Karate : Eltern auf die Matte geschickt

Ascol Pollok, Helmut Thätz und Michael Koch beim Oi-Zuki, einem gleichseitigen Fauststoß aus der Bewegung.
Ascol Pollok, Helmut Thätz und Michael Koch beim Oi-Zuki, einem gleichseitigen Fauststoß aus der Bewegung.

Karatesparte vom TuS Hasloh bietet als Dankeschön für Unterstützung ein Probetraining für Mütter und Väter an

shz.de von
07. Juni 2018, 16:00 Uhr

Im Shotokan-Dojo vom Turn- und Sportverein (TuS) Hasloh standen zur eigentlichen Trainingszeit einmal nicht die üblichen Nachwuchs-Karatekas auf der Matte, sondern deren Eltern. Die Einführungseinheit in den Kampfsport durch Trainer Helmut Thätz, Träger des fünften Dan, sollte ein etwas anderes Dankeschön sein.

Die Karatesparte unter der Leitung von Marina Tietze hatte im April ein Nachwuchsturnier mit 87 Startern aus elf Vereinen organisiert (unsere Zeitung berichtete). „Wir hatten beim Turnier so viel Hilfe und Unterstützung, insbesondere von den Eltern der Kinder, die bei uns trainieren. Da wollten wir uns einfach bedanken“, sagte Tietze. Mit der Probeübung verfolgten die Trainer einen weiteren Zweck: „Durch eine solche Trainingseinheit wollten wir den Eltern einen kleinen Einblick in den Karatesport geben“, ergänzte Thätz.


Tempo und der richtige Augenblick wichtig

Der internationale Bundeskampfrichter erläuterte den Eltern, wie man sich auch als körperlich Unterlegener erfolgreich zur Wehr setzen kann. Dabei komme es nicht nur auf die Kraft, sondern auf das richtige Tempo, den perfekten Augenblick an, um dann sogar die Kraft des anderen auszunutzen.

Der Karatesport ist nach Aussage von Thätz äußerst facettenreich. Es gebe Studien, die besagten, dass Kampfsportarten wie Karate der Sturz-Prophylaxe zu Gute kämen. Gerade bei älteren Menschen lassen Gleichgewichtssinn und Koordination langsam nach. Das sind laut Thätz aber gerade Fähigkeiten, die beim Karate trainiert werden und im Falle eines kontinuierlichen Trainings dazu führten, dass Stürze unwahrscheinlich werden.

Außer der technischen und körperlichen Seite gebe es auch eine geistige, so Thätz weiter. „Man lernt, sich auf sich selbst zu konzentrieren und auch Stress abzubauen“, sagte der Trainer. Schließlich gehe es um Respekt und Vertrauen. Die karatetypische Verbeugung sei dabei nicht nur eine Begrüßungszeremonie, erläuterte Thätz den Eltern.

„Ich fand die Idee mit dem Elterntraining für den Helfereinsatz total klasse. Wir hatten viel Spaß und haben in der kurzen Zeit eine Menge gelernt. Nicht nur über das übliche Training der Kinder, sondern auch etwas Selbstverteidigung“, sagte Ascol Pollok. Sie sei beeindruckt, was die Kinder so leisten, da sie die Techniken als gar nicht so einfach empfand. Beispielsweise die richtige Haltung, wie die Füße zu stehen haben. „Ich würde mich über eine Wiederholung mit hoffentlich mehr Beteiligung freuen.

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