Rückkehr zu G9 : Eckart Urban ermahnt die Landesregierung

Bürgermeister Eckart Urban (Zweiter von links) überreichte Blumen und die Ellerauer Chronik an Susanne Vogt, Pamela Finck, Maike Böhme und Helmut Strankmeyer (von rechts) vom Willkommensteam Ellerau.
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Bürgermeister Eckart Urban (Zweiter von links) überreichte Blumen und die Ellerauer Chronik an Susanne Vogt, Pamela Finck, Maike Böhme und Helmut Strankmeyer (von rechts) vom Willkommensteam Ellerau.

Elleraus Bürgermeister warnt vor steigenden Schulkostenbeiträgen und erwartet Hilfe für die Kommunen.

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10. Januar 2018, 12:30 Uhr

Ellerau | Zum traditionellen Neujahrsempfang der Gemeinde Ellerau begrüßte Bürgermeister Eckart Urban (SPD) knapp 140 Gäste im Ellerauer Bürgerhaus. Außer vielen Bürgern, Vertretern aus Politik und Verwaltung, Vereinen und Verbänden, der Freiwilligen Feuerwehr und Ehrenbürgern waren der Einladung Urbans auch die Stadtpräsidentin der Stadt Norderstedt, Kathrin Oehme (CDU), der stellvertretende Quickborner Bürgermeister Klaus Hermann Hensel und die stellvertretende Alvesloher Bürgermeisterin Friederike Hinzke gefolgt. Erfreut zeigte sich Urban, dass der ehemalige Bürgermeister Knud Hansen und Bürgermeister Peter Christensen aus der Partnergemeinde Højer in Dänemark ebenfalls der Einladung gefolgt waren. 

In seiner Neujahrsrede blickte Bürgermeister Eckart Urban auf das überaus ereignisreiche Jahr 2017 zurück: „Die Jamaika-Koalition aus CDU, FDP und Grünen hat sich voller Elan an die Arbeit gemacht und eine Reihe von Gesetzesänderungen auf den Weg gebracht, die auch uns als Kommune betreffen. Leider sind zumindest zwei Gesetzesänderungen in Bezug auf die Kostenregelung unvollständig. In den Gymnasien wird von G 8 auf G 9 umgestellt. Diese Verlängerung der Schulzeit um ein Jahr wird sich zwangsläufig auf die Höhe der Schulkostenbeiträge auswirken, wovon auch unsere Gemeinde betroffen sein wird. Ebenfalls betroffen sind wir von der Abschaffung der Pflicht zur Erhebung von Straßenausbaubeiträgen von den Anliegern.“

Kostenverteilung

In beiden Fällen erwartet Ellerau von der Landesregierung klare Aussagen, wie die zukünftigen Kosten verteilt werden sollen und ob es einen finanziellen Ausgleich geben wird. „Hoffentlich läuft es nicht darauf hinaus, dass den Letzten die Hunde beißen, wie wir es ja schon bei der Einführung des Rechtsanspruches auf Kinderbetreuung ab dem ersten Lebensjahr erlebt haben“, so der Bürgermeister.

Froh zeigte sich Urban darüber, dass die Kosten für den Anschluss an den Radweg an der Kreisstraße 24 (Kadener Weg) im Zuge der Brücke über die Autobahn A 7 (wir berichteten) nun vom Kreis Segeberg übernommen werden. „Ein bisschen Geduld müssen wir noch haben, aber in zwei bis drei Jahren könnte der Radweg tatsächlich gebaut werden.“ Die Kommunalbetriebe Ellerau (KBE) werden in diesem Jahr ein zweites Blockheizkraftwerk am Freibad installieren. Dann soll zukünftig auch der Grundschulkomplex mit Fernwärme aus erneuerbarer Energie versorgt werden. „Angedacht ist außerdem die Einrichtung von E-Ladestationen am P+R-Platz des AKN-Bahnhofs und eventuell auch am Freibad in Zusammenarbeit mit den Stadtwerken Quickborn.“ Mit Blick auf die Kommunalwahl im Mai teilte Urban mit, dass er einer zukünftigen Gemeindevertretung nicht mehr angehören werde.

Verhandlungen mit Norderstedt

Vorher stehen aber noch Verhandlungen mit der Verwaltung Norderstedt an, die die vor zehn Jahren geschlossene Kooperationsvereinbarung kündigte. Die ausgehandelte Kostenerstattung sei nicht mehr zu halten und müsse neu berechnet werden, erläuterte Urban. Im Raum steht eine Verdopplung der Kosten, was die Gemeindevertreter als nicht verhandelbar bezeichnet hatten. „In den nächsten Monaten wird sich herausstellen, ob es zu einer Fortsetzung der Verwaltungsgemeinschaft mit Norderstedt kommt oder ob es einen neuen Vertragspartner gibt.“ Norderstedts Stadtpräsidentin Kathrin Oehme meinte dazu in ihrer Gastrede: „Trotz der kontroversen Verwaltungsgespräche bin ich gerne gekommen und fühle mich hier herzlich aufgenommen.“

Abschließend dankte Urban den Mitarbeitern der Gemeinde und im Rathaus für die „angenehme und konstruktive Zusammenarbeit“ und ihr Engagement. Ein besonderer Dank ging an das Willkommensteam für dessen Hilfe bei der Integration von Flüchtlingen in der Krumbekgemeinde.
 

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