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Quickborner Tageblatt

22. November 2017 | 00:30 Uhr

Durch das Museum in den Wald

vom
Aus der Redaktion des Quickborner Tageblatts

Serie Teil 3 In der historischen Sammlung der Gemeinde Ellerau gibt es eine naturkundliche Ausstellung mit heimischen Tierarten

shz.de von
erstellt am 23.Okt.2017 | 16:53 Uhr

Nach einer aktuellen Erhebung des Bundesamtes für Naturschutz gibt es in Deutschland rund 48  000 Tierarten. In der Kategorie der Wirbeltiere stehen inzwischen 207 Arten auf der Roten Liste. Das entspricht etwa 43 Prozent. Mit Sorge betrachten Experten auch die Entwicklung verschiedener Vogelarten. Während etwa Schwarzstorch, Wiesenweihe oder Kranich von den Schutzmaßnahmen profitierten, verlieren Bodenbrüter wie Feldlerche, Kiebitz oder Wiesenpieper durch die fortschreitende Intensivierung der Landwirtschaft immer größere Teile ihres Lebensraums. Wer die Tiere in heimischen Wäldern, auf Wiesenflächen oder in den Gärten beobachten möchte, braucht entsprechend viel Geduld und wird oft genug enttäuscht.

Das Team des Ellerauer Heimatmuseums hat schon vor rund zehn Jahren reagiert und eine kleine, aber attraktive naturkundliche Ausstellung in die historische Sammlung integriert. „Kinder haben heute kaum noch die Chance, Tiere in der freien Wildbahn zu beobachten. Hier können sie sich die heimische Tierwelt ganz in Ruhe anschauen“, sagt Werner Schultz, der die Sammlung betreut.

Die fachgerecht hergestellten Präparate kamen als geschlossene Sammlung aus einem Museum im schleswig-holsteinischen Nübbel nach Ellerau. Was dort wegen einer Umstrukturierung nicht mehr benötigt wurde, war hier äußerst willkommen. „Dafür sind wir alle gemeinsam nach Nübbel gefahren“, so Lilli Heuser vom Museumsteam. Eine gute Entscheidung, wie sich schnell herausstellen sollte. Und ein gutes Beispiel dafür, wie die Gruppe der Ehrenamtlichen arbeitet. „Diese Sammlung ist eine Besonderheit und hat durchaus einen großen Wert“, sagt Heuser.

Und doch ist es mit den Präparaten allein nicht getan. Was diesen Teil der Ausstellung so einzigartig macht, ist die Art der Präsentation. Im Museum wurde eine Fläche abgeteilt und eingezäunt. Der Boden ist mit Rindenmulch, Reisig und kurz geschnittenen Äste bedeckt. Dazwischen liegen Steine und kleine Strohbündel. Heusers Mann Rolf und Winfried Schild zimmerten aus Rindenholz eine rustikale Rückwand. Und damit war sie dann komplett – die authentische Umgebung für verschiedene Vögel und heimische Waldbewohner. Hier tummeln sich Iltis, Marder, Rehkitz, Eichhörnchen, Storch, Bussard, Eule, Eichelhäher, Kormoran, Teichhühner, Graugans und Enten in trauter Eintracht. Dazu gibt es zahlreiche Singvögel und sogar einen Silberfuchs, den es in der freien Wildbahn hier in der Region allerdings nicht gebe, so Schultz. Insbesondere Kinder sind faszinert von dem, was sie sehen. Das erleben die Museumsmitarbeiter immer wieder. Wer nachvollziehen möchte, was er sich da anschaut, hat mit der Zuordnung der Namen zu den Tierarten wenig Mühe – alles ist gut beschriftet.

Komplett wird die sehenswerte Miniausstellung durch die Bilder heimischer Kräuter, die an dem flachen Zaun hängen. Das Ellerauer Heimatmuseum im Højerweg 2 hat seinen Eingang kurz hinter dem zum Bürgerhaus. Es ist heute wieder von 15 bis 17 Uhr geöffnet.

Der Eintritt ist frei, die ehrenamtlichen Helfer stehen gern Rede und Antwort. Die für Sonnabend, 4. November, angekündigte Sonderausstellung über Kakao und Schokolade muss allerdings aus organisatorischen Gründen ausfallen. Einen Ersatztermin gibt es noch nicht.


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