Baltic Sea Circle : Drei Damen ohne Navigationssystem

Die „LadiesGetLostInAdventures“: Celina Nordheim (von links), Melinda Nordheim und Lara Biermann.
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Die „LadiesGetLostInAdventures“: Celina Nordheim (von links), Melinda Nordheim und Lara Biermann.

Tangstedterinnen nehmen am Baltic Sea Circle teil / Auf etwa 7500 Kilometer geht es mit „Günni“ einmal rund um die Ostsee

shz.de von
12. Juni 2018, 16:00 Uhr

Sie sind jung, humorvoll, abenteuerlustig, und sie können keine Landkarte lesen. Zumindest noch nicht so richtig. Die Tangstedterinnen Celina Nordheim (23), Melinda Nordheim (25) und Lara Biermann (23) folgen ihrer Abenteuerlust und nehmen an der nördlichsten Rallye des Erdballs, dem Baltic Sea Circle, teil. Ihr Team-Name: „LadiesGetLostInAdventures“.

Sie sind eines von nur zwei reinen Frauenteams bei der Tour. Auf sie wartet eine Herausforderung: 7500 Kilometer, zehn Länder, in 16 Tagen. Dabei geht es für sie rund um die Ostsee. Doch sie dürfen nicht irgendein Auto mitnehmen. Es muss mindestens 20 Jahre alt sein, es darf nicht mehr als 2500 Euro gekostet, haben und es muss die Rallye überstehen. Die ersten zwei Anforderungen haben Celina Nordheim, Melinda Nordheim und Lara Biermann bereits erfüllt.

Ein Fahrzeug hat es ihnen nämlich besonders angetan. Ein über 20 Jahre alter Volkswagen T4, dem sie liebevoll den Namen „Günni“ gegeben haben. Um das Fahrzeug auch für den Wettbewerb auf Vordermann zu bringen, scheuten sich die Tangstedterinnen auch nicht vor harter Arbeit. „Wir sind keine Frauen, die sich nicht die Hände schmutzig machen wollen“, sagte Celina Nordheim. In einer Werkstatt ließen sie sich einige Tricks zeigen, die in einem Notfall hilfreich sein können. „Wir haben die Lampen ausgetauscht, Reifen gewechselt und alles, was man selbst gut machen kann“, zählte Biermann auf. Auch im Inneren des Fahrzeugs haben sie Hand angelegt, denn der Bus wird auf der Tour gleichzeitig ihr Schlafzimmer sein. Damit das Auto nicht zu voll wird, sparen die drei Freundinnen am Essen. „Wir nehmen nur Terrinen, Babybrei und sowas mit. Außerdem gibt es auf der Route ja auch Supermärkte“, sagte Celina Nordheim.

Die  Tangstedterinnen haben eine ordentliche Strecke ohne Navigationssystem und Autobahn vor sich. Los geht es am Sonnabend, 16. Juni, auf dem Hamburger Fischmarkt um 12 Uhr. Nach einer Vorstellung der Teams – die Tangstedterinnen haben die Startnummer 6 – geht es für die drei Freundinnen auch schon los über Dänemark, Schweden und Norwegen hoch zum Nordkap und von dort aus über Finnland, Russland, Estland, Lettland, Litauen und Polen wieder zurück zum Startpunkt in Hamburg: Am 1. Juli müssen sie eintreffen. „Es ist toll, dass wir nicht so typische Reiseziele auf unserer Tour haben“, sagte Melinda Nordheim im Gespräch mit unserer Zeitung. 16 Tage haben sie Zeit. Doch nur durch die Landschaft fahren, wäre zu langweilig. Jedes Team erhält ein Roadbook, in dem Aufgaben stehen, die die Teilnehmer bewältigen müssen. Eines steht für die Drei dabei schon fest: „Wir werden alles ausprobieren.“ und sei es, den bekannten schwedischen Fisch „Surstömming“ geöffnet im Auto zu transportieren, die Tangstedterinnen kann nichts mehr schocken. Die Vorfreude ist bei den drei Freundinnen, die sich aus Kindergarten-Zeiten kennen, groß. Heimweh werden Biermann und Melinda Nordheim nicht haben. Für Celina Nordheim, Mutter einer vierjährigen Tochter, ist das anders. „Ich gehe mit einem lachenden und einem weinenden Auge.“

Mit „Günni“ waren die Drei bereits unterwegs. Sie nahmen an der Urban Challenge in Hamburg teil. Auch dort mussten die Teilnehmer auf Navigationssysteme verzichten. Da stellte sich schnell heraus, dass das Lesen von Landkarten nicht zu ihren Stärken zählt. „Wir haben uns ständig verfahren“, erinnert sich Lara Biermann und lacht. Aus ihren Fehlern haben sie jedoch gelernt und wollen es nun besser machen.

Außer der Abenteuerlust und dem Spaß erfüllt der Baltic Sea Circle auch einen guten Zweck. Bei der Anmeldung verpflichtet sich jedes Team, mindestens 750 Euro für wohltätige Organisationen zu sammeln. Dieses Ziel haben sie schon überschritten. „Aktueller Stand sind 2288 Euro“, berichtete Celina Nordheim. Die Drei haben außerdem eine Spendenwette laufen. „Wenn wir 1000 Follower auf Facebook oder Instagram haben, fließen 1000 Euro auf unser Spendenkonto“, erklärt Celina Nordheim. „Wir spenden es an die Moebius Stiftung und die autonomen Jugendwerkstätten Hamburg.“ Wer ihnen bei der Verwirklichung helfen möchte, kann ihnen bei Facebook oder Instagram folgen. Auf beiden Plattformen sind sie unter ihrem Team-Namen zu finden.
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