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Hunde-Happyend in Quickborn : Ein Wunschbaum bringt Flocki zurück

vom
Aus der Redaktion des Quickborner Tageblatts

Nach sechstägiger Suche finden Quickborner Rentner ihren neunjährigen Hund auf ungewöhnliche Weise wieder

Quickborn | Flocki hatte sich einfach losgerissen. Sechs Tage lang blieb der schwarzhaarige Border-Collie-Terrier-Mix aus Quickborn wie vom Erdboden verschwunden. Seine Halter Renate und Wolfgang Rümmler waren verzweifelt. „Es war grausam“, sagte die 71-Jährige. „Es fehlt jemand in der Familie“, fügte ihr 72 Jahre alter Mann hinzu. Wie durch ein Wunder kehrte der Hund zu ihnen zurück.

Das Paar hatte Flocki an einem Nachmittag auf eine Hundewiese hinter dem Quickborner Hotel Seegarten geführt. Beim Spielen mit einem anderen Hund riss sich der neunjährige Rüde los. Beide Tiere rannten zum benachbarten Holmmoor. Der andere Hund kehrte nach etwa 20 Minuten zurück – Flocki nicht. Die Rümmlers befürchteten, dass er sich mit seiner fünf Meter lange Leine irgendwo festgefangen hatte.

Der 72-Jährige informierte das Haustierregister Tasso, deren Mitarbeiter ihn an den Suchhundetrupp K  9 in Pinneberg verwiesen. Ein Team aus fünf Trainern und ebenso vielen Hunden rückte am nächsten Tag an. Sie legten auf Flockis Platz im Auto Tabs aus, die seinen Geruch aufnahmen. Daran schnupperten die Hunde. Bis Mitternacht suchten sie ihren Artgenossen am südlichen Moor. Zwei Tage später durchkämmten sie die Gegend im Norden – vergeblich.

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Die Rümmlers hängten 20 Plakate mit ihrer Rufnummer und einem Foto von Flocki an Masten auf und verteilte sie in Läden. Sie schalteten Annoncen, riefen Tierärzte und die Autobahnmeisterei in Neumünster an. Ihre Enkeltochter verbreitete die Vermisstenanzeige auf dem Internetportal facebook. Doch die Anstrengungen zeigten keinen Erfolg.

Die Rümmlers hatten den gebürtigen Griechen als drei Monate alten Welpen aus einem Tierheim in Henstedt-Ulzburg geholt. „Es wäre ein großer Verlust nach neun Jahren“, sagte der 72-Jährige.

Nach fünf Tagen ohne Flocki erinnerte sich das Paar an den Wunschbaum von Frauke Klinkforth. Die Künstlerin lebt drei Häuser weiter im Ulmenweg 18. Kürzlich ließ sie eine Birke in ihrem Vorgarten auf einer Höhe von drei Metern absägen. Ihre Kunstschüler und sie häkelten eine 3,40 mal 1,90 Meter große bunte Decke, die sie um den Stamm wickelten. Seither heften Menschen Wunschzettel an das Baumkleid.

Renate Rümmler folgte ihrem Vorbild. „Ich wünsche mir, dass Flocki wieder nach Hause kommt“, schrieb sie auf ein Papierstück und befestigte es am Baum.

Einen Tag später besuchte Harald Hübner aus Hamburg seine Schwester Martina, die in Quickborn am Holmmoorweg lebt. Als er mittags auf dem Sofa saß, hörte er plötzlich ein lautes Bellen. Er trat vor die Tür. Am Ende des großen Gartens am Moor fand er Flocki. Der Hund hing mit der Leine im Gebüsch fest. Hübner bat seine Schwester, von einem Laternenmast den Zettel mit der Nummer und Flockis Foto zu holen. Er hatte es gesehen und den Hund wiedererkannt. Eine halbe Stunde später schlossen die Rümmlers ihren Vierbeiner wieder in die Arme. Sie wunderten sich: Der Hund war zwar etwas apathisch, stand aber gut im Futter.

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erstellt am 17.Jun.2016 | 14:00 Uhr

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