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Serie: 50 Jahre Quickborner Tageblatt : Ellerau: Kleine Gemeinde mit „Wow“-Effekt

vom
Aus der Redaktion des Quickborner Tageblatts

Vorsprung durch Gewerbe: Vielfältige Mischung von Betrieben sorgt für Steueraufkommen, das der Konjunktur trotzt.

shz.de von
erstellt am 28.Okt.2015 | 12:30 Uhr

Ellerau | Dass der kleine Ort Ellerau einmal ein attraktiver Wirtschaftsstandort vor den Toren Hamburgs sein würde, das war noch vor Jahrzehnten kaum zu glauben. Denn nach dem Zweiten Weltkrieg lebten nur rund 550 Einwohner in der Gemeinde.

Das änderte sich schlagartig im Jahr 1970 durch den Bau der Autobahn und den Kauf des „Vorsagen Hofes“, dessen Gelände als Gewerbegebiet ausgewiesen wurde. In den folgenden zwei bis drei Jahren stiegen die Einwohnerzahlen durch wachsende Bebauung sprunghaft auf mehr als 4000 an. Aktuell hat Ellerau drei große Gewerbegebiete: Das Gewerbegebiet Buchenweg liegt zentral an der Bahnhofstraße und ist an die AKN angeschlossen. Die jüngeren beiden Gewerbegebiete sind im Bereich Germakehre/Haferhof angesiedelt. Zusammen stellen sie einen wichtigen Standort für Elleraus Wirtschaft dar.

Bürgermeister Eckart Urban (SPD) zeigt sich zufrieden mit der gewerblichen Entwicklung der Gemeinde. „Die Erschließungen haben sich positiv auf die Wirtschaftskraft und die Gemeindestruktur ausgewirkt“, sagt er.

Zwar habe es noch vor 50 Jahren insgesamt einige Arbeitsplätze mehr gegeben. „Damals gab es noch die großen Betriebe wie Devalit, Mench und Erlhoff, die jeweils mehrere hundert Beschäftigte hatten“, erinnert sich der Bürgermeister. Aber auch aktuell sehe es gut aus: 435 Gewerbeanmeldungen zählt die Gemeinde. „Zwar sind 308 dieser Betriebe als Einmannbetriebe anzusehen, die keine Gewerbesteuer zahlen“, sagt Urban. Aber die restlichen 127 Betriebe seien gewerbesteuerpflichtig – und vor allem sehr vielfältig in ihren Betriebsarten. „Dieser Mix aus verschiedensten Unternehmen macht das Gewerbesteueraufkommen weniger konjunkturanfällig – und das ist sehr vorteilhaft für die Gemeindefinanzen“, erläutert Urban. Damit sich dieser positive Trend fortsetze, investiere die Gemeinde die Einnahmen aus der Gewerbesteuer, um die Infrastruktur zu entwickeln und instand zu halten. „Ziel der Ortsentwicklung war und ist es, Wohnen und Arbeiten mit kurzen Wegen zusammenzuführen“, betont Urban.

Doch nicht nur die günstige Lage in der Nähe der Autobahn macht Ellerau attraktiv – durch eine gute Vernetzung der Betriebe untereinander können diese auch gegenseitig voneinander profitieren. „Nicht zuletzt, weil wir durch unseren Zusammenschluss günstigere Strompreise bekommen konnten“, erklärt Jacqueline Hansen, Vorsitzende der Gewerbeinitiative Ellerau.

Die Initiative wurde im Jahr 2009 gegründet – inzwischen haben sich rund 70 Gewerbetreibende mit ihren Unternehmen in dem Verbund zusammengeschlossen. „Dadurch sind wir auch als Gemeinschaft stark“, sagt Hansen weiter. Die Gewerbeinitiative sei nicht nur immer auf dem neuesten Stand, was die wirtschaftliche Entwicklung der Gemeinde angehe. „Durch unser großes Netzwerk können wir auch einiges bewegen“, fährt Hansen fort. Aktuell hat sich die Initiative des Themas angenommen, Flüchtlinge in Praktika beziehungsweise Ausbildung zu bringen. Im November soll es dazu eine Mitgliederversammlung geben.

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