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Friedenslicht in Quickborn : Ein Zeichen der Hoffnung

vom
Aus der Redaktion des Quickborner Tageblatts

Das Friedenslicht leuchtet derzeit an verschiedenen Orten in der Eulenstadt. Transport in einer Milchkanne.

shz.de von
erstellt am 18.Dez.2015 | 00:32 Uhr

Quickborn | Einfallsreichtum war gefragt bei den katholischen Pfadfindern des Stammes Digna Ochoa aus Quickborn. Denn am dritten Advent lautete ihr Auftrag, das Friedenslicht aus Kiel in die Eulenstadt zu holen. Aber eine Flamme in der Bahn? Die Zugbegleiter würden da kaum mit sich reden lassen.

Die Lösung war dem Vernehmen nach eine Milchkanne mit Löchern für die Sauerstoffzufuhr. So gelangte das Friedenslicht, das schon vor seiner Ankunft in Schleswig-Holstein eine weite Reise hinter sich hatte, sicher nach Quickborn. Seit dem Wochenende tragen die Pfadfinder das Friedenslicht an verschiedene Orte in Quickborn: in das montägliche Friedensgebet der katholischen Kirche St. Marien, in das dienstägliche Flüchtlingscafé, ins Altenheime und ins Rathaus. „Unser Zeitplan ist voll“, sagte Ludger Ecke, Leiter des Stamms, anlässlich der Übergabe des Lichts an Bürgermeister Thomas Köppl (CDU) im Rathaus.

Der Hausherr freute sich über den Besuch der Kinder, Jugendlichen und Erwachsenen und betonte die Bedeutsamkeit der Aktion: „Das Symbol des Friedenslichts ist in diesen Zeiten, in denen sich die halbe Welt auf der Flucht befindet, ein wichtiger Beitrag zur Besinnung.“ Auch Quickborn sei von den Auswirkungen der Kriegshandlungen indirekt betroffen.

„Deshalb versuchen wir Flüchtlinge, die zu uns kommen, menschenwürdig unterzubringen und alle Hilfsmaßnahmen nach Kräften zu unterstützen“, sagte Köppl. Auch Volker Dentzin, Leiter des Fachbereichs Einwohnerangelegenheiten, würdigte die Geste der Pfadinder: „Ihr setzt ein Zeichen der Gastfreundschaft und man fühlt, dass es von Herzen kommt.“ Ohne Schokoladenkekse und Gummibärchen ließen die Verwaltungsmänner ihre Gäste nicht gehen. Zuvor allerdings teilte der Bürgermeister mit der neunjährigen Pfadfinderin Wendy das Friedenslicht, das laut Stadtverwaltung bis zum 6. Januar im Rathaus leuchten wird.

Morgen bringen die Pfadfinder von Digna Ochoa das Licht auch in die katholische Kirche. Wie Johannes Schneider, Pressereferent der Gemeinde, ankündigte, wird das Licht gegen 18.30 Uhr während des Gottesdiensts im Kurzen Kamp 2 aufgestellt. „Dort verbleibt es, damit alle das Licht teilen und mit nach Hause nehmen können“, sagte Schneider.

Ins Leben gerufen wurde die Aktion Friedenslicht 1986 vom Österreichischen Rundfunk (ORF),  heißt es auf der gleichnamigen Webseite der Ringe deutscher Pfadfinderinnen- und Pfadfinderverbände. Seither entzünde jedes Jahr ein Kind das Friedenslicht an der Flamme der Geburtsgrotte Christi in Betlehem. Nach eigenen Angaben verteilen die vier deutschen Ringverbände der Pfadfinder gemeinsam mit dem Verband Deutscher Altpfadfindergilden hierzulande jährlich ab dem dritten Advent das Friedenslicht. In einer Stafette wird es demnach in Deutschland an mehr als 500 Orten  weitergegeben.
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