Quickborn : Ein Prosit auf das Beluga-Kino

Die beiden Kinobetreiber Kai Bartels (rechts) und Bernd Keichel freuten sich über ausgefallene Geschenke.
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Die beiden Kinobetreiber Kai Bartels (rechts) und Bernd Keichel freuten sich über ausgefallene Geschenke.

Bei der Party zum zehnten Geburtstag feierten 150 Gäste mit den Betreibern

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03. März 2014, 16:09 Uhr

„Man geht nicht bloß ins Kino, um sich Filme anzusehen. Man geht vielmehr ins Kino, um mit 200 Menschen zu lachen und zu weinen“, hat der amerikanische Zukunftsforscher John Naisbitt einmal gesagt. Am Sonnabend waren es immerhin etwa 150 Gäste, die zur Geburtstagparty ins Beluga-Kino kamen. Seit zehn Jahren gibt es das Lichtspielhaus. Die beiden Betreiber Kai Bartels und Bernd Keichel berichteten während ihrer launigen Ansprache im großen Kinosaal von den schwierigen Anfangszeiten und dankten ihrem Vermieter. Der weiß, warum. Aber sein Leben nur im Hamburger Abaton-Programmkino fristen? „Nein, das wollten wir nicht“, sagten die beiden und wagten den Sprung in die ungewisse Selbstständigkeit. Selbst Klaus Hensel (CDU) in seiner Funktion als stellvertretender Bürgermeister gestand: „Am Anfang waren wir skeptisch. Aber Sie haben immer neue Ideen gehabt. Hut ab!“

Bartels und Keichel, die gewöhnlich nur T-Shirts und Jeanshose tragen, hatten sich für ihre Gäste schick gemacht. Um dann doch dreimal ihre Garderobe zu wechseln: So schlüpften sie einmal in Schlafanzüge. „Die tragen wir immer während der Pyjama-Partys“, erklärten sie. Dann kamen sie beide als Köche gekleidet auf die Bühne. „15 000 Gerichte haben wir in den vergangenen zehn Jahren im Kino gekocht“, berichtete Bartels. Auch dieses Angebot hat zur Beliebtheit des Kinos beim Publikum geführt. Der Obelix-Look durfte ebenfalls nicht fehlen. Schließlich wurde bei einer Stadtwerke-Kinovorführung Wildschwein serviert. Schon verrückt. Aber: „Anders sein als die anderen Kinder – normal gibt es ja schon“, lautet das Motto der beiden.

Doch genug der Ansprachen. Wie lassen sich zehn Jahre besser zusammenfassen, als mit den bewegten Bildern auf der großen Leinwand: Eine schöne Erinnerung an den Besuch der „Hanni-und-Nanni“-Darstellerinnen im Beluga-Kino war der Beitrag des Norderstedter Lokalsenders NOA4. „Nur vier Kinos in Norddeutschland wurden ausgewählt, wir gehörten dazu“, so Bartels stolz, der einen engen Kontakt zur Stadt Quickborn pflegt. Die Stadtjugendpflege konnte den von Jugendlichen gedrehten Spielfilm „Der Schatz vom Elsensee“ im Beluga zeigen, wo er sogar ins reguläre Programm aufgenommen wurde.

Als Bonbon zeigten die beiden Betreiber noch den Kurzfilm „85 Jahre Filmvorführräume in Kinofilmen“ – ein cineastisches Schmankerl, das mit Clips von „Apartment Zero“, über „Green Mile“ und „Inglorious Basterds“ bis hin zu „Cinema Paradiso“ an eine Zeit erinnerte, als noch Celluloidstreifen durch die Projektoren liefen. Heute ist das Beluga-Kino digitalisiert, Filme werden von Festplatten abgespielt.

Vollendet wurde das Bühnenprogramm mit drei sehr einfühlsam vorgetragenen Filmkompositionen des Pianisten Albrecht Gieseler aus Eutin. Er spielte „Comptine d'un autre été“ aus „Die Fabelhafte Welt der Amelie“, „Sie sieht mich nicht“ („Asterix und Obelix gegen Cäsar“) und „Let it go“ aus Disneys „Eiskönigin“. Bartels hatte sich diese Titel gewünscht.

Was bedeuten für ihn diese zehn Jahre? „Von Euphorie und Größenwahn bis Verzweiflung und Resignation war alles dabei“, sagt er. Was wünscht er sich für die nächsten zehn Jahre? „Dass wir weiterhin den Geschmack unserer Kunden treffen. Ein bis zwei weitere Kinosäle wären auch nicht schlecht.“ Vielleicht helfen ja die bunten Raketen, die an diesem Abend zum Anlass des Geburtstags in die Luft geschossen wurden, und die vielen Prosits an der Bar, dass die Wünsche in Erfüllung gehen.

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