Ehren-Platz für ein Lebenswerk

Regine Grube, Tochter von Emil Schmelow enthüllt gemeinsam mit Noch-Bürgermeister Eckart Urban (SPD) das Namensschild am Ellerauer Bürgerhaus.
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Regine Grube, Tochter von Emil Schmelow enthüllt gemeinsam mit Noch-Bürgermeister Eckart Urban (SPD) das Namensschild am Ellerauer Bürgerhaus.

Ellerau würdigt einstigen Bürgermeister Schmelow

shz.de von
15. Mai 2018, 16:39 Uhr

Ab sofort gibt es in Ellerau einen „Emil-Schmelow-Platz“. Noch-Bürgermeister Eckart Urban (SPD) enthüllte zusammen mit der Tochter des ehemaligen Gemeindevorsitzenden, Regina Grube, am Wochenende das neue Straßenschild direkt am Bürgerhaus. Beschlossen worden war die Namensgebung in der Gemeinderatssitzung am 15. Februar. Nun folgte eine kurzweilige Feierstunde mit einigen von Schmelows ehemaligen Weggefährten, Bürgern, Ehrenbürgern und Vertretern der Gemeinde sowie weiteren Ellerau verbundenen Gästen, zum Beispiel aus der Partnerstadt Højer in Dänemark. Auch der Musikzug der Freiwilligen Feuerwehr und die Jugendfeuerwehr waren unter den insgesamt rund 200 Besuchern.

Der charismatische Anton Graf Schwerin von Krosigk, der während seiner Amtszeit von 1966 bis 1990 als Landrat des Kreises Segeberg viel mit Schmelow zusammenarbeitete, plauderte zur großen Erheiterung der Gäste aus dem politischen Nähkästchen. Dabei würdigte Krosigk insbesondere die Verdienste des langjährigen Ellerauer Bürgermeisters. „Wenn einer es verdient hat, war er es. Ich habe ihn hoch geschätzt“, sagte der Freiherr. Sehr persönliche, herzliche Worte kamen ebenso von Knut Hansen, dem ehemaligen Bürgermeister der dänischen Partnergemeinde Højer, sowie von Architekt Werner Feldsien, der gemeinsam mit Schmelow unter anderem den Bau des Bürgerhauses betreute.

Urban würdigte in einer ausführlichen Laudatio das Lebenswerk Schmelows, sprach dabei von einer „herausragenden Persönlichkeit“ respektablen Leistung und großen Verdiensten um die Gemeinde sowie das Ehrenamt. „Einen großen Teil seines Lebens widmete er der ehrenamtlichen Tätigkeit für die Allgemeinheit und insbesondere für seine neue Heimat Ellerau. Darin ging er förmlich auf“, sagte Urban. Eine 18-jährige Amtszeit als Bürgermeister, das habe außer Schmelow noch keiner geschafft. Urban selbst war 16 Jahre im Amt, davor als Stellvertreter an der Seite seines Vorgängers. Er habe daher noch eine lebhafte Erinnerung an Schmelow, so Urban. Elleraus langjährigster Bürgermeister wurde 1921 in Masuren geboren und kam mit Kriegsende auf einem Lazarettschiff nach Schleswig-Holstein. In Bad Bramstedt konnte er seine Verletzungen auskurieren. Von dort ging er zu Fuß nach Ellerau, um seiner zukünftigen Frau Ilse Reumann für die gehäkelten Socken zu danken, die er von ihr als Frontsoldat bekommen hatte. An eine Rückkehr nach Ostpreußen, so Urban, sei ohnehin nicht zu denken gewesen. Schmelow war damit einer von 825 Flüchtlingen, die 1946 mit 520 Einheimischen in Ellerau lebten.

Bald begann er, sich für seine Gemeinde zu engagieren. In den Jahren seiner Amtszeit, die geprägt war von reger Planungs- und Bautätigkeit, trug Schmelow maßgeblich zur Entwicklung Elleraus hin zu einer Gemeinde mit städtischem Charakter bei. Außer seiner Tätigkeit als Bürgermeister war er 16 Jahre lang Vorsteher des Amtes Kaltenkirchen-Land und 20 Jahre Mitglied im Kreistag. Für sein außerordentliches Engagement erhielt Schmelow das Verdienstkreuz am Bande der Bundesrepublik Deutschland sowie die Freiherr-vom-Stein-Gedenkmedaille des Landes Schleswig-Holstein.

Darüber hinaus war der ehemalige Bürgermeister künstlerisch und musikalisch begabt, wovon sich die Besucher der Feierstunde bei den ausgestellten Aquarellen und Ölgemälden Schmelows überzeugen konnten. Gemeinsam mit Karl-Heinz Fügner und dem Musikzug der Feuerwehr sangen die Gäste den Ellerauer Walzer, dessen Text auch aus der Feder des neuen Namensgebers des Platzes am Bürgerhauses stammt.

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