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Quickborner Tageblatt

14. Dezember 2017 | 22:25 Uhr

Biogas : Ellerau optimiert die Anlagen

vom
Aus der Redaktion des Quickborner Tageblatts

Energieerzeugung soll bedarfsgerechter werden. Zweites Blockheizkraftwerk geplant. Investition von 1,4 Millionen Euro.

shz.de von
erstellt am 13.Okt.2017 | 12:00 Uhr

Ellerau | Die Kommunalbetriebe Ellerau (KBE) planen eine Erweiterung und Flexibilisierung der Biogasproduktion und damit der Strom- und Wärmeerzeugung, um zukünftig besser auf die saisonal unterschiedlichen Bedarfe reagieren zu können. Der Plan ist, zu den Spitzenzeiten im Winter mehr Energie einzuspeisen und die Produktion im Sommer herunterzufahren. Dafür muss ein zweites Blockheizkraftwerk gebaut und das Leitungsnetz erweitert werden. Das Investitionsvolumen liegt Schätzungen zu Folge bei 1,4 Millionen Euro.

Bislang wird in der Anlage am Alten Alvesloher Weg jeden Tag Biogas erzeugt – kontinuierlich die gleiche Menge. Im Blockheizkraftwerk (BHKW) wird das Gas in Strom und Wärme umgewandelt, der Strom wird ins Netz eingespeist. Wird weniger Wärme benötigt – etwa im Sommer – wird die überschüssige Wärme in die Atmosphäre abgeleitet. „Großabnehmer ist im Sommer nur das Freibad“, sagte KBE-Geschäftsführerin Elke Gerick. Dafür könnte das Unternehmen, eine 100prozentige Tochter der Gemeinde, im Winter deutlich mehr Energie verkaufen und dadurch Zusatzeinnahmen generieren.

Das soll nun mit einem zweiten BHKW sichergestellt werden. Vorteil: Der Gesetzgeber spricht den Betreibern einer flexibilisierten Anlage für die Dauer von zehn Jahren eine jährliche Prämie in Höhe von 130 Euro pro zusätzlich installierter Kilowattstunde zu. Voraussetzung ist lediglich, dass diese Zusatzleistung nicht durchgängig abgerufen wird.

Sowohl Gerick als auch Bürgermeister Eckart Urban (SPD) gehen davon aus, dass die Investitionen durch die Förderung zumindest annähernd abgedeckt wird. Enthalten ist in der Investitionssumme außerdem die Erweiterung des Fernwärmenetzes. Geplant ist, auch die Grundschule zukünftig mit Fernwärme aus Biogas zu versorgen, um den Wärmevertrieb zu verbessern. Dafür müssen zwei Wärmespeicher gebaut werden.

Von der Politik bekam die KBE-Führung jetzt grünes Licht für die Optimierung. Zuvor hatte Urban noch einmal für die Pläne geworben. „Die Wirtschaftlichkeit ist inzwischen in einem Gutachten bestätigt worden“, sagte er während der jüngsten Gemeinderatssitzung. Auch SPD-Fraktionsvorsitzende Claudia Hansen sprach sich für die Flexibilisierung aus. Der Zeitpunkt sei gut, sagte sie. Bedenken kamen dagegen von dem FDP-Politiker Hans Bihl. „In der Bewertung durch die Gutachter wurden auch Risiken genannt, zum Beispiel dass niemand weiß, wie sich die Energiepreise entwickeln“, sagte er.

Die Biogasanlage ist 2007 in Betrieb gegangen. Mit der Wärme werden in Ellerau ein Wohngebiet, das Freibad, die gemeindlichen Kindergärten, Bürgerhaus, Kirche, Seniorenwohnanlagen und die Tennisanlage geheizt. Geplant ist die Versorgung weiterer Gebäude und Wohngebiete in den nächsten Jahren.

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