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Quickborner Tageblatt

19. Oktober 2017 | 10:04 Uhr

Schenefeld : Ein Funkmast sorgt für Aufregung

vom
Aus der Redaktion des Schenefelder Tageblatts

Die Politik is für Standort im Landschaftsschutzgebiet.

shz.de von
erstellt am 30.Apr.2015 | 10:00 Uhr

Schenefeld | Grünen-Chef Mathias Schmitz schüttelte ungläubig den Kopf. Ein neuer Mobilfunkmast, bis zu 100 Meter hoch, im Schenefelder Landschaftsschutzgebiet, auf einem Grundstück der Stadt: Was er für schlichtweg undenkbar hält, winkten die anderen Parteien im Stadtentwicklungsausschuss durch. „CDU und SPD haben kein Interesse am Natur- und Umweltschutz“, wettert Schmitz. Der Achsenzwischenraum sei ein sensibler Bereich, ein hohes Gut. „Dieser Mast ist so überflüssig wie ein Kropf“, schimpfte auch Grünen-Ratsherr Herbert van Gerpen. Doch mit dieser Meinung standen die Grünen am Ende ganz alleine da. Das Unternehmen Vodafone möchte den Richtfunkmast am Gremsbargen aufstellen lassen. Weniger, um die Versorgung in Schenefeld zu verbessern. Es geht um den Hamburger Westen, bestätigte Schenefelds Stadtplaner Ulf Dallmann.

Rechtlich ist ein Mobilfunkmast im Landschaftsschutzgebiet verboten. Allerdings sind Ausnahmen zulässig. Die Untere Naturschutzbehörde des Kreises müsste einem entsprechenden Antrag zustimmen und dabei abwägen, welches öffentliche Interesse höher einzustufen ist, der Landschaftsschutz oder die Mobilfunkversorgung.

Schmitz betont, dass es in Schenefeld schon zehn Antennenstandorte für Mobilfunk gibt, für einen weiteren überhaupt keine Notwendigkeit bestehe. Er schlägt vor, dass Vodafone den bestehenden Richtfunkmast hinter dem Bauhof mitnutzen sollte.

Ob das überhaupt geht, wird die Stadt jetzt prüfen. Zudem mit dem Investor in Verhandlungen eintreten. „Bei einem 100 Meter hohen Mast gehen wir nicht mit“, stellte Dallmann klar. Auch über Geld wird gesprochen. Denn Vodafone wird eine Pacht an die Stadt zahlen müssen. Es geht um einen vierstelligen Betrag im Jahr. Für CDU-Ratsherr Holm Becker quasi „Schmerzensgeld“, das lieber die Stadt einnehmen sollte als ein Privatmann. Denn laut Schenefelds Bauamtschef Günther Leimert könnte der Mast auch auf einem Privatgrundstück errichtet werden, wenn die Stadt ihr Grundstück nicht zur Verfügung stellt. Ursula Kriete (SPD) verwies auf das Hochhaus an der Fünf-Finger-Kreuzung, auf dem inzwischen zahlreiche Antennen stehen. „Das sieht schlimm aus. Dann lieber Gremsbargen“, sagte Kriete.

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