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Kita-Warnstreik in Quickborn : Elf von 25 Mitarbeitern des Zauberbaums im Ausstand

vom
Aus der Redaktion des Quickborner Tageblatts

Kaum Lärm in der Kita. 50 statt 150 Kinder in Betreuung.

Quickborn | Ungewohnt ruhig ist es am späten Vormittag in der Kampstraße 6 in Quickborn. Vor der städtischen Kindertagesstätte (Kita) Zauberbaum stehen weniger Tretroller und Fahrräder als sonst. Auf dem Spielplatz, der zur Straße hin liegt, ist kein Kind zu sehen. „Der Lärmpegel ist normalerweise um diese Zeit höher“, bestätigt Kita-Leiterin Edeltraud Wiebe. Es ist bereits der dritte Tag innerhalb von vier Wochen, an dem Erzieherinnen und Erzieher in den Warnstreik treten.

22 pädagogische Mitarbeiterinnen sind im Zauberbaum beschäftigt, außerdem drei Erzieher. Von den insgesamt 25 Kräften legten gestern elf die Arbeit nieder, sieben fehlten wegen Urlaubs – Ferienzeit eben. Blieben sieben, die den Dienst antraten.

Und so mussten Wiebe und Carsten Möller, Leiter des Fachbereichs Ehrenamt, Kultur und Veranstaltungen, nach der Streik-Ankündigung der Gewerkschaft Verdi am Montag erneut Eltern darum bitten, ihre Kinder nach Möglichkeit zu Hause zu betreuen. „Die recht frühzeitige Information hat uns in die Karten gespielt, ebenso die Osterferien“, sagt Möller. Wenn Schulkinder zu Hause blieben, sei es einfacher, die kleinen Geschwister nicht in die Kita zu bringen.

Wiebe berichtet, dass das Verständnis für die Streikenden in großen Teilen der Elternschaft vorhanden sei. „Und ebenso die Anerkennung der Streikenden für das Verständnis der Eltern.“ Beide seien miteinander im Gespräch. „Ich muss die Eltern loben, sie bringen viel Verständnis auf“, sagt Wiebe. Die Information über einen Streik verbreiten, einen Überblick über das vorhandene Personal verschaffen, Gruppen zusammenlegen sowie pädagogische Inhalte und Tagesabläufe anpassen – nach der Ankündigung eines Ausstands stimmen sich Wiebe und Möller eng ab. Der Fachbereichsleiter stellt klar, „dass der Fokus immer darauf liegt, die Kinderbetreuung sicherzustellen“. Maßnahmen, die zulasten der Nicht-Streikenden gehen – wie zum Beispiel Urlaubsverlegungen – seien bisher ausgeblieben. „Für die Kolleginnen ist das bisher gut ausgegangen“, sagt Möller.

Keine Routine

Routine entwickelt sich bei der Planung für einen Streiktag nicht. „Das kann man nicht planen“, sagt Wiebe und schüttelt den Kopf. Möller ergänzt: „Wenn es weitere einzelne Streiktage gibt, werden wir weiterhin situativ reagieren müssen.“

Für gestern bedeutete diese Reaktion, dass aus drei Hortgruppen eine wird, außerdem zwei Elementargruppen zusammengelegt werden. „Die beiden Ganztagsgruppen konnten wir aufrecht erhalten“, berichtet Wiebe. Vier statt normalerweise neun Gruppen, 50 statt 150 Kinder, sieben statt 25 Erzieherinnen und Erzieher – kein Wunder, dass es gestern ruhiger war als sonst im Zauberbaum. Heute wird der Lärmpegel wieder ansteigen. Bis zum nächsten Warnstreik.

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erstellt am 17.Apr.2015 | 12:30 Uhr

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