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Ellerau : „Entschuldige mich für mein Verhalten“

vom
Aus der Redaktion des Quickborner Tageblatts

Joachim Dose ist als Chef des Vereins „Wir für Ellerau“ wiedergewählt worden, obwohl er eine Spende zu Hause gebunkert hatte.

Es war ein großer Abend für Joachim Dose. Während der Jahreshauptversammmlung am Mittwoch in Kramers Gasthof wurde der Vorstand des Vereins „Wir für Ellerau" nicht nur von den Mitgliedern entlastet, sondern Dose wurde wieder zum Vorsitzenden gewählt. Das mit 24 Ja-Stimmen, drei Nein-Stimmen und zwei Enthaltungen. Bianca Jessen bleibt seine Stellvertreterin. Außerdem bleibt der 114 Mitglieder starke Verein weiter gemeinnützig.

Dabei sah es zu Beginn der Sitzung zunächst so aus, als hätte Doses letztes Stündlein als Vereinschef geschlagen. Obwohl es hinsichtlich der Kasse des Vereins nichts zu beanstanden gab, geprüft wurden die Jahre 2010 bis Juni 2013, gaben die Kassenprüfer die Empfehlung, den Vorstand nicht zu entlasten. Das Vertrauen in die Geschäftsführung habe Schaden genommen.

Immer noch steht der Vorfall über die 5000-Euro-Barspende der Quickbornerin Rita Tensfeld im Raum. Für die Spende wurde zwar 2011 eine Bescheinigung ausgestellt, die Summe wurde aber erst 2013 auf das Vereinskonto von „Wir für Ellerau“ eingezahlt. Dose hatte das Geld so lange bei sich zu Hause gebunkert (diese Zeitung berichtete). Deswegen wurde im Juni vergangenen Jahres auch eine außerordentliche Kassenprüfung von den Mitgliedern beschlossen.

„Ich entschuldige mich bei allen für mein Verhalten und dafür, dass ich das Geld zu spät eingezahlt habe“, sagte Dose. So einfach wollten einige der Mitglieder den Ellerauer, der erst jüngst einstimmig zum Zweiten Vorsitzenden der Wählergemeinschaft AE gewählt worden ist, nicht davonkommen lassen.

„Die Entschuldigung hätte viel früher kommen müssen“, sagte Horst-Dieter Lehmann. Er wurde im Juni zum zusätzlichen Kassenprüfer gewählt. Bis zum heutigen Tage habe Dose nicht aufgeklärt, wie es zu der verspäteten Einzahlung gekommen sei. „Er weiß, was gelaufen ist. Er wird es nicht sagen“, sagte Lehmann. Vereinsmitglied Hans Bihl wurde deutlicher: Er sprach von einem „Versuch der Unterschlagung“. Tensfeld hatte sich damals bei Bihl erkundigt, ob er wisse, was aus ihrem Spendengeld geworden sei. So kam der Stein ins Rollen. „Dass dem Verein kein finanzieller Schaden entstanden ist, hat man mir zu verdanken“, sagte Bihl am Mittwochabend. Dafür erntete er indes höhnisches Gelächter.

„Den Schuh ziehe ich mir nicht an“, richtete Dose das Wort an Bihl. „In den 13 bis 14 Jahren habe ich eher Geld mitgebracht, als Geld unterschlagen“, betonte er.

Unterstützung bekam er von Rolf Kalmbacher: „Ich beschuldige niemanden, wenn ich keine Beweise habe“, sagte er. Kasse und Vorsitz sollten jedoch getrennt sein. Dose kündigte an, eine andere Ordnung für das Kassensystem einzuführen.

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erstellt am 31.Jan.2014 | 16:00 Uhr

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