gemeinde. Das wäre es mir wert. Wir haben hier ein eklatantes Problem“, betonte er.

Die Ausschussmitglieder sprachen sich einhellig für eine Empfehlung an die Gemeindevertretung aus. Demnach soll eine schriftliche Vereinbarung mit den Trägern getroffen werden. Außerdem soll bis zur nächsten Sitzung des Gemeinderats der Umfang der Förderung geklärt werden. Die nächste Sitzung des Gremiums ist für Mittwoch, 22. Mai, ab 19.30 Uhr, geplant.

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