Politische Bildung : Ellerau stellt Schautafeln gegen rechte Ideologie aus

Die Ausstellung wurde von der Friedrich-Ebert-Stiftung konzipiert.

Die Ausstellung wurde von der Friedrich-Ebert-Stiftung konzipiert.

Claudia Hansen holt Ausstellung der Friedrich-Ebert-Stiftung nach Ellerau. Sie richtet sich vor allem an Jugendliche.

shz.de von
11. Januar 2018, 16:30 Uhr

Ellerau | In Ellerau wird ab Ende des Monats für vier Wochen eine Ausstellung der  SPD-nahen Friedrich-Ebert-Stiftung (FES) zu sehen sein. Titel: „Demokratie stärken – Rechtsextremismus bekämpfen“. Thematisiert werden darin unter anderem die Gefahren , die von Rechtsextremismus  für Demokratie und Menschenwürde ausgehen. Außerdem zeigt die Ausstellung  Möglichkeiten des Engagements gegen rechts auf. Konzipiert wurde sie in erster Linie für Jugendliche ab 14 Jahren. In Ellerau sollen mit dem Angebot allerdings alle interessierten Bürger angesprochen werden. „Es geht darum,  für das Thema zu sensibilisieren und aufzuzeigen, warum es sich lohnt, für die Demokratie zu streiten“, sagte Claudia Hansen, die seit vielen Jahren  in der Gemeinde kommunalpolitisch aktiv ist.  

Rechtsextremismus hat viele Facetten

Mit Unterstützung der Volkshochschule hat die Sozialdemokratin, die für ihre Partei die Fraktion anführt, die 16 Schautafeln umfassende Ausstellung nach Ellerau geholt. Jetzt wirbt sie für den Besuch insbesondere von Schülern. Das Thema sei auf kommunaler Ebene gut angesiedelt. Hier habe die Demokratie ihre Wurzeln, und hier müsse mit der politischen Bildung begonnen werden, so Hansen.

Das  Demokratieverständnis vor allem junger Menschen nachhaltig zu stärken,  ist nach Ansicht Hansens  die beste Prävention.  „Die Ausstellung vermittelt Wissen und erläutert den fließenden Übergang zum Rechtspopulismus“, sagte sie.  Ein zentrales Thema ist der Facettenreichtum rechter Gesinnung.  Sie ist in der Musik hinterlegt, in der Literatur und im Internet zu finden. Hansen hofft, mit dem Informationsangebot das Augenmerk der Bürger aller Altersgruppen auf die Kanäle zu lenken, über die rechtes Gedankengut in die Gesellschaft getragen wird. „Jugendliche sollten frühzeitig erkennen, dass Rechtspopulisten mit Ängsten und vermeintlichen Problemen arbeiten, aber keine Lösungen anbieten“, so die Sozialdemokratin.

VHS-Leiterin Katrin Pfützner lobte vor allem die umfassenden Materialien und die Begleitung durch Mitarbeiter der Friedrich-Ebert-Stiftung. „Lehrer können auf  Unterrichtsmaterial zurückgreifen, und  Klassen, die sich angemeldet haben, können eine Führung durch die Ausstellung bekommen, die von der Stiftung geschulte Mitarbeiter anbieten“, sagte sie. Gleichzeitig sieht Pfützner darin die Chance, das Programm der Volkshochschule durch Angebote der politischen Bildung weiter aufzuwerten. Die Ausstellung wurde im Rahmen des FES-Projekts „Gegen Rechtsextremismus“ vor fünf Jahren erstellt und wird seitdem ständig überarbeitet. Sie umfasst Tafeln zu Todesopfern rechter Gewalt, zur europäischen Dimension und zu Initiativen, die Menschen bei ihrem Ausstieg aus der rechten Szene und Integration in die Arbeitswelt unterstützen. In Ellerau wird die Schau mit dem Titel „Demokratie stärken – Rechtsextremismus bekämpfen“ am Freitag, 26. Januar, um 18 Uhr im Bürgerhaus, Højerweg 2, eröffnet. Die Schirmherrschaft hat Bürgermeister Eckart Urban (SPD) übernommen.

Schulklassen und andere Gruppen können sich unter Telefon (04106) 768660 oder per E-Mail an info@vhs-ellerau.de Besuchstermine sichern. Für Einzelbesucher wird die Ausstellung zu ausgewählten Terminen geöffnet, die die Gemeinde noch  bekanntgeben wird. Der Eintritt ist frei.

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