zur Navigation springen

Pflegestützpunkt : Ein kleiner Knopf für den Notfall

vom
Aus der Redaktion des Quickborner Tageblatts

Bönningstedter Seniorenbeirat lädt Bianca Trebbin ein. Sie beantwortete Fragen zum Hausnotrufsystem.

shz.de von
erstellt am 09.Mai.2017 | 16:20 Uhr

Es fällt immer schwerer, den Tag zu strukturieren, die Medikamenteneinnahme läuft auch nicht immer nach Plan und es kommt zu Orientierungsschwierigkeiten – die Liste der Probleme, aber auch der Hilfen, die im Alter auftreten, ist laut Bianca Trebbin, Leiterin des Pinneberger Pflegestützpunktes, unendlich fortsetzbar. Sie kam auf Einladung des Bönningstedter Seniorenbeirats in das Alte Amtsgebäude, um etwa zwölf Besucher über das Thema „Hausnotruf und mehr“ zu informieren. Trebbin stellte das sogenannte Hausnotrufsystem vor.

„Das ist ein elektronisches Meldesystem“, erklärte die Expertin. Dazu gehören ein Band, das entweder um den Arm oder den Hals den Nutzers gelegt wird, sowie eine Basisstation, die mit dem Internet verbunden wird. „Damit sind sie jederzeit mit einer Notrufzentrale verbunden“, sagte Trebbin weiter. 180 Zentralen gibt es deutschlandweit.

Das Hausnotrufsystem würde sich vor allem für Menschen eignen, die alleine leben, jedoch ihre Selbstständigkeit nicht aufgeben wollen. „Das System sollte dann zum Einsatz kommen, wenn eine Behinderung – beispielsweise eine mobile – oder eine chronische Krankheit vorliegen“, sagte Trebbin. Auch Menschen, die bereits mehrfach in der Wohnung ausgerutscht seien oder unter häufigen Schwächeanfällen litten, sollten dieses Angebot nutzen, empfahl die Expertin. Nicht eignen würde sich der Notruf für allein lebende Menschen mit einer Demenzkrankheit.

Das System funktioniert folgendermaßen: Ist dem Nutzer etwas passiert und er kann nicht mehr selbstständig zum Telefon gelangen, kann er den Knopf an seinem Arm drücken. Das Gerät sendet ein Signal an die Basisstation, und die Zentrale wird benachrichtigt. Die Mitarbeiter der Notrufzentrale versuchen daraufhin, Kontakt mit der Person aufzunehmen. „Ist keine Kontaktaufnahme möglich, dann werden gegebenenfalls Feuerwehr und Notdienst alarmiert“, erklärte Trebbin. In der Zentrale seien vor Beginn der Nutzung des Systems alle wichtigen Daten zu hinterlegen: Erkrankungen, Medikation und Telefonnummern der Verwandten und Nachbarn. Um den Notknopf in Notfällen nutzen zu können, sei es besonders wichtig, ihn stets zu tragen. „Sie sind heutzutage sogar wasserabweisend.“

Das Notrufsystem kann von älteren Menschen ab dem Pflegegrad Zwei genutzt werden. Dann übernimmt die Pflegekasse eine Anschlussgebühr in Höhe von 10,49 Euro und die monatlichen Beträge von 18,36 Euro. „Die Krankenkasse zahlt gar nichts dazu. Für sie ist das System ein technisches Hilfsmittel“, erklärte Trebbin. Die Kosten der Anbieter eines solchen Systems seien relativ variabel. „Die Anschlussgebühr schwankt zwischen zehn und 78 Euro“, berichtete Trebbin. Deswegen sei es besonders wichtig, die Verträge im Vorwege genau durchzulesen. Dabei sei vor allem eine kurze Kündigungsfrist wichtig: „Am besten ist eine 14-tägige.“ Zusatzleistungen wie ein Rauch- und Gasmelder, könnten ebenfalls gebucht werden. „Sie müssen individuell schauen, wie ihr Zustand ist und welche Einschränkungen ihren Alltag beeinträchtigen“, betonte die Expertin abschließend.

Der Pflegestützpunkt Pinneberg ist für den Kreis eine regionale Anlaufstelle und gilt als  eine individuelle, unabhängige und kostenfreie Beratungsstelle. Die Mitarbeiter informieren über unterstützende Angebote, Hilfsmittelversorgung, Wohnen im Alter, barrierefreies Wohnen, häusliche und ambulante Pflege, Tagespflege, Nachpflege, Kurzzeitpflege und vollstationäre Pflege, Finanzierungsmöglichkeiten der Hilfsangebote, Leistungen der Pflegeversicherungen, Antragstellung und Freizeitgestaltung. Telefonisch ist die Stelle montags bis freitags von 9 bis 12 Uhr unter Telefon 04101-555464 erreichbar. Außerdem wird eine persönliche Beratung im Quickborner Rathaus jeden ersten Donnerstag eines Monats zwischen 14 und 16 Uhr angeboten.
zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen