Eine unendliche Geschichte

Referent Wieger Krul (rechts) und Gastgeber Heinz-Martin Timm, Vorsitzender des Heimatvereins Ellerbek.
Referent Wieger Krul (rechts) und Gastgeber Heinz-Martin Timm, Vorsitzender des Heimatvereins Ellerbek.

Posse um Schul-Radweg in Ellerbek

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20. Oktober 2018, 16:00 Uhr

Eltern aus der Gemeinde Ellerbek sind besorgt. Tagtäglich nutzen viele Kinder den Ihlweg oder die Moratzentwiete um zur Hermann-Löns-Schule zu gelangen. Das Problem: Sowohl im Ihlweg als auch in der Moratzentwiete ist kein Radweg vorhanden, so dass die Kinder die Straße gemeinsam mit den Autos nutzen müssen. „Morgens herrscht dort Rush-Hour“, beschrieb ein besorgter Vater während der Sitzung des Ellerbeker Bau- und Wegeausschusses am Donnerstagabend. Nicht nachvollziehbar sei die Dauer des Projekts. „Wir wollen nur einen einfachen Weg, der unsere Kinder von den Straßen wegholt“, fasste es ein weiterer Vater zusammen.

Das Projekt ist eine unendliche Geschichte. Seit mehr als zehn Jahren ist das Thema im Gespräch, eine finale Lösung konnte bis heute nicht gefunden werden. Wie berichtet, hat Ellerbeks Bürgermeister Günther Hildebrand (FDP) noch vor wenigen Monaten gesagt: „Der Radweg für Schulkinder wird auf jeden Fall kommen.“ Ein Baubeginn steht bis heute jedoch nicht fest. Knackpunkt sind weiterhin die Kosten. „Die aktuelle Kostenschätzung liegt bei 1,95 Millionen Euro für das gesamte Projekt“, erläuterte der Ausschussvorsitzende Heinz-Martin Timm (CDU). Derzeit beschäftige sich Stefan Hinners (CDU) intensiv damit, günstigere Angebote zu finden. „Ich hoffe, dass wir zur Sitzung des Schul- und Finanzausschusses am Dienstag, 23. Oktober, günstigere Zahlen haben“, sagte Timm vorsichtig.

Geplant ist die Errichtung des Radweges in zwei Bauabschnitten. Priorisiert wird von den Ausschussmitgliedern der zweite Abschnitt. Dieser beginnt am Ihlweg/Ecke Langhoopweg und führt über den Rugenbergener Mühlenweg bis zur Ecke Moratzentwiete. „Dieser Bereich ist für die Kinder ein sehr gefährlicher Punkt, da diese Strecke noch stärker befahren ist, als der Rest“, erklärte Timm im Gespräch mit unserer Zeitung. Dies sei jedoch lediglich der Wunsch der Politiker, eine Entscheidung sei darüber noch nicht getroffen worden. Nach aktuellen Schätzungen belaufen sich die Baukosten für den zweiten Bauabschnitt auf etwa 470 000 Euro.

Ein Zuschuss in Höhe von 101 000 Euro für das gesamte Projekt sei bewilligt worden. Einen weiteren Zuschussantrag wolle die Gemeinde noch einreichen, erklärte Timm weiter. 250 000 Euro haben die Politiker bereits in ihren Haushalt 2018 eingestellt. Dieser Betrag soll nun auf das nächste Jahr überschrieben werden. Ob das möglich ist, wird derzeit noch geprüft. Für den Radweg steht damit jedoch fest: „Wie es aussieht, wird das dieses Jahr nichts mehr“, sagte Timm.

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