Jubiläum : Erfolgsgeschichte Ferienzirkus

Wünschen den Kindern weitere spannende Jahre mit ihrem Zirkus Quickbornia: Betreuer Emin (von links), Kathrin Trappberger, Birgit Hesse (beide Stadtjugendpflege) und Betreuer Pasqual.
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Wünschen den Kindern weitere spannende Jahre mit ihrem Zirkus Quickbornia: Betreuer Emin (von links), Kathrin Trappberger, Birgit Hesse (beide Stadtjugendpflege) und Betreuer Pasqual.

Seit 25 Jahren organisiert die Stadtjugendpflege den Zirkus Quickbornia / Das Ziel: Teamgeist und Talente der Kinder fördern

shz.de von
28. Juli 2018, 16:00 Uhr

Es läuft und läuft – das Ferienprojekt Zirkus Quickbornia. Schon seit 25 Jahren sind Kinder ganz heiß auf den tollen Mitmachzirkus der Stadt, der ihnen in den Sommerferien einen Auftritt in der Manege ermöglicht. Dass die Begeisterung für den Zirkus trotz des gesellschaftlichen Wandels anhält, lässt die Fachbereichsleiterin Birgit Hesse und ihre Kollegin Kathrin Trappberger mit Stolz zurückblicken. Im Gespräch mit unserer Zeitung erinnerten sie sich an die Anfänge des Erfolgsmodells anlässlich des 25-jährigen Jubiläums im Haus der Jugend. Daran nahmen auch die ehrenamtlichen Betreuer Emin (25) und Pasqual (21) teil.

Als Hesse 1992 als Stadtjugendpflegerin im Rathaus anfing, hatte sie eine neue Projekt-Idee: „Es sollte kein traditionelles Zirkus-Angebot, sondern ein Mitmachzirkus für Kinder sein, damit sie selbst eine Rolle ausprobieren können. Mit unsere Unterstützung werden sie für einen Auftritt in der Manege fit gemacht. Damals kannte ich zwei junge Profi-Clowns, Heiner und Paulus, die mich unterstützten. Eine geeignete Zirkus-Wiese hatten wir sogar neben dem Haus der Jugend, wo später das Vereinheim des TuS errichtet wurde.“

Zum ersten Ferienprojekt im Sommer 1993 hatte der Quickborner Kinderzirkus weder einen Namen noch ein attraktives Zelt. „Wir haben improvisieren müssen“, erinnert sich die Gründerin. „Unser Zelt bestand aus einem echten Fallschirm, den wir mit Bambusstöcken ausbreiteten und stützten. Für das Publikum hatten wir Strohballen organisiert, die im Halbkreis angeordnet wurden.“

Schon in der zweiten Zirkuswoche machten die Kinder Namensvorschläge. „Der Zirkus war eine schnelle Geburt, deshalb fanden alle das Quickbornia gut.“ Bis 1999 fanden die Vorstellungen auf der Wiese statt. Durch ein starkes Gewitter sei man aber gezwungen gewesen, mit Sack und Pack in die Sporthalle zu türmen. Sie blieb fortan der Veranstaltungsort. Zu der Zeit waren schon zuverlässige Betreuer herangewachsen, die das Team der Stadtjugendpflege und den neu engagierten Clown Mücke tatkräftig unterstützten.

2005 begann eine neue Ära für die Organisatoren: „Birgit, den Zirkus schaffen wir allein. Wir wissen, wie es geht und haben genug Unterstützer.“ Trappberger stieß vor ungefähr zehn Jahren zum Team. Rückblickend sagte sie zu dem Ferienprojekt: „Für mich war das neu, wie Kinder für ihren Auftritt üben und die Begeisterung erleben, wenn alles klappt. Das ist auch heute noch so.“

Trainiert wurde jeweils eine Woche lang, am frühen Freitagabend hieß es dann: „Manege frei!“ Die hoch motivierten Akteure hatten sich in Akrobaten, Seiltänzer, Einradkünstler, Clowns oder Zauberer verwandelt, um ihre Geschwister, Eltern oder Großeltern zu begeistern. Heute finden die Vorstellungen schon am Donnerstag statt. Der Freitag sei für eine „Manöver-Rückschau“ mit einem gemeinsamen Abschiedsessen vorgesehen, erklärt Hesse die Änderung.

Auf die Frage, ob es in all den Jahren auch „brenzlige Situationen“ gegeben habe, sagte sie: „Ja, wir hatten sogar einen Feuerspucker im Programm, aber das machen wir nicht mehr. Zum Glück ist nichts Schlimmes passiert. Auch den Sprung durch den Feuerreifen haben wir aus Sicherheitsgründen abgesetzt. Diese Attraktion wurde durch die spannende Fakir-Nummer ersetzt.“

„Viel Übung und Konzentration verlangt auch die Pyramiden-Nummer, denn sie ist nicht so einfach, wie es fürs Publikum aussieht“, ergänzt Emin, der auch die Zirkus-Musik mit den Kindern auswählt. „Wir bringen den Artisten beim Training die richtige Körperspannung bei, damit sie der Belastung standhalten können.“ Pasqual ist begeistert von seinen Kugel-Läufer. „Einige sind so talentiert, dass sie schon am ersten Tag durch die Halle fahren. Kinder lernen sehr schnell, wenn sie motiviert sind. Selbstverständlich werden sie immer von uns Betreuern begleitet.“

Entschieden wird alles gemeinsam. Aber bei den Clowns ist es anders, da bestimmen die Kinder. Manche Nummern sind Wiederholungen, andere haben die Teilnehmer irgendwo aufgeschnappt und wollen sie nachspielen, sagt Hesse. So wie bei den jüngsten beiden Zirkusprojekten zu Beginn dieser Sommerferien.

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