„Unser Dorf 2030“ : Ellerau plant den Ort der Zukunft

Bürgermeister Eckart Urban (SPD, v. l.), SPD-Fraktionsmitglied Claudia Hansen, BürgerForums-Vorsitzender Peter Groth sowie stellvertretender Bürgermeister und Bürgervereins-Vorsitzender Joachim Wehner wollen die Ellerauer früh beteiligen.
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Bürgermeister Eckart Urban (SPD, v. l.), SPD-Fraktionsmitglied Claudia Hansen, BürgerForums-Vorsitzender Peter Groth sowie stellvertretender Bürgermeister und Bürgervereins-Vorsitzender Joachim Wehner wollen die Ellerauer früh beteiligen.

Arbeitsgruppe entwirft Ortsentwicklungskonzept „Unser Dorf 2030“. Fragebogen wird ab Mitte Mai an alle Haushalte verteilt.

shz.de von
08. Mai 2015, 16:00 Uhr

Ellerau | Ab Mitte Mai können sich alle Ellerauer Bürger aktiv in die Gemeindeplanungen für die Zukunft einbringen. Möglich wird dies durch einen Fragebogen, anhand dessen die Einwohner verschiedene Facetten des kommunalen Lebens bewerten können – und der Politik auf diese Weise wichtige Impulse für künftige Entscheidungen geben. Erstellt wurde das Papier, das alle Ellerauer Haushalte in diesem Monat erhalten sollen, von der Arbeitsgruppe „Ortsentwicklungskonzept – Unser Dorf 2030“.

Gestern stellten Bürgermeister Eckart Urban (SPD), SPD-Fraktionsmitglied Claudia Hansen, BürgerForums-Vorsitzender Peter Groth sowie stellvertretender Bürgermeister und Bürgervereins-Vorsitzender Joachim Wehner den Fragebogen vor, der die Bereiche „Wohnen, Leben, Freizeit“, „Arbeit, Wirtschaft, Gewerbe, Verkehr“ und „Kultur und Bildung“ umfasst. Möglich sind vier Abstufungen von „sehr zufrieden“ bis „unzufrieden“. Wer einen Aspekt nicht bewerten möchte, setzt sein Kreuz bei „keine Angabe“.

Der Fragebogen erstreckt sich lediglich über zwei Seiten. „Wir wollten ihn möglichst nicht so lang gestalten, damit er in ein paar Minuten zu beantworten ist“, erklärte Urban, der auf große Resonanz hoffe. Denn auch mit diesen Erkenntnissen will die Gemeinde die Weichen für die Zukunft stellen. Die Fraktionen hätten sich mehrfach Gedanken über das Konzept gemacht, „aber wir wollten auch Bürger dazu befragen, nicht nur Mandatsträger“, sagte der Bürgermeister. „Wichtig ist uns, dass zu einem frühen Zeitpunkt Bürgerbeteiligung stattfindet“, ergänzte Wehner und fügte an: „Nicht, dass wir das hinter verschlossenen Türen ausarbeiten und dann hinterher zu hören kriegen: ,Uns habt ihr nicht beteiligt.‘“

Die Bedeutung der Teilhabe hob auch Hansen hervor: „Zum einen ist die Partizipation an dem Konzept wichtig, zum anderen ist es wichtig, den Bedarf der Bürger abschätzen zu können.“ Als Beispiel führte die SPD-Politikerin Wohnformen an. „Generell gibt es in Deutschland zu wenige altersgerechte Wohnungen. Wir wollen hier den Bedarf für Ellerau ermitteln.“

Antworten bis Mitte Juni erwartet

Damit streifte Hansen einen zentralen Beweggrund hinter der Befragung an, den auch Groth ansprach: „Hintergrund des Konzepts ist auch der demografische Wandel. Immerhin sind 30 Prozent der Ellerauer über 60 Jahre alt. Das Konzept soll auch dazu dienen, Dinge langfristig so umzusetzen, wie ein großer Teil der Bevölkerung sich das vorstellt.“ Der Fokus auf die Menschen um die 60 Jahre bedeutet allerdings nicht, dass die jungen Leute nicht aufgefordert sind, ihre Bewertungen abzugeben. Im Gegenteil. „Das Konzept zielt darauf ab, generationsübergreifend zu sein“, verdeutlicht Hansen. Der Fragebogen, von dem ab Mitte Mai laut Urban zweieinhalbtausend Exemplare in Papierform verteilt werden, solle deshalb auch online gestellt werden, kündigte Hansen an, denn: „Wir wollen alle abholen.“

Rückläufe erwartet Urban bis Mitte Juni. Dann erfolgt eine Auswertung, die in ein erstes Konzept einfließt, das während einer nach den Sommerferien einzuberufenden Einwohnerversammlung vorgestellt werden soll. Und wann soll das fertige Konzept stehen? „Spätestens Anfang nächsten Jahres“, wünscht sich Urban. Dann kann in Ellerau die Zukunft beginnen.

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