Ratssitzung in Quickborn : Es geht um 500.000 Euro

Anschauungsbeispiel im Dietrich-Bonhoeffer-Gymnasium: Projektleiter Ralf Gercken und Fachbereichsleiter Burkhard Arndt stehen unter einer der Abkofferungen, die sich auch für das Schulzentrum Süd in der Planung befinden.
Anschauungsbeispiel im Dietrich-Bonhoeffer-Gymnasium: Projektleiter Ralf Gercken und Fachbereichsleiter Burkhard Arndt stehen unter einer der Abkofferungen, die sich auch für das Schulzentrum Süd in der Planung befinden.

In einer Sondersitzung soll die Ratsversammlung heute zwischen zwei Lüftungsvarianten für das Schulzentrum Süd entscheiden.

shz.de von
27. Juli 2015, 13:00 Uhr

Quickborn | Knapp 800.000 Euro oder knapp 1,3 Millionen Euro – über diese Summen haben die Quickborner Ratsmitglieder heute Abend abzustimmen. In ihrer außerplanmäßigen Sitzung ab 19 Uhr in der Mensa der Comenius-Schule, Am Freibad 3  -  11, müssen sie darüber befinden, welche Be- und Entlüftungsvariante im Zuge der Sanierung des Schulzentrums Süd umgesetzt werden soll.

Die Entscheidung sollte bereits vor knapp zwei Wochen fallen. Doch die unterschiedlichen Beschlüsse der Ausschüsse für Bildung, Kultur und Freizeit sowie für kommunale Dienstleistungen bescheren den Kommunalpolitikern nun eine Unterbrechung ihrer Sommerpause. Denn die Zeit drängt.

„Wir brauchen eine Entscheidung, denn diese Maßnahme hat eine Schlüsselposition“, erklärt der städtische Projektleiter Ralf Gercken. Die nächste planmäßige Ratsversammlung – anberaumt für den 21. September – komme dafür zu spät. „Dann würde sich die Maßnahme um zwei Monate verzögern“, sagt Gercken. Fällt heute Abend kein Beschluss, bestehe noch die Möglichkeit, dass Bürgermeister Thomas Köppl (CDU) eine Eilentscheidung trifft.

Bereits im Februar wurde die ursprüngliche Planung für die Lüftung im Elsensee-Gymnasium und dem Gebäude der ehemaligen Realschule Heidkamp vorgestellt, deren Umsetzung Kosten in Höhe von 793.100 Euro verursachen würde. Allerdings regte sich Kritik, der Umfang der sogenannten Abkofferungen, der Verkleidung der Lüftungsrohre, nehme bei dieser Variante zu viel Raum ein.

Mehrkosten durch ein Technikgeschoss

Das zuständige Planungsbüro entwickelte in der Folge einen neuen Entwurf. Er sieht vor, dass die Abkofferungen in den Erdgeschossen nicht mehr auf 2,80 Meter tief in die Räume hereinragen, sondern nur noch 1,50 Meter. In den Obergeschoss-Räumen würde demnach nur noch ein Lüftungskanal statt zwei verlaufen. „Bei der Ursprungsvariante liegt der Anteil der Lüftungsrohre doppelt so hoch wie bei der neuen“, bestätigt Gercken.

Die Mehrkosten von etwa 500.000 Euro bei Variante zwei entstehen aber vor allem durch ein Technikgeschoss, das laut Entwurf einen Teil der Lüftungsanlagen und -kanäle aufnimmt und so zur Reduzierung der Verkleidungen in den Klassenräumen beiträgt. Angesiedelt wäre dieses Geschoss in der Mitte der beiden Dachschrägen, über die die Schulen verfügen – und die den Einfall von Tageslicht zulassen. „Das würde dann wegfallen“, sagt Gercken. „Um dies zu kompensieren, sieht die neue Variante den Einbau von Dachfenstern vor.“ Kostenpunkt: zirka 300.000 Euro. „Das ist eine politische Frage“, so Gercken.

Das Thema Tageslicht in den zu sanierenden Schulen ist ohnehin ein sensibles. Zuletzt bewilligten die beiden Ausschüsse 137.000 Euro für den Einbau von Glasseiten neben den Innentüren, durch die sich der Anteil von Tageslicht in den Fluren erhöhen soll. Ob dies den künftigen Nutzern der dann sanierten Schulen allerdings reichen wird, ist fraglich. Während der Ausschusssitzung appellierten sowohl Michael Bülck, Rektor des Elsensee-Gymnasiums, als auch Silke Binger, Leiterin der Goethe-Schule, an die Politiker, dem neuen Entwurf zuzustimmen. Doch daraus wurde nichts – Entscheidung vertagt. Nach heute Abend allerdings sollten beide wissen, woran sie sind.

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