Haus in Gefahr? : Erdreich in Quickborn sackt um 50 Zentimeter ab

Einer der Außenwände des Bungalows wurde nach dem Einsturz am Samstag abgestützt.
Einer der Außenwände des Bungalows wurde nach dem Einsturz am Samstag abgestützt.

Bewohner muss Neutra-Bungalow aus den 1960er Jahren in Quickborn verlassen.

shz.de von
03. September 2018, 17:30 Uhr

Quickborn | Es ist wieder passiert. Die Befürchtungen von Fachleuten haben sich bestätigt: Am Samstag ist auf einem Grundstück an der Quickborner Marienhöhe das Erdreich auf einer Fläche von etwa acht mal zehn Metern um 50 Zentimeter eingesackt. Es ist der zweite Vorfall dieser Art an der Straße seit 2010. Der Bewohner des Hauses musste das Gebäude verlassen. Nach Angaben des Technischen Hilfswerks (THW) Barmstedt ist derzeit noch unklar, inwieweit das Haus, das zu den sogenannten Neutra-Bauten zählt, in Mitleidenschaft gezogen wurde. Der Stararchitekt Richard Neutra hatte die Bungalow-Siedlung in 1960er Jahren entworfen.

Es war wohl selbst für Quickborns Wehrführer Wido Schön eine ungewöhnliche Alarmierung, als Mitarbeiter der Rettungsleitstelle am frühen Samstagmorgen bei ihm anriefen und ihn um Hilfe baten. „Ich bin dann gegen 8 Uhr zunächst allein in die Marienhöhe gefahren und habe mir den Schaden angesehen“, sagte er. Demnach liegt die abgesackte Fläche komplett unter dem Rasen, der an das betroffene Haus angrenzt. Wehrführer Schön zog nach eigenen Angaben die Baufachberater des THW Barmstedt hinzu, unter diesen war ein Geologe und ein Erdbauingenieur. Gemeinsam veranlassten sie, dass die betroffene Außenwand des Bungalows durch Angehörige der Quickborner Wehr provisorisch abgestützt wurde.

Noch ist nicht klar, was die Ursache für die Absackung ist, der Vorfall weckt allerdings unangenehme Erinnerungen. Bereits im Sommer 2010 war der Boden auf dem Spielplatz vor zwei Mehrfamilienhäusern in der Marienhöhe um 80 Zentimeter eingebrochen. Geologen machten damals den Salzstock, auf dessen Dach die Stadt Quickborn liegt und das bis nach Hamburg-Schnelsen reicht, als Ursache aus. Die Gesteinsschicht zwischen Erdreich und Salzstock ist wasserlöslich. Kommt es zu Auswaschungen, kann das Erdreich absacken. Die Stadt lässt seitdem in kurzen Abständen immer wieder geologische Messungen durchführen.

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