Ehrenamtliches Engagement : Eine gedeckte Tafel für die Tafel

Die Ehrenamtlichen freuten sich über die Anerkennung.
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Die Ehrenamtlichen freuten sich über die Anerkennung.

Restaurant Heinsen’s in Ellerbek bedankt sich bei ehrenamtlichen Helfer aus Pinneberg für ihr unermüdliches Engagement

shz.de von
15. Juni 2018, 16:00 Uhr

„Alle haben sich gefreut, dass man auch mal die Ehrenamtlichen verwöhnt, insbesondere in so einem netten Rahmen“, sagte Birgit Drechsler gegenüber unserer Zeitung. Die Vorstandsvorsitzende der Pinneberger Tafel sprach von den 80 freiwilligen Helfern, die Woche für Woche gespendete Lebensmittel einsammeln, sortieren und an bis zu 300 Bedürftige ausgeben. In dieser Woche durften sie sich selbst an eine festlich gedeckte Tafel setzen und wurden zur Abwechslung einmal von anderen bedient.

Ulrike Carstensen, Geschäftsführerin vom Restaurant Heinsen’s in Ellerbek, hatte die Idee dazu. Gemeinsam mit ihren Kindern Caroline und Mats, die beide mit im Restaurant tätig sind, wollte sie etwas Gutes tun. „Wir hatten auch schon schwierigere Zeiten, aber seit einigen Jahren geht es uns gut. Da dachten wir uns, wir können auch mal selber was machen“, sagte Carstensen. Ursprünglich wollte sie mit ihren Kindern und Mitarbeitern für Obdachlose kochen. Da das in der Tafel nicht möglich war, entstand mit Drechsler die Idee, für diejenigen etwas zu tun, die sonst eher in zweiter Reihe stehen. 55 von ihnen folgten der Einladung und ließen sich von Koch Mats Carstensen kulinarisch überraschen.

Die Pinneberger Tafel wurde 2003 von der Luther-Kirchengemeinde zusammen mit dem Verein Berufliche Bildung im Hausfrauenbund gegründet. Seit der ersten Stunde dabei waren die noch heute im Amt stehende Vorstandsvorsitzende Drechsler sowie auch Schriftführerin Brigitte Ehrich. Im Vordergrund für die beiden engagierten Frauen stand damals wie heute die sinnvolle Verwendung überflüssiger Lebensmittel für soziale Zwecke. „Dass das einmal solche Ausmaße annehmen würde, damit haben wir natürlich nie gerechnet“, sagte Ehrich.

Gestartet seien sie vor 15 Jahren mit wöchentlich 40 Bedürftigen und einem Lastenfahrrad, mit dem die Lebensmittel von Supermärkten und Bäckereien zu den Ausgabestellen befördert wurden. Heutzutage gibt es einen Transporter, der die beiden Ausgabestellen anfährt. Jeweils einmal pro Woche, entweder dienstags in der evangelisch-freikirchlichen Gemeinde am Fahltskamp 79 oder donnerstags im Gemeindehaus der Lutherkirche am Kirchhofsweg 53 a in Pinneberg, können sich registrierte Bedürftige Lebensmittel abholen.

Unter den fleißigen Helfern ist seit mehreren Jahren auch Ingrid Leibküchler. Nach dem Tod ihres Mannes war es der Seniorin zuhause zu einsam. „Ich mag es, mit den Leuten zu reden“, sagte die aufgeschlossene Dame während der Veranstaltung. Ihre Tischnachbarin am Abend im Heinsen’s war Elke Hlede, die erst seit einem Jahr in Pinneberg wohnt. Auch Hlede hilft schon seit einigen Jahren bei der Tafel. Früher kam sie dafür extra aus Hamburg. Die Einladung aus Ellerbek war für die beiden Damen wie für alle anderen ehrenamtlichen Helfer der Pinneberger Tafel eine gelungene Anerkennung für ihr unermüdliches Engagement.

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