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Wahl am 7. Mai 2017 : Ellerau will hauptamtlichen Bürgermeister

vom
Aus der Redaktion des Quickborner Tageblatts

Gemeinderat fasst Grundsatzbeschluss gegen Stimmen von SPD und CDU. Bürgerverein stellt mit Regina Stöver erste Kandidatin vor.

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erstellt am 05.Mär.2016 | 15:00 Uhr

Ellerau | Ihren ersten hauptamtlichen Bürgermeister sollen die Ellerauer bei der Landtagswahl am 7. Mai 2017 bestimmen. Dieses Ziel strebt die Gemeindevertretung an.

„Es besteht die Gefahr, dass niemand gefunden wird, der das Amt noch ehrenamtlich führen will“, sagte der stellvertretende Bürgermeister Joachim Wehner vom Bürgerverein Ellerau (BVE). Er hatte daher während der Gemeindevertretersitzung am Donnerstag den Antrag gestellt, dass der Rat seine Leitung künftig in hauptamtliche Hände legen soll. Das Gremium unterstützte diesen Vorschlag mit 15 zu sechs Stimmen bei zwei Enthaltungen. Dafür sprachen sich die Vertreter des BVE, des Bürgerforums, des Vereins Aktives Ellerau sowie die fraktionslosen Politiker Hans Bihl und Karl Maria Kwoll aus. Die CDU und die meisten SPD-Vertreter stimmten dagegen. Zwei Genossen enthielten sich.

Regina Stöver, Mitglied des Bürgervereins Ellerau, will sich für die Wahl aufstellen lassen.
Regina Stöver, Mitglied des Bürgervereins Ellerau, will sich für die Wahl aufstellen lassen. Foto: Frank

Mit Regina Stöver präsentierte der BVE auch gleich die erste Kandidatin für das Amt. Die Gemeindevertreterin sei qualifiziert, führte BVE-Mitglied Heiner Hahn aus. Sie arbeitet im Fachbereich Liegenschaften der Stadt Quickborn. Eckart Urban (SDP) hat die Gemeinde bisher mit Unterbrechung 15 Jahre lang ehrenamtlich geführt. Wenn seine Wahlperiode im Frühjahr 2018 endet, wird er 78 Jahre alt sein. Wehner betonte: „Dieser Schritt ist nicht gegen den ehrenamtlichen Bürgermeister gerichtet.“ Urban arbeite bereits wie ein Hauptamtler.

Doch die Aufgaben nähmen zu. Die Gemeinde umfasse bereits mehr als 6000 Einwohner, Tendenz steigend. Der Zuzug geflüchteter Menschen bringe weitere organisatorische Herausforderungen mit sich. „Aus unserer Sicht wird der Handlungsdruck größer“, so Wehner. Nicht zuletzt besitze der ehrenamtliche Bürgermeister keine Weisungsbefugnis für die Mitarbeiter des Bürgerbüros. Sie unterstehen der Stadt Norderstedt, die das Dorf verwaltet.

Mit der Hauptamtlichkeit kommen zusätzliche Ausgaben auf die Gemeinde zu: Ein Bürgermeister im mittleren Alter werde sie jährlich 105.000 Euro kosten, zitierte Heiner Hahn aus Voruntersuchungen. Der Amtsinhaber betonte: „Wir müssen wissen, wie wir das finanzieren.“

Eckart Urban hat die Gemeinde bisher 15 Jahre lang ehrenamtlich geführt.
Eckart Urban hat die Gemeinde bisher 15 Jahre lang ehrenamtlich geführt. Foto: Frank
 

Hermann Fohrmann (SPD) beklagte, dass die Kosten nicht im Antrag stünden. „Wir sollten die Zahlen aufarbeiten, dann wissen wir, worüber wir entscheiden“, sagte er. Doch den Antrag von Heiko Evermann vom Verein Aktives Ellerau (AE), die Beratung in den Koordinierungs- und Finanzausschuss (KoFa) zu verweisen, lehnte eine Mehrheit von 14 Gemeindevertretern ab. Heiner Hahn führte aus: „Wir haben im KoFa alle Aspekte diskutiert. Wir brauchen eine Entscheidung, um dann mit Norderstedt über Strukturmaßnahmen zu sprechen.“ Denn die Zusammenarbeit mit der Stadt ändere sich allein durch den Schritt in die Hauptamtlichkeit nicht.

Ob der Wechsel tatsächlich vollzogen wird, ist aber noch nicht sicher. Zunächst müssen die Gemeindeverfassung und der Vertrag mit Norderstedt geändert werden. Auch dafür müssten Mehrheiten gefunden werden, erläuterte Wehner gegenüber dieser Zeitung.

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