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Ingo Siebers : Ein Mentor, der Spuren hinterlässt

vom
Aus der Redaktion des Quickborner Tageblatts

Deutschlehrer Ingo Siebers legt den Grundstein für Helge Heggblums beruflichen Werdegang als Filmproduzent.

Quickborn | Es gibt sie doch: die Lehrer, die einen nachhaltigen Eindruck auf Schüler hinterlassen. Die Mentor sind. Einer von ihnen ist Ingo Siebers. „Er ist schuld, dass ich Filmproduzent geworden bin“, sagt Helge Heggblum. Während seiner Schulzeit auf dem Dietrich-Bonhoeffer-Gymnasium (DBG) bekam der Quickborner Siebers als Lehrer, der in seinem Deutschunterricht das Thema „Filmanalyse“ unterrichtete und eine Medien-AG anbot. Damit wurde der Grundstein für Heggblums beruflichen Werdegang gelegt.

Jetzt trafen sich die beiden in unserer Redaktion, um ihre Erinnerungen aufzufrischen. Aus den Augen haben sie sich nie verloren. Heggblum und Siebers sind per du, telefonieren oft miteinander, um zu fachsimpeln.

„Filmanalyse“ im Unterricht. Ende der 1980er, Anfang der 1990er Jahre war das noch Neuland an Schulen. Am Beispiel von Filmen wie „Drei Männer im Schnee“, „Hamlet“ und dem Ernst Lubitsch Klassiker „Sein oder Nichtsein“, verdeutlichte Siebers, dass Filme genau wie Bücher einer Montage folgen. Er machte seine Schüler mit dem Rüstzeug des Filmemachens wie Zoom, Schwenk und Totale bekannt.

Heggblum leckte Blut: „Mein Vater war damals mit einer Videokamera nach Hause gekommen. Die habe ich mir dann heimlich genommen, um meine ersten Kurzfilme zu drehen. Die zeigte ich dann Ingo Siebers.“ Sein Lehrer war begeistert und sagte: „Helge, besorg Dir das Buch ‚Mr. Hitchcock, wie haben Sie das gemacht?‘“ Eben jenes Buch, in dem der Regisseur aus dem Nähkästchen des Filmemachens plaudert. Für den Schüler war es eine Initialzündung. „Nun drehte ich Kurzfilme in Hitchcock-Manier“, berichtet Heggblum verschmitzt. Später wurde er zum Chronisten des Schullebens am DBG. Er filmte bei Elternsprechtagen und auf Sportfesten, war für die Abi-Filme verantwortlich und drehte zwei Jugendspielfilme. Bei einer Schüler-Show mit Liveschaltung zeigte Heggblum, dass er schon eine Menge gelernt hatte. Selbst fingierte Tonstörungen baute er in das Programm mit ein, um die Authentizität zu erhöhen.

So viel Engagement wurde schnell belohnt: Die Schulleitung förderte ihn und stellte Heggblum im Oberstufenturm einen Klassenraum mit einem Schnittplatz zur Verfügung. „Das war der Anfang“, berichtet Heggblum. Noch vor seinem Abitur meldete er am 13. Juni 1994 sein Gewerbe als „Helge Heggblum – Filmherstellung und Vertrieb“ an. Seit 2004 ist er selbstständig als Filmproduzent tätig und dreht einen Werbespot nach dem anderen. Unter anderen für den „Tierpark Hagenbeck“. 2008/2009 sein großer Coup: Die Doku „Only Ju – Hommage an eine Dame“ für die Lufthansa erregte weltweit Aufsehen. Der Streifen lief in amerikanischen Kinos.

„Es hat mir immer Spaß gemacht, Schüler zu fördern, die Ecken und Kanten haben,“ sagt Siebers, der seinem Schüler einiges durchgehen ließ: Heggblum „verschönerte“ seine Deutsch-Klassenarbeiten beispielsweise mit Filmaufklebern, was von Siebers nicht unkommentiert blieb. Lustig, versteht sich.

„Ingo Siebers hat immer den Menschen gesehen“, schwärmt Heggblum. Er und auch zwei weitere Ex-Schüler, die heute in der Filmbranche tätig sind, verdanken ihrem Lehrer eine Menge.

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erstellt am 18.Feb.2014 | 16:40 Uhr

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