Ellerau : Ex-Bürgermeister Thormählen ab Montag vor dem Kadi

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Amtsgericht Norderstedt: Prozess gegendas ehemalige Dorfoberhaupt beginnt am 10. März. Zunächst sind drei Verhandlungstage anberaumt

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07. März 2014, 16:22 Uhr

„Kommen Sie rechtzeitig, damit sie noch einen Platz kriegen“, rät Rebekka Kleine, Sprecherin des Landgerichts Kiel. Sie rechnet mit viel Publikum bei dem Prozess gegen Torsten Thormählen (50, Foto), der am Montag, 10. März, ab 9 Uhr vor dem Amtsgericht in Norderstedt beginnt. Bereits am ersten Tag werden laut Angaben von Kleine sechs Zeugen aussagen. Weitere elf sollen an den beiden weiteren Prozesstagen befragt werden.

Thormählen wird vorgeworfen, seine Nebentätigkeit als Vorstand der Kommunalbetriebe Ellerau seinen Dienstherren nicht vollumfänglich angezeigt zu haben, um dadurch der Abführungspflicht für die erhaltenen Gelder zu entgehen – so steht es in der Anklageschrift. Dadurch solle der Angeklagte bei der Stadt Norderstedt sowie bei der Gemeinde Henstedt-Ulzburg einen Schaden in erheblicher Höhe verursacht haben. Die Summe beläuft sich auf 69 800 Euro. Zudem werde ihm vorgeworfen, Beschäftigte der Kommunalbetriebe Ellerau nicht bei dem zuständigen Sozialversicherungsträger angezeigt und dadurch Arbeitnehmer- und Arbeitgeberanteile vorenthalten zu haben.

In Norderstedt war Thormählen als Zweiter Stadtrat tätig, in Henstedt-Ulzburg übernahm er im Juni 2010 den Posten als Verwaltungschef. Am 22. September vergangenen Jahres wurde er von der Bevölkerung aufgrund der Ermittlungen gegen ihn als Bürgermeister abgewählt.

Das Amtsgericht hatte im vergangenen Jahr zehn Monate Haft auf Bewährung und eine Geldstrafe von 10 000 Euro angeordnet. Der in Ellerau lebende Thormählen, wo er von 1998 bis 2007 auch Bürgermeister war, legte durch seinen Anwalt Einspruch ein. Deswegen kommt es jetzt zur Verhandlung vor dem Amtsgericht.

Über seinen Rechtsanwalt, Michael Gubitz, lässt Thormählen erneut seine Unschuld bekunden: „Die maßgeblichen Personen kannten die tatsächlichen Verhältnisse. Herr Thormählen hat niemanden getäuscht, also auch keinen Betrug begangen. Der behauptete Schaden, der den Städten Norderstedt und Henstedt-Ulzburg entstanden sein soll, liege darin, dass diese Kommunen nicht das Einkommen abschöpfen konnten, das Herr Thormählen durch seine Arbeit für die Kommunalbetriebe Ellerau erzielt hat“, heißt es in einer Pressemitteilung des Anwalts.

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