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Des Deutschen liebstes Getränk : Eintauchen in die Welt des Kaffees

vom
Aus der Redaktion des Quickborner Tageblatts

„Rund um die ovale Bohne“: Ellerauer Heimatmuseum zeigt zirka 100 Exponate zum Thema Kaffee.

shz.de von
erstellt am 07.Apr.2014 | 16:18 Uhr

Ellerau | Kaffee ist des Deutschen liebstes Getränk. Rund zwei Tassen trinkt jeder laut Statistik pro Tag – Weltmeister sind die Finnen mit 3,6 Tassen. Seit Sonnabend widmet das Ellerauer Heimatmuseum im Hojerweg dem koffeinhaltigen Heißgetränk unter dem Motto „Rund um die ovale Bohne“ eine Ausstellung. Zirka 100 Exponate habe der Verein zusammengetragen, so der stellvertretende Vorsitzende des Heimatvereins Hans-Jürgen Büll. Einige davon als Leihgabe vom Kaffeemuseum der Privatrösterei von Jens Burg in Hamburg, der zur Eröffnung auch vor Ort war und Fragen rund um das schwarze Gebräu beantwortete.

Der Kaffee-Experte Burg stellte auch die „Ellerauer Goldbohne“, eine extra für den Anlass hergestellte Kaffeemischung zur Verfügung. Der Erlös kommt der Arbeit des Heimatvereins zugute. Aber nicht nur der Röster war vor Ort, auch der Kaffeehändler Heinz Papenhagen ließ es sich nicht nehmen, nach Ellerau zu kommen. Die beiden wussten viel über die Bohnen und ihre Verarbeitung zu berichten. Burg erklärte zum Beispiel die beiden unterschiedlichen Röstverfahren. So werden bei der industriellen Röstung die Bohnen in zwei bis drei Minuten bei 450 bis 500 Grad geröstet. Die kleinen Röstereien, von denen es heute in Hamburg noch zehn – 1960 waren es noch 250 – gibt, benutzen einen Trommelröster. Dort werden die Bohnen bei 190 Grad für 20 bis 25 Minuten erhitzt.

Aber es gab auch viel zu sehen: Kaffeemühlen, Kaffeegeschirr, historische und moderne Röstgeräte und viele Accessoires. Winfried Schild führte zwei Röstgeräte vor – ein mechanisches von 1923, bei dem die Farbe der Bohnen immer wieder per Hand kontrolliert werden musste, und eine neuzeitliche automatische. Beide für den Hausgebrauch. Natürlich konnte der Kaffee auch probiert werden. Es gab sogar eine Klönecke. Marlitt Gau hat es gefallen: „Es war gemütlich. Ich habe fürs Osternest meiner Kinder die ‚Goldbohne‘ gekauft.“ Gisela Müller hat der Kaffee sehr gut geschmeckt: „Die Röstvorführung war toll. Ich habe mich hier richtig wohl gefühlt.“ Gerti Urban war von dem ersten Kaffee-to-go-Automaten aus den 1950er Jahren begeistert und führte ihn ihrem Mann, Elleraus Bürgermeister Eckart Urban (SPD), vor. Er fand es großartig, dass der Verein immer wieder Ausstellungen organisiert: „Die Ellerauer sind sehr verbunden mit ihrem Heimatmuseum, was man auch heute wieder sieht.“

Außer vielen Eindrücken und Informationen konnten die Besucher nicht nur die „Goldbohne“ sondern auch Kaffeepflanzen erwerben und sich Samen für die Zucht eines eigenen Kaffeebaums mitnehmen.
Um 17 Uhr zog Büll, der mit neun Helfern im Einsatz war, eine positive Bilanz: Die Ausstellung sei gut angekommen, 100 Besucher wurden gezählt. Die Ausstellung ist noch bis zum 17. Mai immer sonnabends zwischen 15 und 17 Uhr zu besichtigen. Sondertermine für Gruppen sind unter 04193/1200 zu vereinbaren.

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