Kreisfeuerwehrversammlung : Ellerau: Kritik an Pöbeleien gegen Feuerwehr und Neuwahlen

Der alte und der neue Wehrführer  des Kreisfeuerwehrverbandes Segeberg, Holger Gebauer (rechts) und Jörg Nero.
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Der alte und der neue Wehrführer des Kreisfeuerwehrverbandes Segeberg, Holger Gebauer (rechts) und Jörg Nero.

Ellerauer Kameraden richten die Kreisfeuerwehrversammlung Segeberg mit 400 Gästen aus.

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17. April 2018, 13:30 Uhr

Ellerau | Die Farbe Rot dominierte in der Krumbekgemeinde am vergangenen Freitag. Überall parkten Feuerwehrfahrzeuge, denn fast 400 Feuerwehrleute aus dem Kreis Segeberg und Gäste aus der Politik waren in die Sporthalle am Ellerauer Bürgerhaus zur Jahreshauptversammlung gekommen. Haupttagesordnungspunkt war die Neuwahl des Kreiswehrführers.

Nach dem überraschenden Rücktritt von Holger Gebauer aus Kaltenkirchen im Januar hatte Jörg Nero aus Groß Kummerfeld den Kreisfeuerwehrverband kommissarisch geleitet. Zuvor hatten er und Michael Dahlke, Amtswehrführer aus Bornhöved, Gebauer als Stellvertreter unterstützt. Einziger Kandidat für die Nachfolge von Gebauer war sein bisheriger Stellvertreter, der 187 von 195 abgegebenen Stimmen erhielt.

Schnell bildeten sich lange Schlangen, um dem neuen Kreiswehrführer zu diesem überwältigenden Erfolg zu gratulieren. Die Laudatio auf Gebauer, der für seine Verdienste um das Feuerwehrwesen mit dem Feuerwehrehrenkreuz in Gold ausgezeichnet wurde, hielt der Ehrenkreiswehrführer Hans-Jürgen Berner. „Du bist im Alter von elf Jahren 1977 in die Jugendabteilung der Wehr Kaltenkirchen eingetreten und hast nach dem Übertritt in die Einsatzabteilung deiner Wehr 1985 über 14 Jahre auch Funktionen im Vorstand wahrgenommen.“

Bis zur Wahl zum Kreiswehrführer 2015 arbeitete der EDV-Fachmann über Jahrzehnte in vielen Bereichen der Wehr an erster Stelle mit. „In vielen äußerst verantwortungsvollen Funktionen hast du dich mit enormem Zeitaufwand und vielfältigen Ideen eingebracht. Den übernommenen Aufgaben hast du dich immer mit großem Zeiteinsatz und herausragender Motivation gewidmet. Dafür gilt dir und auch deiner Familie unser aller Dank“, sagte Berner. Der Rücktritt von Gebauer aus persönlichen Gründen werde mit Bedauern zur Kenntnis genommen, der Schritt verdiene aber den Respekt von allen.

Landrat Jan Peter Schröder richtete sein Grußwort an alle Feuerwehrkameraden: „Sie sind 365 Tage im Jahr für die Gesellschaft da. Dafür haben Sie Dank und Unterstützung verdient. Umso mehr ärgert es mich, wenn Sie bei Ihren Einsätzen bepöbelt und behindert werden.“ Auch Polizeidirektionsleiter Andreas Görs prangerte den abnehmenden Respekt gegenüber Einsatzkräften der Feuerwehr und der Polizei bei Einsätzen an. Alle Redner waren sich zudem einig, dass die Jugendwehren besonders gefördert werden müssten, um genügend Nachwuchs zu bekommen.

Elleraus Bürgermeister Eckart Urban (SPD) freute sich, dass seine Wehr seit einem Jahr eine Jugendfeuerwehr mit 22 sehr aktiven Mädchen und Jungen hat. Eine Möglichkeit, weitere Jugendliche für die Feuerwehr zu gewinnen, ist das Projekt „Jugendfeuerwehr macht Schule“. „An diesem Tag dürfen alle Jugendfeuerwehrmitglieder in Dienstkleidung in ihre Schulen gehen und Werbung für unser tolles und unbezahlbares Ehrenamt Feuerwehr machen“, so Hauptbrandmeister und Kreisjugendfeuerwehrwart Sebastian Sahling, der die Aktion vorstellte.

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