Quickborn-Heide : Ein Jahr Gottesdienst im Wohnzimmer

Die Vorbereitungen laufen: Pastor Stefan Durst, Hausmeisterin Anja Gössing (rechts) und Sekretärin Enete Lange laden zum Sommerfest ein.
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Die Vorbereitungen laufen: Pastor Stefan Durst, Hausmeisterin Anja Gössing (rechts) und Sekretärin Enete Lange laden zum Sommerfest ein.

Die Martin-Luther-Kirchengemeinde feiert ihren 30. Geburtstag.

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11. Juni 2014, 10:00 Uhr

Quickborn | Die Zahl der Kirchenaustritte mag in Deutschland rasant gestiegen sein, die Martin-Luther-Kirchengemeinde in Quickborn-Heide trotzt dem Trend. Seit ihrer Gründung 1984 hält sich die Zahl der Gemeindeglieder wacker. Waren es im Gründungsjahr 2100, so sind es heute immerhin noch 1900. „Das liegt auch daran, dass hier viel gebaut wird“, sagt Pastor Stefan Durst. Er und sein Team laden für Sonnabend, 14. Juni, aus Anlass des 30. Geburtstags zum Sommerfest ein.

Zeit für einen Rückblick: Auch wenn der promovierte Theologe Durst nicht von Anfang an mit dabei war, über die Historie weiß er genau Bescheid. Die Martin-Luther-Kirchengemeinde – das war von Anfang an eine kämpferische Gemeinde: „Vorher gehörte das Gebiet zu zwei Dritteln der Johannes-Kirchengemeinde Friedrichsgabe in Norderstedt und zu einem Drittel der Ansgar-Kirchengemeinde Ellerau“, berichtet Durst. Aber man fühlte sich vernachlässigt. „Es war wahrscheinlich eine der letzten Gründungen einer selbstständigen Kirchengemeinde“, so Durst.

Wie ernst es den „Heidern“ war, zeigte auch eine Unterschriftenaktion, die der Forderung nach dem Bau von kirchlichen Einrichtungen Nachdruck verlieh, wie es in einem Text über die Gründung heißt. Bereits im Sommer 1981 wurden in der Lornsenstraße zwei Reihenhäuser für die Kirche gekauft. Gut so: „1985 wurde das neu gebaute Kirchen- und Gemeindezentrum eingeweiht. Deswegen fand der Gottesdienst ein Jahr lang im Wohnzimmer statt“, so Durst.

Wenn man die Kirche betritt, fällt sogleich ein ungewöhnliches Eisenkreuz auf, das teilweise von Palmwedeln verdeckt wird. Während der Ausschachtungen wurden Eisenteile gefunden, die von der einstigen Munitionsfabrik stammen. „Daraus wurde das Kreuz gestaltet. Es soll die Verbundenheit mit dem Ort ausdrücken“, sagt Durst. Damals wurden die Grundlagen für das lebendige Gemeindeleben gelegt. Auch heute gilt: „Wir haben in unserer Gemeinde ein starkes ehrenamtliches Engagement“, so Durst.

1900 Gemeindeglieder, neun ehrenamtliche Gruppen, darunter eine Jugendgruppe und die Generation 65 Plus, ein Kirchenchor, eine Spielgruppe und viele Veranstaltungen zeichnen die Gemeinde aus. Weil es keinen Marktplatz oder ein Zentrum in Quickborn-Heide gebe, sei das Kirchen- und Gemeindezentrum der Treffpunkt, betont Durst. „Denn wo sonst trifft man sich?“

Das Sommerfest am Sonnabend, 14. Juni, beginnt um 14 Uhr und dauert bis 18 Uhr. Ort: Lornsenstraße 21/23. Es treten auf: der Chor „Hast Du Töne“ (14.30 Uhr), der Chor „Ghana Catholic Mission“ (15.15 Uhr), die Koreanische Trommelgruppe (16 Uhr) und die Musikgruppe „Key-Storm“ (16.30 Uhr). Angebote:  Kaffee, Kuchen, Bratwurst, Bier vom Fass, Brause und Waffeln sowie eine Tombola und Spiele für Jung und Alt. Die Geschichtswerkstatt präsentiert einen Ausstellung über Quickborn-Heide.
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