Digitale Schule gibt Wissen weiter

Sabrina Matthies zeigte, was ein Smartboard alles kann.
1 von 2
Sabrina Matthies zeigte, was ein Smartboard alles kann.

Erster Schulmedientag an der Hermann-Löns-Schule in Ellerbek ein Erfolg

Avatar_shz von
23. März 2018, 16:00 Uhr

Seit 2015 ist die Hermann-Löns-Schule in Ellerbek eine sogenannte Digitale Modellschule (unsere Zeitung berichtete). Jetzt durfte sie einen Schulmedientag ausrichten. Damit ist sie die einzige Grundschule in Schleswig-Holstein, die so etwas anbietet.

Für die Hermann-Löns-Schule war der Schulmedientag eine Premiere. Die Veranstaltung wurde über das Institut für Qualitätsentwicklung Schleswig-Holstein (IQSH) ausgeschrieben und war für alle interessierten Schulen buchbar. Das Angebot kam gut an. 30 Teilnehmer unter anderem aus Flensburg, Büsum, Brunsbüttel und Meldorf wollten mehr über den Einsatz neuer Medien im Schulunterricht erfahren. Ziel der Fortbildungsveranstaltung war es, den Umgang mit digitalen Medien für den Schulunterricht vorzustellen.

Die Teilnehmer durften auch einen Blick in den normalen Unterrichtsablauf werfen. In der Hospitationsphase besuchten sie die 1 a im Deutschunterricht, die 3 a im Sachunterricht und die 3 b in Mathematik. Thorina Nielsen, Leiterin der Hermann-Löns-Schule, war überrascht, dass für viele der Umgang mit digitalen Medien im Unterricht noch vollkommen neu ist. Einen grundsätzlichen Tip hatte sie parat: „Es bringt überhaupt nichts, ein Smartboard und eine Tafel im Klassenraum zu haben.“ Zum einen sei die Staubentwicklung durch die Kreide nicht gut für die Technik des interaktiven Whiteboards, zum anderen nutze man dann nicht die kompletten Fähigkeiten einer digitalen Tafel. „Ich kann ja auch nicht ein bisschen schwanger sein“, verglich Nielsen.

Die Technik sorgte bei vielen Workshop-Teilnehmern für großes Staunen. Besonders die vielfältigen Einsatzmöglichkeiten überraschten die Lehrkräfte. „Wir können das Smartboard nutzen, um Lernvideos oder Bildmaterial zu zeigen. Doch gleichzeitig kann ich sie auch als ganz normale Tafel nutzen“, erklärte Sabrina Matthies während des Deutsch-Workshops. Das Besondere dabei sei, dass die Kinder weiterhin sehen könnten, wie die Handschrift der Lehrer ist. „Wenn ich Buchstaben beispielsweise anschreibe, können sie meine Schreibrichtung und die Reihenfolge sehen“, erklärte sie weiter. Doch die Teilnehmer stellten auch kritische Fragen an die Lehrkräfte der Ellerbeker Grundschule. Ob besondere technische Fertigkeiten für die Nutzung sind notwendig, oder ob digitale Medien den kompletten Unterrichtsraum einnehmen, gehörten zu den Fragen. „Ich selbst bin überhaupt kein Digital-Profi. Wir lernen alle noch weiter und besuchen Workshops“, erklärte Lehrerin Gitta Stein. Auch das Einsetzen der Smartboards sei sehr unterschiedlich. „Das kommt ganz auf das Thema an. Meistens nutzen wir eine Kombination im Unterricht“, sagte sie weiter.

Etwa 150 Schüler besuchen die Hermann-Löns-Schule im Rugenbergener Mühlenweg. Smartboards sind in jedem Klassenraum installiert worden. Außerdem gibt es drei mobile Ladewagen mit je 20 Notebooks. Mit Hilfe einer Lizenz für Lernprogramme können die Pädagogen stets auf unterschiedlichste Übungen und Trainings zugreifen.

zur Startseite
Karte

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen